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Verlagserbe Anklage gegen Alexander Falk wegen versuchter Anstiftung zum Mord erhoben

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Verlagserben Alexander Falk erhoben. Er soll wegen versuchter Anstiftung zum Mord vor Gericht.
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Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat Anklage gegen Falk erhoben. Quelle: dpa
Alexander Falk

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat Anklage gegen Falk erhoben.

(Foto: dpa)

FrankfurtAlexander Falks Anwalt sandte eine klare Botschaft aus: Die Vorwürfe gegen seinen Mandanten seien falsch. Und Falk werde, sobald er Akteneinsicht habe, umfassend Stellung nehmen. Position beziehen zu dem ungeheuerlichen Verdacht der Staatsanwaltschaft Frankfurt, dass der Erbe des berühmten Verlagshauses mit den ausklappbaren Stadtplänen und einst einer der 100 reichsten Deutschen, den Auftrag zu einem versuchten Mord an einem Frankfurter Anwalt gegeben haben soll.

Als der Strafverteidiger Gerhard Strate dies Anfang September sagte – Falk war knapp 24 Stunden zuvor in seinem noblen Hamburger Firmenanwesen verhaftet worden –, konnte man fast glauben, die Sache werde sich schnell zum Positiven wenden. Es kam anders.

Wie das Handelsblatt erfuhr, hat die Staatsanwaltschaft jetzt Anklage gegen Falk erhoben. Der schwieg – anders als angekündigt – lange, nahm bis dato nicht Stellung zu den Vorwürfen. Erst jetzt, mehr als drei Monate nach seiner Verhaftung, hat Falk Justizkreisen zufolge umfassende Angaben zur Sache gemacht.

Gebracht hat das dem 49-Jährigen zumindest kurzfristig nichts. Auch ein zweiter Antrag auf Haftprüfung war nicht erfolgreich. Ob Falk sich vor Gericht verantworten muss, wird nun die 22. Strafkammer des Landgerichts Frankfurt unter Vorsitz von Richter Jörn Immerschmidt entscheiden.

Gegen Falk, der bereits vor Jahren einmal in Haft saß und wegen versuchten Betrugs und Bilanzfälschung verurteilt wurde, waren in den vergangenen Monaten schwerwiegende Verdachtsmomente aufgekommen. Ein Zeuge hatte sich den Staatsanwälten mehr als acht Jahre nach dem Anschlag auf den Frankfurter Anwalt offenbart.

Zudem waren den Strafverfolgern Tonbandaufnahmen zugespielt worden, die in einem Gespräch Falks kurz nach der damaligen Attacke heimlich mitgeschnitten wurden. In diesem Gespräch, das in Istanbul mit potenziellen Geschäftskontakten stattgefunden haben soll, äußerte Falk offenbar sein Wohlwollen über den Schuss auf den Anwalt.

Dazu muss man wissen, dass der Anwalt zum Tatzeitpunkt an einer millionenschweren Klage gegen Falk arbeitete, der wegen Betrugs und Bilanzfälschung Schadensersatz zahlen sollte. Falk, der später zu 208 Millionen Euro Schadensersatz verurteilt wurde, war schon kurz nach dem Anschlag auf den Anwalt ins Visier der Fahnder gerückt, belastbare Hinweise auf seine mögliche Verwicklung gab es damals jedoch nicht.

Die nun aufgekommenen Hinweise sind allerdings offensichtlich so stichhaltig, dass sie in den Augen der Staatsanwälte eine Anklage rechtfertigen. Auf Nachfrage wollte die Behörde dies noch nicht bestätigen und äußerte sich lediglich dazu, dass die Untersuchungshaft fortbestehe.

Für das mögliche Verfahren hat sich Falk unterdessen mit einem neuen Anwalt gewappnet. Anstelle Strates setzt er seit wenigen Wochen auf den Kölner Björn Gercke, der künftig zusammen mit dem Hamburger Thomas Bliwier versuchen wird, die Vorwürfe zu entkräften.

Auf Nachfrage gab Gercke an, dass sein Mandant die Vorwürfe vehement bestreite und er zudem zuversichtlich sei, das Gericht von Falks Unschuld zu überzeugen. Der Wechsel in der Verteidigerriege kam überraschend, kennen doch Bliwier und Strate den zugrunde liegenden Fall und Falk gut. Schließlich hatten sie den tief gestürzten Hamburger Unternehmer Mitte der 2000er-Jahre bereits in dessen Verfahren wegen Betrugs und Urkundenfälschung verteidigt.

Im Mai 2008 schließlich wurde Falk dabei zu einer Haftstrafe verurteilt. Das Landgericht Hamburg sah es als erwiesen an, dass Falk zusammen mit anderen Angeklagten mit Scheingeschäften den Wert des Unternehmens Ision geschönt hatte. Falk hatte Ision, einen Anbieter von Internetzugängen, im März 2000 an den Neuen Markt der Frankfurter Börse gebracht und die Firma wenige Monate später für mehr als 760 Millionen Euro an den britischen Telekommunikationsanbieter Energis verkauft. Keine zwei Jahre später mussten sowohl Ision als auch Energis Insolvenz anmelden.

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