Verrückter Zeitvertreib Die exzentrischen Hobbys der reichen Unternehmer

Milliardenschwere Unternehmer aus den Vereinigten Staaten und aus Großbritannien spielen gern mit Luxus-Jachten und Raumschiffen. Warum die Angelsachsen ihren Reichtum stärker zur Schau stellen als Europäer.
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Der Vorstandsvorsitzende der Virgin Group, Richard Branson, an Bord seiner Jacht „Virgin Money“ vor New York. Quelle: dapd

Der Vorstandsvorsitzende der Virgin Group, Richard Branson, an Bord seiner Jacht „Virgin Money“ vor New York.

(Foto: dapd)

DüsseldorfWo Hermann Bühlbecker ist, ist der nächste Fotograf meist nicht weit. Der Inhaber des Keks-Fabrikanten Lambertz liebt es, an Society-Events teilzunehmen - von Elton Johns Aids-Stiftung über Bill Clintons Global Initiative bis hin zu den eigenen Lambertz-Feiern. Mit seiner Präsenz bei Partys werbe er nur für seine Kekse, sagt Bühlbecker.

Exzentrik ist bei Unternehmern in Deutschland nicht gern gesehen, es passt nicht zu der Vorstellung, die sich die Gesellschaft von ihren finanziell erfolgreichsten Vertretern macht. Das Leitbild sieht Bescheidenheit vor.

„Bei uns im Sauerland reinvestieren fast alle, bauen sich aber nicht reihenweise Villen. Sie jagen und sind im Schützenverein“, sagt ein Mittelständler aus Nordrhein-Westfalen. Er ist sich sicher: „Eine Segeljacht, ein Flugzeug - so etwas sollte ein Unternehmer nicht haben.“

Anders in den angelsächsischen Ländern, in den USA und Großbritannien: Exzentrische Hobbys gelten hier als Beweis für Erfolg. Microsoft-Mitbegründer Paul Allen etwa beschreibt in seiner kürzlich erschienen Autobiografie detailverliebt, wie er ein Weltraumprojekt vorantreibt, ein Football- und ein Basketballteam besitzt und sich eine Megajacht mit eigenem U-Boot bauen lässt.

Überhaupt Jachten: Auch Oracle-Gründer Larry Ellison scheut sich nicht, sich in diversen Häfen auf seinem gigantischen Freizeitschiff zu zeigen. Virgin-Gründer Richard Branson surfte gerade gar über den Ärmelkanal. Den eigenen Lebensraum zu erweitern scheint ein Urthema zu sein, das die Selfmade-Milliardäre antreibt: Neben Schiffen stehen Weltraumabenteuer und Flugzeuge oben auf ihrer Einkaufsliste. Dabei dürfte auch eine Rolle spielen, dass die meisten selbst verdienten Milliarden aus Technikfirmen stammen.

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19 Kommentare zu "Verrückter Zeitvertreib: Die exzentrischen Hobbys der reichen Unternehmer"

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  • @ DonSarkasmo

    "äähh, reicht das, oder soll ich noch mehr schreiben ? :-) "
    -----------

    Nö, reicht! :-) Mit spitzer Feder prägnant auf den Punkt gebracht! Sobald es hier jemand zu was gebracht hat, gehen das Gehechel (geht das auch mit rechten Dingen zu?) und die Neidtiraden los.
    Habe ich (alles andere als reich) was davon, wenn ich einem Multi-Millionär oder gar Milliardär seine Millionen neide? Nein! Also: So what! Leben und leben lassen! :-)
    Darüber sollten die rot-grün-sozialistischen Weltverbesserer, denen beim Hören des Wortes "Million" der Geifer aus dem Mund quillt, mal nachdenken...
    Man muß wirklich kein Freund der USA sein, manches dort ist recht bedenklich oder liegt gar im Argen. Aber hinsichtlich der neidlosen Anerkennung des Erfolges anderer, in der der Ansporn liegt, es selbst ebenfalls zu versuchen, können wir von denen noch was lernen...

    Just my 2 Cents

  • Ideen Klau gehört auch dazu,mittlerweile,zu blöd selber zu denken.

