Überraschung bei Gehalts-Studie Deutschlands geheime Top-Verdiener

Bei bestbezahlten Managern denken viele an die Autobranche oder an Banker. Tatsächlich beschäftigt sich der Top-Verdiener Deutschlands aber mit Sport. Das Gehalt von Europas Spitzenreiter grenzt fast an einen Skandal.
  • Rafael Bujotzek
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Sein lässiges Auftreten hat einen Grund: Puma-Manager Jochen Zeitz ist einer Studie zufolge der deutsche Manager mit dem höchsten Gehalt. 9,82 Millionen Euro verdiente er im vergangenen Jahr. Quelle: dapd

Sein lässiges Auftreten hat einen Grund: Puma-Manager Jochen Zeitz ist einer Studie zufolge der deutsche Manager mit dem höchsten Gehalt. 9,82 Millionen Euro verdiente er im vergangenen Jahr.

(Foto: dapd)

DüsseldorfIn der Rangliste der Bestverdiener steht Jochen Zeitz an der Spitze. Der langjährigen Vorstandsvorsitzende hatte erst im April seinen Posten als Vorstandsvorsitzender beim Sportartikelhersteller Puma abgegeben.

Seine persönliche Bilanz sieht blendend aus: Einer Studie zufolge ist Zeitz der deutsche Manager mit dem höchsten Gehalt. 9,82 Millionen Euro verdiente er im vergangenen Jahr, wie das "Manager Magazin" in Zusammenarbeit mit der Berliner Humboldt-Universität ermittelt hat. Und doch liegt Zeitz nur auf Platz 7 in Europa.

Trotz Ölkatastrophe sprudeln die Gehälter bei BP

Freut sich über ein Jahreseinkommen von 18,96 Millionen Euro: BP-Chef Bob Dudley ist trotz der Ölkatastrophe der Topverdiener. Quelle: dapd

Freut sich über ein Jahreseinkommen von 18,96 Millionen Euro: BP-Chef Bob Dudley ist trotz der Ölkatastrophe der Topverdiener.

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Einsamer Spitzenreiter ist der Chef des britischen Ölriesen BP, Robert Dudley, mit einem Jahreseinkommen von 18,96 Millionen Euro. Damit hat Dudley fast doppelt so viel eingenommen wie Deutschlands führender Manager.

Der US-amerikanische Manager ersetzte nach dem Untergang der Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko den Briten Tony Hayward an der Konzernspitze. Er war aber bereits vorher Teil des Topmanagement.

Mit weitem Abstand auf Platz zwei liegt der Chef des britischen Mobilfunkanbieters Vodafone Group, Vittorio Colao. Er verdiente im Jahr 2010 rund 12 Millionen Euro. Der Vorstandschef der spanischen Santander Bank, Alfredo Sáenz Abad, konnte im Jahr 2010 ein Gehalt von 11,8 Millionen Euro verbuchen.

Viele deutsche Spitzenverdiener

Weniger Gewinn, weniger Einkommen: In der Gehaltstabelle der Topmanager landet der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank AG, Josef Ackermann, nur auf Platz 14. Quelle: dapd

Weniger Gewinn, weniger Einkommen: In der Gehaltstabelle der Topmanager landet der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank AG, Josef Ackermann, nur auf Platz 14.

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Weitere Spitzenverdiener aus Deutschland sind Martin Winterkorn, der VW-Lenker. Er bringt es mit 9,33 Millionen Euro Verdienst in 2010 auf Platz 9 der Rangliste. Medienunternehmer Mathias Döpfner, Chef der Axel Springer AG verdiente 2010 rund 8,95 Millionen Euro (Platz 11) und Siemens-Boss Peter Löscher kommt mit 8,91 Millionen Euro auf Platz 12. Josef Ackermann von der Deutschen Bank liegt mit 8,84 Millionen Euro auf Platz 14. Dieter Zetsche, die Nummer eins des Daimler-Konzerns, rangiert mit 8,69 Millionen Euro auf Platz 15. RWE-Chef Jürgen Großmann folgt auf Rang 16 mit einem Gehalt von 8,6 Millionen Euro.

