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Vergütungsprognose für Aufsichtsräte Achleitner sahnt weiter ab

Rückstellungen in Milliardenhöhe und schlecht laufende Geschäfte: Während den Aktionären der Deutschen Bank beim Blick auf den Aktienkurs Tränen in die Augen steigen, verdient der Aufsichtsratschef immer noch prächtig.
23.11.2016 - 15:23 Uhr 1 Kommentar
Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank erhält auch 2016 die höchste Vergütung unter der Dax-Aufsehern. Quelle: dpa
Paul Achleitner

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank erhält auch 2016 die höchste Vergütung unter der Dax-Aufsehern.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Vorsitzenden der Dax-Unternehmen werden für 2016 im Durchschnitt 372.100 Euro verdienen. Damit steigen die Bezüge der Chefaufseher um 4,4 Prozent. Das geht aus einer Studie der Unternehmensberatung Willis Towers Watson hervor, die einmal pro Jahr die Entwicklung der Aufsichtsratsvergütung im laufenden Geschäftsjahr prognostiziert. Die höchste Gesamtvergütung zahlt der Prognose nach die Deutsche Bank: Ihr Aufsichtsratsvorsitzender, Paul Achleitner, erhält mit geschätzt 800.000 Euro fast genauso viel wie im vergangenen Jahr.

Auf Platz zwei folgt Gerhard Cromme, der von Siemens 608.000 Euro erhalten wird. Platz drei belegt Norbert Reithofer, dessen Mandat sich BMW 600.500 Euro kosten lässt. Am niedrigsten vergüten Merck (97.800 Euro), Adidas (205.300 Euro) und Thyssen-Krupp (210.000 Euro) ihre Chefaufseher.

Bei der Vergütung zeigt sich, dass ein Trend ungebrochen ist: Deutschlands Aufsichtsräte setzen auf Absicherung. In diesem Jahr werden nach einer Studie der Unternehmensberatung Willis Towers Watson schon 18 der führenden 30 DAX-Konzerne ihre Kontrolleure nur noch mit einem festen Betrag pro Jahr vergüten. Die Manager begründen das mit den steigenden Anforderungen gerade in Krisenzeiten und mit der Unabhängigkeit der Kontrollgremien. Deshalb sei eine stabile, von Gewinn oder Börsenkurs unabhängige Bezahlung sinnvoll.

Dieser Trend ist aber nicht unumstritten. „Das ist eine einfache und transparente, aber nicht unbedingt die beste Lösung“, kritisiert Ralph Lange von Willis Towers Watson. Denn Aufsichtsräte hätten zwei Aufgaben. "Erstens sollen sie die Unternehmensleitung kontrollieren – hierfür ist eine feste Vergütung passend. Zweitens sollen sie die Unternehmensplanung und die Entwicklung der Unternehmensstrategie begleiten – und dementsprechend auch bezogen auf den langfristigen Unternehmenserfolg honoriert werden“, sagt Lange.

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    Beim Verdienst sind Dax-Vorstände nur Mittelmaß
    Platz vier für deutsche Vorstände
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    Die Vorstandsvorsitzenden deutscher Unternehmen haben 2015 im Median weniger verdient als ihre Kollegen in Europas 100 größten Unternehmen. Das geht aus der Studie „CEO pay landscape in the Eurotop 100“ von Willis Towers Watson hervor, die jährlich die Gesamtdirektvergütungen von CEOs des letzten Geschäftsjahres in den nach Marktkapitalisierung führenden Unternehmen untersucht. Während 2015 im Vergleich zum Vorjahr die Vergütungen der CEOs in Europa im
    Median um rund sechs Prozent von 5,4 auf 5,8 Millionen Euro anstiegen, sanken diese in den Dax-Unternehmen von 5,1 auf 4,5 Millionen Euro. Im europäischen Vergleich reicht das für Platz vier. Danach folgen Frankreich, die Benelux-Staaten, Italien und die nordeuropäischen Länder.

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    Bestbezahlte Manager in Europa
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    Platz zehn der Dax-Chefs: Norbert Steiner
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    Nobert Steiner, der Vorstandschef des Salz- und Rohstoff-Konzerns K+S, der mittlerweile im MDax gelistet ist, hält die rote Laterne: 2015 bekam er eine Direktvergütung von 2,3 Millionen Euro, im Jahr davor verdiente er mit 2,1 Millionen Euro noch etwas weniger.

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    Jürgen Fitschen, Ex-Co-Chef der Deutschen Bank, verbuchte wegen des milliardenschweren Rekordverlusts seines Hauses die größten Einbußen. Seine „erwartete Direktvergütung“ brach um 43 Prozent auf 3,8 Millionen Euro ein.

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    Den größten Sprung machte Rice Powell, Chef des Dialyse-Konzerns Fresenius Medical Care (FMC). Sein Gehalt verdoppelte sich 2015 der Studie zufolge auf 5,4 Millionen Euro. Rechnet man die Wechselkursschwankungen heraus, ergibt sich gar ein Plus von 68 Prozent.

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    Platz sieben der Dax-Chefs: Kasper Rorstedt
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    Gut verdient hat 2015 auch der Ex-Vorstandsvorsitzende von Henkel, Kasper Rorsted. Klebstoff, Waschmittel und Kosmetika bescherten ihm eine direkte Vergütung von 5,35 Millionen Euro.

    (Foto: dpa)

    Der Berater schlägt statt einer reinen Fixvergütung vor, den Unternehmenskontrolleuren ein langfristiges variables Vergütungselement zu zahlen oder alternativ 25 Prozent der Festvergütung in virtuellen Aktien zur Auszahlung in späteren Jahren zu zahlen. So werde "die Vergütung des Aufsichtsrats am nachhaltigen und langfristigen Unternehmenserfolg ausgerichtet“. Das entspreche auch der Empfehlung des Corporate Governance Kodex.

    Im internationalen Vergleich liege die Aufsichtsratsvergütung der Dax-Aufsichtsratschefs „auf einem passenden Niveau“, heißt in der Studie. Seit 2005 seien die Bezüge der Vorsitzenden um jährlich sieben Prozent gestiegen. Die Bezahlung der Vorstandsvorsitzenden stieg im selben Zeitraum um durchschnittlich drei Prozent. Begründung: „Die Aufgaben des CEOs haben sich weniger stark verändert als die Aufgaben des Aufsichtsrats – das erklärt den geringeren Anstieg der Vorstandsvergütung“, sagt Helmuth Uder, Managing Director bei Willis Towers Watson.

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