  • ...man muss natürlich unterscheiden; Viele der genannten Vermögen sind lediglich Buchwerte, zur kollektiven Neiderregung, die sich aus aktuellen Aktienkursen oder Unternehmenswerten ergeben. Sobald hier eine Verkaufswelle einsetzten sollte, oder die relevante Assetklasse einbricht, ist das dann nur noch einen Bruchteil wert (s. New economy in 2000/2001 etc.). Falls aber neben den Firmenbeteiligungen wirklich Milliarden-Liquidität auch in cash und in Sachwerten existieren sollte, liegt es natürlich nahe, dass hier ein Unternehmer auf lange Sicht für seine Stakeholder, und insbesondere sein Unternehmens-Umfeld, ZU SMART war und von Kunden mehr Geld für seine Produkte verlangen konnte als sie gekostet haben und an die Mitarbeiter weniger bezahlt hat, als sie wert waren bzw. geleistet haben. Aber beides (Absatz- und HR-Markt) sind freie Märkte und keiner, weder Kunde noch Mitarbeiter werden gezwungen, sich bei einem Virgin oder Oracle an der Vermögensmaximierung deren Inhaber zu beteiligen. Für mich sind übrigens beide Unternehmer vorbildlich und trotz oder auch wegen Ihrer extremen Leidenschaften zu einem gewissen Grad nachahmenswert!

  • In so manchem exzentrischen Snob steckt immerhin noch etwas Menschliches. Ich sah Videos über zwei Panzer-Sammler (keine Modelle!), einer in den USA, der andere in GB. Zweifellos waren beide schwer reiche Millionäre - doch im Hobbybereich waren sie wirklich menschlich. Beide hatten eigene Restaurationswerkstätten, und die Leute, die dort arbeiteten, machten eine sympathischen und natürlichen Eindruck. Beide waren - aufgrund des gemeinsamen Hobbies - zu guten Freunden geworden, und der Know-How-Transfer zwischen ihren Restaurations-Werkstätten lief einwandfrei so ab, wie es zwischen Forschungslabors sein sollte: Hatten die Leute in der einen Werkstatt schon Erfahrungen mit einem Panzer-Typen, die die anderen noch nicht hatten, dann rief man die Kollegen jenseits des Atlantiks an, und die gaben dann freundlich ihr Bestes, um mit Rat zu helfen.

    Ich denke, die beiden Supermillionäre, die Panzer-Sammler, werden im Business ganz anders sein, so, wie Business es heutzutage fordert. Doch in ihrem Hobby haben sie andere Regeln geschaffen, eine Insel der Menschlichkeit aufgebaut, die so funktioniert, wie sie es in ihrem tiefsten Innern eigentlich haben wollen.

    Dipl.-Kfm. Winfried Sobottka

    "Die Menschheit richte sich danach, was die gerechten und vernünftigen unter den Frauen am Ende des freien und für alle offenen Streites der Argumente wollen, im Kleinen, im Großen, in allem!"

  • Vieles was hier steht, macht jetzt erst so richtig Sinn.

    Jetzt verstehe ich auch, wieso die Amis pro Hackennase 50 Millionen US-Dollar an die Russen für jeden Flug zur ISS bezahlen.

    Und die Mars Mission haben die jetzt auch den Russen überlassen.

    Und all das nur deshalb, damit sie ihre P***sverlängerungen der ganzen Welt präsentieren können - wie intelligent....

  • Zur Frage "Was ist Größe" empfehle ich unbedingt:

    http://www.youtube.com/watch?v=lWapLNKry-g

    :-)

  • Tja, die Gier ....
    wie sagt Wilfried Schmickler so schön:

    Was ist das für ein Tier, die Gier? Es frisst in mir und frisst in Dir.
    Will mehr und mehr und frisst uns leer.
    Wo kommt es her das Tier und wer erschuf sie nur die Kreatur?
    Wo ist es nur das finst’re Loch aus dem die Teufelsbestie kroch?
    Die sich allein dadurch vermehrt, indem sie Dich und mich verzehrt.
    Und wann fängt dieses Elend an, dass man genug nicht kriegen kann?
    Und plötzlich einfach so vergisst dass man doch längst gesättigt ist
    Und weiter frisst, und frisst und frisst.
    Und trifft dann so ein Nimmersatt auf jemand der dann etwas hat und gar nicht braucht,
    dann will er’s auch.