Welche Krise?

Mit dem Ende der Wirtschaftskrise seien die Top-Gehälter 2010 stark gestiegen und näherten sich den Rekorden von 2007 an. Die Chefs der Dax-Unternehmen bekamen demnach ein Salär von durchschnittlich 4,58 Millionen - 26 Prozent mehr als in 2010. Die Nummer eins eines MDax-Unternehmens bekam im Schnitt 2,32 Millionen Euro, was einem Anstieg von 36 Prozent binnen eines Jahres entspricht.

Untersucht hat die Gehälter des vergangenen Jahres Joachim Schwalbach von der Berliner Humboldt-Universität. Er überprüfte alle Konzerne, die im europäischen Börsenindex Stoxx 50 gelistet sind. In die Untersuchung sind auch Aktienoptionen und andere langfristige Vergütungsbestandteile eingeflossen.

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  • Als er Anfing war Puma 100 Mio. Wert - heute viele Millarden, da wird man ihm doch wohl zur Belohnung 2% abgeben dürfen.
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    Es wäre mal kritisch zu hinterfragen, womit dieser plötzliche Wertzuwachs des Unternehmens Puma zustandekam.
    Ich würde mal darauf tippen, das man durch Outsourcing in Niedriglohnländer, die Profite maximiert hat.
    Puma war vor Jahren noch, wie Adidas ein deutsches Traditionsunternehmen mit Sitz in Herzogenaurach.
    Dort wurde auch produziert, sprich deutsche Arbeitsplätze für deutsche Arbeitnehmer zur Verfügung gestellt.
    Soviel ich weiss, sind diese Arbeitsplätze mittlerweile vernichtet oder verlagert worden.
    Dazu kommen noch diverse Verkäufe, Übernahmen und Aktienschiebereien, mit welchen ebenfalls viel Geld verdient wurde. Puma's erfolgreiches Geschäftsmodell beruht auf Billigproduktion und Ausbeutung!
    es geht nur so, weshalb auch an den Millionen von Zeitz Managergehalt, das Blut und der Schweiß zig Armer klebt.
    Damit einige hier richtig fett abkassieren können, müssen viele in Armut leben.
    Schuldgeldsystem aufgebaut auf Zins- und Zinseszins.
    Finden sich keine Schuldner mehr, kollabiert das weltweite Finanzsystem. Die Zeichen stehen gut, das es bald soweit sein wird und sich die Menschen aus der Knechtschaft des Kapitals befreien können.
    Wir brachen einen ehtischen, fairen Kapitalismus, von welchem jeder partizipiert.
    Der 200-fache Verdienst gegenüber eines Normalverdieners ist einfach unverschämt und niemals durch das Leistungsprinzip zu rechtfertigen. Das sollte auch Zeitz wissen, wenn er dieses Geld nimmt.

  • so ein schmarn wer sagt denn das die mit ihrem gehalt nicht letztendlich nicht wieder arbeitsplätze schaffen es werden immombilien gekauft die erhalten werden müssen unternehmensbeteiligungen gekauft die arbeitsplätze schaffen wer denkt das so jemand sein geld einfach nur normal bei der bank anlegt ist einfach nur dumm
    ansonsten lässt sich noch sagen das es extrem schwer ist auf so eine position zu kommen das ist ein kampf ewig lange arbeitszeiten fast kein urlaub und erfolg muss man auch noch haben denn ohne erfolg ist man schneller wieder weg als man denkt
    theoretisch kann übrigens jeder hier in deutschland millionen verdienen das das nicht möglich wäre ist schmarn man muss nur ideen haben sind anstrengen dann kann das theoretisch jeder schaffen der den biss hat nur leider haben den biss zu wenige

  • Wenn man etwas verharmlosen will, rechnet man in Prozent! 2% sind evtl. wenig, 10 Mio. sind einfach zu viel! Das Verhältnis stimmt nicht mehr.

