Vergleich Middelhoff und Esch einigen sich

Rund drei Millionen Euro hatte der umstrittene Fondsmanager Josef Esch vom Ex-Arcandor-Chef gefordert. Es ging um Unterhaltskosten für Middelhoffs Luxusjacht. Jetzt haben sich die Parteien überraschend geeinigt.
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Thomas Middelhoff (Bild) und Josef Esch haben sich außergerichtlich geeinigt. Quelle: dpa

Thomas Middelhoff (Bild) und Josef Esch haben sich außergerichtlich geeinigt.

(Foto: dpa)

BielefeldDer frühere Arcandor-Chef Thomas Middelhoff und sein ehemaliger Vermögensverwalter Josef Esch streben eine außergerichtliche Einigung an. Beide Seiten hätten sich im Streit um Millionenkosten der Middelhoff-Luxusjacht Medici und Flugkosten verglichen, sagte Middelhoffs Anwalt Winfried Holtermüller der Nachrichtenagentur dapd am Dienstag. Auch die weitergehenden Differenzen sollten einvernehmlich im Rahmen eines Gesamtvergleichs beigelegt werden.

Eigentlich hatte am Mittwoch das Bielefelder Landgericht über Forderungen Eschs und anderer Beteiligter an Middelhoff in einer Gesamthöhe von rund drei Millionen Euro verhandeln sollen. Ein Gerichtssprecher sagte, der Termin werde nun voraussichtlich aufgehoben.

Im Mittelpunkt des Verfahrens standen Chartergebühren und Unterhaltskosten für Middelhoffs 33 Meter lange Luxusjacht „Medici“ vom Typ Mangusta 108 in Höhe von 2,4 Millionen Euro. Middelhoff selbst erhebt seinerseits allerdings hohe Schadenersatzforderungen gegen Esch, weil er sich durch seinen ehemaligen Vermögensverwalter massiv geschädigt fühlt.

„Thomas, so geht es nicht.“
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Sieht so "Deutschlands gierigster Manager" aus? So wurde Thomas Middelhoff zumindest von der "Bild"-Zeitung am 20. April 2010 bezeichnet. Da war bekannt geworden, dass der bei Arcandor hinausgeworfene Arcandor-Chef eine Millionen-Abfindung und einen hohen Bonus bekommt. Jahrelang gingen die Meinungen über ihn weit auseinander. Einige lobten Middelhoff überschwänglich, Andere verurteilten ihn. Eine Übersicht... Foto: dpa

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Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Erstrecht gilt das für Thomas Middelhoff. Am 25. Januar 2007 hatte er behauptet: "Die finanzielle Rettung des Unternehmens ist gelungen." Gemeint war natürlich Arcandor. Foto: dpa

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"Herr Middelhoff war an den Fehlern, die Quelle in die Insolvenz geführt haben, wesentlich mitbeteiligt. Er sollte jetzt besser den Mund halten. Der Insolvenzverwalter sagt uns, er habe noch nie ein Unternehmen erlebt, das finanziell so systematisch leer geräumt war wie Quelle." Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP, Foto) in einem Interview mit dem "Münchner Merkur" am 01. November 2009 auf die Frage "Der ehemalige Boss Middelhoff sagt, Quelle hätte auch durch schnelleres Handeln des Staates gerettet werden können." Foto: dpa

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"Plausibel ist da vieles nicht", sagte er. In diesem Zusammenhang verteidigte zu Guttenberg, dass nun "die persönliche Verantwortung Einzelner überprüft" werde. Der damalige Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am 21. Juni 2009. Foto: ap

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"Wir haben in den zurückliegenden Wochen beim Blick auf die erstaunlichen Konstruktionen bei Arcandor immer mal wieder die Augenbrauen hochgezogen", sagte Guttenberg weiter. Es habe offenbar Unternehmensentscheidungen gegeben, "die man nicht als zielgerichtet und erfolgsorientiert bezeichnen kann". Foto: dpa

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"Ein Vorstandsvorsitzender sollte Vorbild sein; ich habe sparsamere erlebt. Ich glaube, ich kann so viel sagen: Der dienstliche Aufwand des Vorstandes war sehr hoch. Jedenfalls sehr hoch für ein Unternehmen in der wirtschaftlichen Verfassung wie Arcandor." Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg am 16. August 2009 zur Abfindung von Thomas Middelhoff. Foto: Reuters

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"Ich würde es sehr begrüßen, wenn durch die zuständige Justiz Ihres Landes Klarheit über die juristische Bewertung der Vorgänge geschaffen werden könnte." Die damalige Bundesjustizministerin Brigitte Zypries in einem Brief an die NRW-Justizministerin Müller-Piepenkötter über die Immobiliengeschäfte von Thomas Middelhoff. Foto: dpa

Middelhoff hatte die Jacht vor fünf Jahren von der Firma UKEM GbR gemietet. Dahinter verbergen sich der frühere Aufsichtsratschef der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim, Georg Baron von Ullmann, Josef Esch, Sal.-Oppenheim-Gesellschafter Matthias Graf von Krockow und Middelhoff selbst. Allerdings hält der nur ein Prozent der Anteile an der UKEM.

Die Firma warf Middelhoff Vertragsbruch vor und forderte von ihm eine Nachzahlung einschließlich Zinsen. Doch Middelhoff sah das noch Mitte Juni ganz anders: Für ihn war der „Medici“-Vertrag keine herkömmliche Anmietung, sondern ein Mietkauf. Der Vertrag ist klar geregelt. Alle Raten dienten dazu, dass das Boot nach Vertragsende in das Eigentum von Middelhoff gelangt“, sagte sein Anwalt Holtermüller dem Handelsblatt Mitte Juni. Der Stuttgarter Advokat sprach von einem „Abzahlungskauf“.

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5 Kommentare zu "Vergleich: Middelhoff und Esch einigen sich im Jachten-Streit"

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  • @jürgen

    ich fürchte von der Sorte gibt es mehr als wir glauben!

  • Ich erlebe Middelhoff immer nur im Zusammenhang mit schlechten Nachrichten. Gibt's von dem auch was Positives zu berichten? Dieser Manager prägt für mich das Bild eines egomanischen Selbstdarstellers und Schaumschlägers... widerlich!

  • middelhoff ist ein blender.

  • Middelhoff ist mittlerweile da angekommen, wo er hongehört: Marseille-Kliniken

  • Pack schlägt sich, ....

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