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Ursula Gather Chefin der Krupp-Stiftung will Thyssen-Aufsichtsrat nicht leiten

Zuletzt stand Ursula Gather massiv in der Kritik. Spekulationen, sie wolle die Nachfolge von Aufsichtsratschef Lehner antreten, weist sie zurück.
17.07.2018 Update: 17.07.2018 - 15:02 Uhr Kommentieren
Chefin der Krupp-Stiftung will nicht Thyssen-Aufsichtsrat leiten Quelle: Imago
Ursula Gather

Den Posten von Aufsichtsratschef Lehner will Gather nicht übernehmen, jedoch bei der Neubesetzung des Postens konstruktiv mitwirken.

(Foto: Imago)

Düsseldorf Die Chefin der Krupp-Stiftung, Ursula Gather, hat Spekulationen zurückgewiesen, sie wolle die Nachfolge von Thyssen-Krupp-Aufsichtsratschef Ulrich Lehner antreten. Sie werde stattdessen in konstruktiver Zusammenarbeit mit den Vertretern des Kontrollgremiums an der Neubesetzung des Postens mitwirken, teilte die Stiftung am Dienstag mit.

Lehner legt zum Ende des Monats den Aufsichtsratsvorsitz bei dem Stahl- und Industriegüterkontern nieder. Damit hat sich die Führungskrise bei Thyssen-Krupp verschärft. Zuvor hatte bereits Vorstandschef Heinrich Hiesinger das Handtuch geworfen.

Gather dankte Lehner, der am Montag seinen Rücktritt aus dem Gremium mit einer mangelnden Unterstützung durch die großen Aktionäre begründet hatte. „So sehr die Kruppstiftung seine Entscheidung respektiert, so sehr bedauern wir sie – gerade im gegenwärtigen Moment.“

Gather versicherte in der Mitteilung erneut, die Stiftung werde den Auftrag, „die Einheit des Unternehmens möglichst zu wahren, auch weiterhin verantwortlich wahrnehmen“. Die Mathematikprofessorin war erst zum Jahresbeginn in den Aufsichtsrat eingezogen. Die Krupp-Stiftung ist mit 21 Prozent größter Einzeleigentümer des Unternehmens und hat zwei Sitze im Aufsichtsrat.

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    Die von dem 1967 gestorbenen letzten Firmenerben, Alfried Krupp, gegründete Stiftung kann dabei ihre Vertreter ohne Wahl durch die Hauptversammlung in das Kontrollgremium entsenden. Ihr Anteil am Konzern war in den vergangenen Jahren zugleich aber immer weiter gesunken.

    Zuletzt war die nach dem Tod des Krupp-Patriarchen Berthold Beitz angetretene Stiftungschefin Gather ins Zentrum der Kritik geraten. Beschäftigte warfen ihr mangelnde Rückendeckung für die Konzernspitze im Konflikt mit den einflussreichen Investoren vor. Sowohl Lehner als auch Hiesinger hatten ebenfalls über zu wenig Rückhalt im Kreis der Anteilseigner geklagt. Lehner hatte dabei sogar ausdrücklich auf eine drohende Zerschlagung des Konzerns hingewiesen.

    An der Börse machte sich derweil Vorfreude vor einer möglichen Zerschlagung von Thyssen-Krupp breit. Die Aktie schnellte am Dienstag zunächst an die Dax-Spitze, zeitweise legte sie um mehr als 8 Prozent zu. Ein Händler mutmaßte, dass allein die Aufzugsparte mehr wert sei als der gesamte aktuelle Börsenwert von Thyssen-Krupp. Derzeit beträgt dieser etwas mehr als 13 Milliarden Euro.

    Umbruch bei Thyssen-Krupp – „Lehner steht für acht Verlustjahre“

    Der Rücktritt Lehners sei Wasser auf die Mühlen derer, die unter einer neuen Führung auf mehr Offenheit gegenüber Anteilsverkäufen setzen, schrieb Commerzbank-Analyst Ingo-Martin Schachel. Er verwies darauf, dass Lehner die vielgliedrige Konzernstruktur bis zuletzt verteidigte, während Großaktionäre wie die Finanzinvestoren Cevian oder Elliott auf eine Aufspaltung dringen.

    Cevian verwaltet für internationale Anleger derzeit ein Vermögen von rund 13 Milliarden Euro. Die schwedische Gesellschaft hält inzwischen gut 18 Prozent der Thyssen-Krupp-Anteile und ist nach der Stiftung zweitgrößter Aktionär.

    Da mit Lehner ein langjähriger Unterstützer Hiesingers gehe, dürften die „aktivistischen“ Investoren aus dem derzeitigen Machtvakuum wohl siegreich hervorgehen, glaubt Branchenexperte Analyst Seth Rosenfeld.

    • rtr
    • dpa
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