Unternehmensgewinne Europa steigt zum Profit-Weltmeister auf

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Scarlett Johansson in einer Kampagne für das Luxuslabel Moet & Chandon des französischen Konzerns LVMH

Scarlett Johansson in einer Kampagne für das Luxuslabel Moet & Chandon des französischen Konzerns LVMH

Demgegenüber steigerten die amerikanischen Unternehmen die wichtige Kennzahl nur von 6,1 auf 7,2 Cents. Die 57 deutschen Unternehmen unter den Top 500 erzielten allerdings im Schnitt "nur" eine Netto-Umsatzrendite von 4,7 Prozent. Für deutsche Verhältnisse ist das jedoch beachtlich - nur im Boomjahr 2007 waren die Unternehmen noch erfolgreicher.

Doch in den meisten anderen Ländern wirtschafteten die Firmen profitabler. "Viele international starke Unternehmen trifft die Krise im Heimatmarkt kaum", sagt Matthias Thiel von der Hamburger Privatbank M.M. Warburg. So erreichten die 90 britischen Unternehmen eine Durchschnittsmarge von 7,8 Prozent, die spanischen Firmen 9,4 Prozent, die Schweizer 14,1 Prozent und die russischen Unternehmen gar 15,4 Prozent. Selbst die italienischen Unternehmen erreichten höhere Renditen als die deutschen.

In Frankreich erzielten die Luxusfirmen LVMH und L'Oréal Renditen von mehr als zehn Prozent. In Spanien ragen der Bauriese Ferrovial, der Versorger Endesa und die Telefónica mit Margen von über 14 Prozent heraus, in Italien wirtschafteten der Logistiker Atlantia und der Stahlproduzent Tenaris hochprofitabel. Umsatzrenditen von mehr als 30 Prozent fuhren der Schweizer Nahrungsmittelhersteller Nestlé, der russische Logistiker Transneft, die französische Hotelgruppe Accor und der luxemburgische Telekomspezialist Millicom International Cellular ein.

Unter den zehn renditestärksten Unternehmen mit Margen zwischen 27 und über 100 Prozent findet sich keine deutsche Firma. Mit dem Chiphersteller Infineon, der Softwareschmiede SAP, der Senderkette Pro Sieben Sat. 1 und dem Siliziumspezialisten Wacker Chemie schaffen nur vier deutsche Unternehmen Umsatzrenditen von mehr als zehn Prozent.

Die Ursache sind "natürliche Nachteile": In Deutschland agieren viele Unternehmen in renditearmen Branchen wie Automobil und Maschinenbau. "Hierzulande gibt es kaum Firmen aus Bereichen mit hohen Margen wie Öl, Luxus und Gesundheit, dafür viele aus Segmenten mit traditionell niedrigen Renditen", sagt Andreas Hürkamp von der Commerzbank. Konzerne wie der Chemiehersteller BASF, die Autobauer Daimler und VW, der Elektronikriese Siemens und der Markenkonzern Henkel erzielten 2010 zwar geringe Renditen im Vergleich zur margenträchtigen Öl- oder Luxusbranche - aber extrem starke Renditen innerhalb ihrer Branche.

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