Umstrittene Unternehmenspraktiken Die sieben Todsünden des Kapitalismus

Nicht alles, was legal ist, ist auch legitim: Mit umstrittenen Praktiken untergraben Firmen ihre Akzeptanz in der Gesellschaft. Die schlimmsten Sünden – von Exzessen im Management bis zu alltäglicher Verbrauchertäuschung.
Vergoldeter Abschied aus dem Vorstand. Quelle: dpa
VW-Aufseher Pötsch

Vergoldeter Abschied aus dem Vorstand.

(Foto: dpa)

1. Maßlosigkeit – Viel Geld, wenig Leistung

Der Tag, an dem die Deutschen das Vertrauen in die Bodenhaftung ihrer Wirtschaftsführer verloren haben, lässt sich ziemlich genau datieren. Es war der 4. Februar des Jahres 2000. In der Chefetage des damals noch existierenden Mannesmann-Konzerns in Düsseldorf traf eine kleine Gruppe von Aufsichtsräten eine folgenschwere Entscheidung. Die Herren verteilten 25 Millionen Euro als sogenannte Anerkennungsprämie an den Vorstandsvorsitzenden Klaus Esser und weitere Spitzenmanager. Esser allein sollte 16 Millionen Euro außer der Reihe bekommen. Das löste einen der spektakulärsten Wirtschaftsprozesse in der deutschen Geschichte aus.

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