    Wie, das soll’s schon gewesen sein, nein nein da geht bestimmt noch rein,
    und überhaupt da ist doch wer, der frisst tatsächlich noch viel mehr.
    Und plötzlich sind sie dann zu zweit, die Gier und ihre Brut – der Neid.

    Das bringt mich noch mal ins Grab, das der was hat was ich nicht hab,
    das der wo ist wo ich nicht bin, das will ich auch da muss ich hin.
    Warum denn der warum nicht ich, was der für sich will ich für mich.
    Der lebt in Saus und lebt in Braus, mit Frau und Hund und Geld und Haus,
    und hängt den coolen Großkotz raus wahrscheinlich alles auf Kredit.
    Der protzt und prahlt und strotzt und strahlt.
    Wie der schon steht, wie der schon geht, wie der sich um sich selber dreht.
    Und wie der aus dem Auto steigt und alle Welt den Hintern zeigt,
    blasierte Sau.
    Und seine Frau ist ganz genauso arrogant und degoutant.
    Und dann die Blagen, die es wagen die Nasen so unendlich hoch zu tragen,
    da hört er aber auf der Spaß, so kommt zu Neid und Gier der Hass.
    Und sind die erst einmal zu dritt, fehlt nur noch ein ganz kleiner Schritt,
    bis dass der Mensch komplett verroht, und schlägt den anderen halbtot.
    Und wenn Ihr fragt wer hat ihn bloß so weit gebracht,
    das hat allein die GIER gemacht.

  • Nun, schon der Titel samt Text ist 100 % germanisch.
    Ein Flugzeug, zumal wenn es geschäftlich genutzt wird, als Luxus anzusehen, das ist deutsch. Schon jenseits der Grenzen ist die Auffassung eine andere.
    Ein Helicopter in D? Schon fast undenkbar, nur Polizei und Christopherus dürfen das.
    Und um eine Megayacht zu genießen wandert man am besten aus.
    Schon geschehen.

  • Jeder wie er/sie mag. So einfach ist es.

    In den USA sind die Dimensionen einfach größer und auch der Raum zwischen den Menschen. Die Grundstücke, die Autos, die Speisen und Getränke, einfach alles.
    Nur in Ballungszentren ist es "kleiner" - halt auch europäischer.

    Ich glaube zudem, dass die europäische Kultur auch lehrt im Kleinen das Glück und den Reichtum zu sehen. Das entwickelte sich über die Jahrhunderte. USA ist dagegen relativ NEU und FRISCH. Hier wird das gelebt, was man für Geld haben kann. Hat man viel Geld, wird auomatischer Größe nach außen gelebt. Weil das so normal ist, wird es auch normaler empfunden. Kommen Phasen mit weniger Geld, wird kleiner gelebt.

    Mit "Neidkultur" hat all das weniger zu tun. Weder in den USA noch in Deutschland. Das Gefühl "groß" leben zu müssen, hat aber nicht jeder in den USA. Steve Jobs von apple lebte z.B. superbescheiden für seine Verhältnisse. Es kommt auch darauf an, was "der Kopf" einem sagt. Auch "Überschaubarkeit" kann glücklich machen - es ist nicht so einfach, alle Einflüsse zu beschreiben.

  • Ich frage mich allen Ernstes warum das Handelsblatt solch nutzlose Rankings als Aufmacher der Onlineausgabe postet?
    OK, nutzlos sind sie nicht, entfachen sie doch die maßlose und unersättliche Gier all jener "Pseuso"reichen (alles was unter 500 Millionen Euros kriecht) die dann mit ihrem "Ich-will-mehr-als-der" Gehabe die Welt erst so richtig zu dem gelebten Sauhaufen macht.
    Warum recherchiert das HB keine Hintergründe, Zusammenhänge etc.? Stattdessen leistet sie auch noch einen großen Beitrag, dass Interessantes und Wichtiges in einem großen, grauen Brei aus Belanglosigkeiten versinkt. So ein Dreck...

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