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Unternehmer mit Parteibuch Alibaba-Gründer Jack Ma ist Chinas reichster Kommunist

Jack Ma wird von der Führung in Peking als herausragendes KP-Mitglied gefeiert. Dabei ist der Unternehmer Teil einer Propaganda-Strategie.
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Der Alibaba-Gründer ist reich – und Mitglied der KP. Quelle: AP
Jack Ma

Der Alibaba-Gründer ist reich – und Mitglied der KP.

(Foto: AP)

BerlinVor vierzig Jahren leitete die Volksrepublik ihre wirtschaftliche Öffnung ein. Reformarchitekt Deng Xiaoping schaffte die Basis für den Aufstieg der heute zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, indem er den Zugriff der Partei auf die Wirtschaft schrittweise zurückfuhr. Gerne feiert die Kommunistische Partei (KP) Chinas die Reformen damit, dass sie Vorzeige-Kapitalisten als glühende KP-Anhänger präsentiert. So weit, so normal.

Doch in der Liste von 100 herausragenden Persönlichkeiten unter den KP-Unterstützern, die das Parteiorgan „Volkszeitung“ veröffentlichte, ist auch der Alibaba-Gründer Jack Ma. Der 54-Jährige hatte zwar nie einen Hehl daraus gemacht, in engem Kontakt mit der chinesischen Parteiführung zu stehen. Bislang hatte er jedoch nicht öffentlich bestätigt, dass er selbst ein Parteibuch besitzt. Nun nahm ihm diese Aufgabe die Parteizeitung ab. Alibaba war auf Anfrage für eine Bestätigung nicht erreichbar.

Überraschend wäre die Nachricht jedoch nicht. Fast alle wichtigen Unternehmenslenker in China haben ein Parteibuch. Mit 89 Millionen Mitgliedern ist die Kommunistische Partei Chinas die größte Parteiorganisation der Welt. Wer in China Geschäfte machen will, braucht einen engen Draht in die Politik. In der Liste der Parteizeitung finden sich viele bekannte Namen. Darunter auch die der beiden wichtigsten Konkurrenten von Jack Ma: Baidu-Gründer Robin Li und Tencent-Gründer Pony Ma.

Im Gegensatz zu Jack Ma werden die beiden in der Liste zwar nicht ausdrücklich als Parteimitglieder gekennzeichnet. Allerdings treten beide oft als Unterstützer der Partei auf. Erst vergangene Woche sagte Robin Li in einem Interview: „Wenn die Wirtschaft nicht die vergangenen 40 Jahre schnell gewachsen und die Zahl der Internetnutzer in China von acht auf 800 Millionen gestiegen wäre, gäbe es heute kein Baidu.“ Dieser Erfolg sei der Führung und den Reformen der Partei zu verdanken.

Der Aufstieg der Internetunternehmer Jack Ma, Robin Li und Pony Ma ist tatsächlich eng mit der Regierungspolitik verbunden. Der Staat baute das schnelle Internet landesweit aus. Gleichzeitig sperrt Peking globale Konkurrenten aus dem chinesischen Markt aus oder machte ihnen das Geschäft so schwer, dass sie sich freiwillig zurückzogen. Heute sind weder Facebook noch Google oder Twitter in China vertreten.

Reich mit Marx und Engels Quelle: Bloomberg
Alibaba-Gründer Jack Ma

Reich mit Marx und Engels

(Foto: Bloomberg)

Jack Ma baute Alibaba von 1999 an nach dem Vorbild von Ebay auf und weitete das Geschäft in immer mehr Bereiche aus. Heute dominiert der Konzern den Onlinehandel in China und teilt sich das Geschäft im mobilen Bezahlen weitgehend mit den Rivalen Tencent von Gründer Pony Ma.

Mas Vermögen beträgt fast 40 Milliarden Dollar

Der Erfolg von Alibaba hat Jack Ma zum reichsten Chinesen gemacht. Die Organisation Hurun in Schanghai, die das Vermögen der Superreichen in der Volksrepublik analysiert, taxiert den Reichtum von Jack Ma und seiner Familie auf 39 Milliarden Dollar. Er hatte angekündigt, sich im September von seinem Posten als Chairman bei Alibaba zurückziehen zu wollen.

Im Ausland weicht Ma oft aus, wenn er nach seiner Beziehung zur chinesischen KP gefragt wurde. Auf globalen Konferenzen benutze er mehrfach die Formulierung: „Die Regierung lieben, aber nicht heiraten.“ In chinesischen Medien wurde am Dienstag ein Mann zitiert, der sich als ehemaliger Klassenkamerad von Jack Ma ausgab und sagte, Ma sei bereits in seiner Schulzeit der Kommunistischen Partei beigetreten.

Die Bekanntgabe fällt in eine Zeit, in der die chinesische Führung ihren Zugriff auf die Internetunternehmen ausweitet. Peking will ab dem Jahr 2020 ein landesweites Überwachungssystem einführen. Alibaba, Baidu und Tencent werden als Technologiepartner geführt.

Der US-amerikanische Chinaexperte Bill Bishop wertete die Bekanntgabe der Parteimitgliedschaft von Jack Ma als Beleg für die zunehmende Kontrolle der chinesischen Führung über die Wirtschaft. „Es ist eine Erinnerung, dass Alibaba seine Nähe zur Partei pflegen muss“, sagte Bishop dem Magazin „Business Insider“.

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