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Übernahmen in der Finanzkrise Wodka belebt das M&A-Geschäft

Wegen der Finanzkrise sind Fusionen und Übernahmen oberhalb einer halben Milliarde Euro seltener geworden. Dass selbst größere Transaktionen immer noch möglich sind, hat die Übernahme des schwedischen Spirituosenherstellers Vin & Sprit mit seiner Marke Absolut Wodka durch den französischen Pernod Ricard gezeigt. Es müssen nur die Kreditsicherheiten stimmen.
  • D. Fockenbrock und J. Koenen

DÜSSELDORF / FRANKFURT. Pernod Ricard bezahlt das Geschäft aus einem zwölf Mrd. Euro schweren Kreditrahmen, den die Banken BNP Paribas, Calyon, JP Morgan, Natixis, Royal Bank of Scotland und Société Générale zur Verfügung stellen. Die Banken finanzieren damit einen klassischen strategischen Deal. Käufer Pernod stärkt in einem sich konsolidierenden Markt seine Position.

„Das Übernahme-Geschäft ist nicht grundsätzlich ausgetrocknet. Allerdings bieten die Banken derzeit kaum Finanzierungen für große Transaktionen an. Werden sie gefragt, achten sie wiederum viel stärker auf die Absicherung der Kredite“, beschreibt Matthias Horbach, Anwalt und Übernahmeexperte der internationalen Anwaltssozietät Skadden, Arps, Slate, Meaghers & Flom die Situation.

Das bestätigt der Pernod-Deal, dessen Volumen immerhin 5,6 Mrd. Euro beträgt. Die Franzosen werden ihre Nettoverschuldung gemessen am Ergebnis vor Steuern, Abschreibungen und Sondereffekten (Ebitda) auf sechs Prozent erhöhen. Das Management hat aber versichert, die Relation schnell wieder „unter vier Prozent zu drücken“. Die Analysten von Cheuvreux rechnen damit bereits in vier Jahren.

Die Banken vertrauen offensichtlich den Aussagen des Managements, weil es solche Versprechen in der Vergangenheit stets erfüllt hat. Vor drei Jahren hatte Pernod den britischen Konkurrenten Allied Domecq für knapp elf Mrd. Euro übernommen. Zum Vergleich: Der aktuelle Börsenwert Pernods liegt bei 14,5 Mrd. Euro. Die Franzosen sind bekannt dafür, dass sie solche großen Brocken – zumindest finanziell – verkraften.

Allerdings kommen selbst Unternehmen mit einem ausgezeichneten Ruf mittlerweile nicht mehr umhin, die Kredite mit ihrer eigenen Substanz zu besichern. „Will ein Unternehmen eine große Übernahme finanzieren, muss es mit der eigenen Gesellschaft und dem eigenen Eigenkapital für die Verbindlichkeiten und deren Rückzahlung gerade stehen. Nur dann sind Finanzierungszusagen derzeit möglich“, sagt Horbach von Skadden. „Es reicht bei großen Transaktionen nicht mehr, nur eine Zweckgesellschaft und das übernommene Unternehmen als Sicherheit für den Kredit zu stellen.“

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