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Ulrich Spiesshofer Früherer ABB-Chef heuert beim US-Investor Blackstone an

Der ehemalige Chef des Technologiekonzerns ABB arbeitet künftig in der Private-Equity-Branche. Dort startet er mit vielen Vorschusslorbeeren.
23.06.2020 - 16:38 Uhr Kommentieren
Bei ABB musste der 56-Jährige wegen interner Machtkämpfe gehen. Quelle: Bloomberg
Ulrich Spiesshofer

Bei ABB musste der 56-Jährige wegen interner Machtkämpfe gehen.

(Foto: Bloomberg)

München, Wien Als Ulrich Spiesshofer im vergangenen Jahr beim Schweizer Technologiekonzern ABB seinen Hut nahm, twitterte der CEO zum Abschied: „It's time to say goodbye.“ Inzwischen ist der Top-Manager auf dem Nachrichtenkanal nicht mehr zu finden, er kommunizierte damals in seiner Funktion als ABB-Vorstandschef.

Vielleicht passt die Twitter-Abstinenz ja auch besser zu seinem neuen Job in der kommunikativ zurückhaltenden Private-Equity-Branche. Spiesshofer wird Senior Advisor bei der Investmentgesellschaft Blackstone. Der 56-Jährige sei in der globalen Wirtschaftswelt sehr anerkannt und eine großartige Führungsfigur, sagte Blackstone-Private-Equity-Chef Joe Baratta.

Er habe in verschiedenen Sektoren die Fähigkeit bewiesen, Werte zu schaffen durch operative Transformation und durch Wachstum. Davon könnten nun auch Blackstone und die Investoren profitieren. Über die Personalie hatte zuvor das „Manager Magazin“ berichtet.

Bei ABB hatte Spiesshofer nach Machtkämpfen mitten im Umbau gehen müssen. Der Manager, der im Zürcher Nobelvorort Zollikon lebt, setzte lange auf Synergien im integrierten Technologiekonzern. Doch die Investoren drängten auf eine stärkere Fokussierung, Abspaltungen und noch radikalere Umbauten, um die Performance zu verbessern. Vor allem der aktivistische Investor Cevian wollte die Trennung von ganzen Geschäftsbereichen.

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Standort erkennen

    Der Stratege Spiesshofer, der früher für AT Kearney und Roland Berger arbeitete, habe sich nicht von einem Trend leiten lassen wollen, sagt ein Insider. Doch mittelfristig sei es fast immer unmöglich, sich gegen den Markt zu stellen. „Wenn dann die Ergebnisse nicht stimmen, wird es schwierig.“

    Treiber der Digitalisierung

    Am Ende kam Spiesshofer seinen Kritikern mit dem Verkauf der Stromnetzsparte entgegen. Doch es war wohl zu spät. Auch die investierte schwedische Familie Wallenberg unterstützte die Entscheidung des Verwaltungsrats, den Mann an der Spitze auszutauschen.

    Bei ABB hat Spiesshofer in vielen Jahren viel angestoßen. Innerhalb des Konzerns startete Spiesshofer zudem ein Sparprogramm und trieb die Digitalisierung voran. Die Übernahme des österreichischen Automationsspezialisten Bernecker & Rainer Industrieelektronik (B&R) für annähernd zwei Milliarden Euro galt im Markt als wichtiger strategischer Impuls für ABB. Spiesshofer wollte nicht als Sparkommissar in die Konzerngeschichte eingehen.

    Seine Deals inszenierte der gebürtige Schwabe mit Geschick. Um den Zukauf in der Alpenrepublik zu verkünden, gab Spiesshofer damals in Linz eine Pressekonferenz mit Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). „B&R ist eine Perle in der Welt der Maschinen- und Fabrikautomation“, jubelte der ABB-Chef vor laufenden Kameras.

    Qualitäten als Menschenfänger

    Der CEO und der Regierungschef verstanden sich auf Anhieb. „Wir sind sehr froh über das Investment. Es ist eine gute Entscheidung für Österreich, denn es entstehen tausend Arbeitsplätze“, sagte der Kanzler aus Wien damals dem Handelsblatt.

    Der stets freundliche Spiesshofer kann ein großer Menschenfänger sein, wenn er nur will. Bernecker & Rainer ist in der Fabrik- und Maschinenautomatisierung aktiv, einem Markt, in dem ABB zuvor kaum aktiv war.

    Vielleicht habe Spiesshofer zu viele Baustellen bei ABB auf einmal angepackt, meint einer aus dem Umfeld: „Die Mannschaft kommt dann nicht immer mit.“ Ein Betrugsfall in Korea sorgte für zusätzlichen Ärger.

    Doch geschätzt wurde promovierte Wirtschaftsingenieur, der 2005 zu ABB gewechselt war und den Konzern sechs Jahre führte, von vielen. So waren viele bei ABB gespannt, wo der gebürtige Aalener wieder auftauchen würde. Schließlich bringt der Manager mit deutschem und Schweizer Pass viel Erfahrung in Zukunftsbranchen wie der Energietechnik und der Robotik mit.

    Nun wurde es also Blackstone, das bei ABB investiert war. Er habe Blackstones fokussierten und branchenorientierten Investitionsansatz lange bewundert, ließ Spiesshofer zu seinem Engagement verlauten.

    Mehr: Wie Privatanleger jetzt in Private Equity investieren können.

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