    Klar soll sich Leistung lohnen, aber doch nicht mit dem 200-fachen eines durchschnittlichen Einkommen von etwa 50.000 EUR.

    Wenn diese Menschen Stil, Anstand oder noch eine Ehre hätten, würden Sie mit 2/3 dieser Monstereinkommen Arbeitsplätze schaffen.

  • Wer würde es nicht nehmen? So ein Gehalt.

    Der Mensch ist gierig! Manche haben soviel davon, dass sie es ihr Leben lang nicht mehr ausgeben können, würden sie einigermaßen "normal" oder sagen wir durchschnittlich leben.

    Es kann keine Person geben, die das 200-fache leistet. Bei einem Durchschnittsgehalt von 50TE/p.a. könnte man nämlich 200 Leute einstellen. Das würde sofort 200 Menschen glücklich machen und die Belegschaft hätte auch etwas davon. Nicht nur der Eine.




  • Ja, es geht um "gleiches Geld für geleiche Leistung". Leider hat ein Lagerarbeiter es da schwerer. Wenn er 50% mehr Pakete in der Stunde hat, kann er aber 50% mehr bekommen.

    Aber Zeitz hat aus Pume, welches 20 Jahre so rumgekrebst hat, eine super Marke gemacht. Ich hätte das nicht gekonnt. Und daher erkenne ich das neidlos an!

    Die von Ihnen ausgestoßene Beleidigung passt eher zu Leuten, die sich im Neiddenken ereifern. Im Übrgen: Was geht es Euch an, wie wir Aktionäre unserer Vorstände entlohnen!

    @Poldi

    Es geht nicht um "mehr bekommen" - es geht um "mehr leisten". Nur wenn die Leistung nicht stimmt, wie bei unserer Bundeskanzlerin oder den Gewerkschaftsführern, dann ist es ungerecht.

  • Da gib es in Deutschland noch Manager die deutlich mehr bekommen.
    Bei einer Bank in Frankfurt hat einer in der Zeit von 2007 bis
    2009 ca. EUR 60 Mio bekommen. Allein für das Jahr 2009 ca.
    EUR 25 Mio. Woher bekommen sie eigentlich ihre Info´s ?

  • Warum sollte die Bezahlung leistungsgerecht sein? Sie ist genau wie alles andere das Resultat von Angebot und Nachfrage und da das Angebot derer, die sich in der Leitung eines DAX Konzerns bewiesen haben sehr gering ist sind ihre Gehälter hoch. Ich schätze die meisten könnten mit einem Firmenwechsel weitaus mehr verdienen. Siehe zB Anshu Jain von der DB, er hätte ohne weiteres einen Top Hedgefond zu leiten. Gehälter von erfolgreichen Hedgefondmanagern können ohne weiteres das 100dert fache betragen (Paulson Jahresgehalt 5 Mrd.). Es hat nichts mehr mit Leistung zu tun, sondern nur noch mit Erfolg auf der persönlichen Bilanz, die einen so rar macht, dass der Markt das Gehalt in die Höhe treibt. Vergleichbar mit Sportlern.

  • Sind Sie Kommunist Herr Botzek? Kommunisten lieben das Arbeitstheorem: "Gleicher Lohn je Arbeitsstunde".

    Aber sollte es denn nicht nach Leistung gehen? Hat Jochen Zeitz etwas nicht die Leistung gebracht? Als er Anfing war Puma 100 Mio. Wert - heute viele Millarden, da wird man ihm doch wohl zur Belohnung 2% abgeben dürfen.

    Es gibt wohl niemendem, bei dem der Erfolg des Unternehmes so eindeutig auf einen Manager zurückzuführen wäre.

    Und im Übrigen meine ich, dass der Linkstrend der CDU gestoppt werden muss.

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