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US-Milliardär Microsoft-Mitgründer Paul Allen gestorben

Der Mitgründer des Softwarekonzerns Microsoft wollte tüfteln, Gutes tun und Spaß haben. Jetzt hat er mit 65 Jahren den Kampf gegen den Krebs verloren.
Update: 16.10.2018 - 19:23 Uhr Kommentieren

Microsoft-Mitgründer Paul Allen ist tot

San FranciscoEs war im Jahr 1975, als alles begann. Damals hatte Paul Allen, 22, mit seinem Kindheitsfreund Bill Gates, 19, eine Firma gegründet. Die beiden Jungs, die sich auf einer Privatschule in Seattle kennen gelernt hatten, einte ihre Begeisterung für den Computer – ansonsten hatten sie nicht viel gemeinsam.

Allen war der Denker, der Ideengeber, Gates der Praktiker, das Vertriebsgenie. Sie begannen, Software zu programmieren. Heute ist aus dem, was 1975 begann, das Weltunternehmen Microsoft geworden. Und aus den Gründern Milliardäre.

Doch Allen verließ den Softwarekonzern bereits Anfang der 1980er-Jahre, nachdem bei ihm Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert worden war. Vor knapp zehn Jahren erkrankte er erneut, wehrte sich aber standhaft gegen die Erkrankung. Zu Monatsbeginn allerdings berichtete der 65-Jährige, dass er abermals erkrankt sei. Wie die Familie mitteilte, starb er am Montag.

Sein langjähriger Weggefährte Bill Gates zeigte sich erschüttert: „Von den ersten Kindertagen in der Schule bis zu jüngsten gemeinsamen gemeinnützigen Projekten war Paul ein wahrer Freund und Partner. Ohne ihn würde Personal Computing heute nicht existieren.“ Auch die Führung von Microsoft würdigte ihren Mitbegründer. Auf die ihm eigene ruhige und hartnäckige Art habe Allen „magische Produkte, Erfahrungen und Institutionen geschaffen und so die Welt verändert“, erklärte Konzernchef Satya Nadella.

Der Durchbruch für Allen und Gates und damit für Microsoft kam 1980, als IBM in den Markt für Microcomputer, wie die späteren PCs damals noch genannt wurden, einstieg und ein passendes Betriebssystem suchte. Gates und Allen gingen frech die Wette ihres Lebens ein und unterschrieben den Vertrag, ohne ein Produkt zu haben. Allen trieb ein rudimentäres Betriebssystem auf, kaufte es und nannte es MS-DOS.

In den späten 1990ern lief Microsofts Software auf 90 Prozent aller Desktop-Computer weltweit, IBM wurde zum Inbegriff des „PCs“.

Allen blieb nur acht Jahre bei Microsoft, die Jugendfreundschaft zu Gates erkaltete, bei der Entwicklung von Windows oder Office war er schon nicht mehr dabei. In seinen Memoiren „Idea Man“ erinnerte er sich an eine belauschte Konversation zwischen Gates und dessen neuem starkem Mann, Steve Ballmer. Die beiden hätten geplant, Allens Anteil am Unternehmen über Aktientricks zu vermindern. Er leiste nicht genug.

Doch Allen wehrte sich, behielt seine Anteile, und das verbliebene Aktienpaket reichte, um ihn über die Jahrzehnte zu einem der reichsten Menschen der Welt zu machen. Sein Vermögen wurde bis heute auf deutlich über 20 Milliarden Dollar geschätzt. Sein größtes einzelnes Investment war der Kauf von 18,5 Prozent des Animationsstudios Dreamworks. Allens Immobilienfirma Vulcan baute einen Großteil des Amazon-Campus in Seattle.

Allen wusste nicht nur zu investieren, er verstand es auch, seinen Wohlstand zu genießen und dabei noch Gutes zu tun. Seine 126 Meter lange Motorjacht „Octopus“ rangiert unter den Top 20 der Welt. Zugleich spendete Allen mehr als zwei Milliarden Dollar für verschiedene wohltätige Belange, etwa den Schutz der Ozeane.

Zudem war er Besitzer des American-Football-Klubs Seattle Seahawks und der Basketballmannschaft Portland Trail Blazers. Der größte sportliche Erfolg war 2014 der Gewinn des „Super Bowl“ mit den Seahawks. Vor allem war er seiner Heimatstadt verbunden, rettete alte Architekturdenkmäler und baute das „Museum der Popkultur“.

2018, als Jeff Bezos, Amazon-Gründer und mit rund 150 Milliarden Dollar Vermögen reichster Mensch der Welt, erfolgreich eine neue Steuer in Seattle bekämpfte, die für den sozialen Wohnungsbau genutzt werden sollte, spendete Allen plakativ 30 Millionen für einen Wohnkomplex für Geringverdiener.

Seine Schwester Jody Allen würdigte ihren Bruder so: „Die meisten mögen Paul Allen als Technologen und Wohltäter kennen, doch für uns war er ein heiß geliebter Bruder und Onkel, ein außerordentlicher Freund.“

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