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Vincent Bolloré Korruptionsskandal – Frankreichs härtester Geschäftsmann in Polizeigewahrsam

Der Unternehmer hat sich über Jahre ein komplexes Firmengeflecht aufgebaut. Nun wird wegen Korruption bei Hafengeschäften in Afrika ermittelt.
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Frankreich: Unternehmer Vincent Bolloré wohl in Polizeigewahrsam Quelle: AFP
Vincent Bolloré

Der 66-Jährige ist als einer der gnadenlosesten Geschäftsmänner Frankreichs berüchtigt.

(Foto: AFP)

ParisVincent Bolloré ist einer der bekanntesten Geschäftsmänner Frankreichs. Als am Dienstag bekannt wurde, dass der 66-Jährige in Nanterre bei Paris in Polizeigewahrsam genommen wurde, war das neben dem Staatsbesuch von Emmanuel Macron in den USA, dem Anschlag in Toronto und der Geburt des Royal Babys Nummer drei in England die wichtigste Schlagzeile des Tages in Frankreich Es geht bei den Ermittlungen um einen Bestechungsverdacht bei der Vergabe von Hafenkonzessionen in Afrika.

Die französischen Ermittler versuchen herauszufinden, ob der Werbekonzern Havas, an dem Bolloré beteiligt ist, Wahlkampagnen von Politikern unterstützte, die dann im Amt in den Jahren 2010 und 2011 der Bolloré-Gruppe Hafenkonzessionen in Togo und Guinea zusprachen.

Schon vor zwei Jahren wurden in dem Zusammenhang Büros von Bolloré in Puteaux bei Paris durchsucht, die Vorermittlungen waren bereits 2012 aufgenommen worden. Bollorés Unternehmen teilte mit, es habe keine „Unregelmäßigkeiten“ in Afrika gegeben.

Die Gruppe von Bolloré ist ein kompliziertes, sich ständig änderndes Geflecht aus Holdings und Beteiligungen mit einem Umsatz von 18,3 Milliarden Euro im Jahr 2017. Bolloré übernahm 1981 das mittlerweile fast 200 Jahre alte Unternehmen seiner Familie, das Papier herstellte, und baute daraus einen einflussreichen Konzern. Der Konzern deckt die Bereiche Transport, Logistik, Energiespeicherung und Kommunikation ab und beschäftigt 80.000 Personen.

Bolloré ist zwar viel auf dem Medienmarkt unterwegs, unter anderem mit einer Beteiligung am Medienkonzern Vivendi, zu dem der Bezahlsender Canal plus gehört. Aber seit einem Jahrzehnt hat er auch zunehmend im florierenden Hafengeschäft in Afrika, vor allem in West- und Zentralafrika investiert. Sein Konzern Bolloré ist der größte Hafenbetreiber in Afrika. In der Region haben die Länder in ihre Häfen investiert, um den zunehmenden Verkehr zu bewältigen. Bolloré witterte seine Chance, schnell viel Geld zu verdienen.

Der Herr mit der gepflegten grauen Fönfrisur ist als einer der gnadenlosesten Geschäftsmänner Frankreichs berüchtigt. Es heißt, der Marathonläufer und Vater von vier Kindern habe ein unberechenbares Temperament. Er kauft Aktien von Unternehmen, die unterbewertet sind und versucht mit seinen Beteiligungen möglichst viel Profit zu machen. Nach Schätzungen des US-Magazins „Forbes“ beträgt das Vermögen von Vincent Bolloré und seiner Familie rund 7,2 Milliarden US-Dollar (knapp 5,9 Milliarden Euro).

Als bekannt wurde, dass er von der Polizei verhört wird, fielen die Aktien seiner Gruppe Bolloré sofort um über acht Prozent. Erst vor wenigen Tagen hat Vincent Bolloré überraschend seinen Posten als Chairman bei dem Mediengiganten Vivendi aufgegeben. Nachfolger wurde sein Sohn Yannick Bolloré. Das sorgte schon für Spekulationen, als habe Bolloré geahnt, was ihm drohte.

Das sind die reichsten Menschen der Welt
18. Platz: Francoise Bettencourt-Meyers
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Nachdem Liliane Bettencourt im September 2017 starb, erbte ihre Tochter das L’Oréal-Vermögen. 42,2 Milliarden Dollar machen Francoise Bettencourt-Meyers zur zweitreichsten Frau der Welt.

Die „Forbes“-Zahlen sind nur Schätzungen, die aber auf einem der weltweit aufwendigsten Schätzverfahren basieren und in der Branche als weitgehend zuverlässig gelten.

17. Platz: Ma Huateng
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Der 46-jährige Chinese entwickelte den in Asien populären Messenger „Tencent QQ”. Damit erreicht er nicht nur fast eine Milliarde Nutzer, sondern erwirtschaftete auch ein Privatvermögen von 45,3 Milliarden Dollar. Im März 2017 waren es noch 20 Milliarden US-Dollar weniger.

16. bis 14. Platz: Alice, Jim und Robson Walton
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Walmart, die größte Supermarktkette der Welt, macht auch die Erben reich: Jim Walton (links) bringt es 2018 auf 46,4 Milliarden Dollar und überholt im Vergleich zum Vorjahr seine beiden Geschwister Sam Walton (Platz 15: 46,2 Milliarden Dollar) und Alice Walton (Platz 16: 46 Milliarden Dollar).

13. Platz: Sergey Brin
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Google-Mitgründer Sergey Brin ist Präsident der Dachgesellschaft Alphabet und gilt als Kritiker der Einwanderungspolitik von US-Präsident Trump. Das Vermögen des gebürtigen Russen, der im Alter von fünf Jahren mit seinen Eltern in die USA auswanderte, beläuft sich auf satte 47,5 Milliarden Dollar. Ein Vielfaches mehr, als der derzeitige US-Präsident besitzt (3,1 Milliarden Dollar laut „Forbes“).

12. Platz: Larry Page
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Nachdem sie sich an der Stanford University kennen gelernt hatten, gründete Page gemeinsam mit Sergey Brin Google. Heute ist der 44-Jährige Vorstandschef der Google-Muttergesellschaft Alphabet und belegt mit einem Vermögen von 48,8 Milliarden Dollar (2017: 40,7 Milliarden Dollar) den zwölften Platz.

11. Platz: Michael Bloomberg
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Der Gründer des gleichnamigen Medienkonzerns und ehemalige Bürgermeister von New York konnte sein Vermögen im vergangenen Jahr auf nunmehr 50 Milliarden Dollar leicht steigern.

10. Platz: Larry Ellison
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Das Vermögen des Oracle-Gründers hat turbulente Zeiten hinter sich. Im Jahr 2000 belief es sich auf 58 Milliarden Dollar. Während der Dotcom-Krise ein Jahr später verlor er jedoch mehr als die Hälfte seines Kapitals. 2018 ist er wieder bei 58,5 Milliarden Dollar angekommen.

Bolloré wurde nur wenige Wochen nach seinem Freund Nicolas Sarkozy in Nanterre in Polizeigewahrsam genommen. Bei dem französischen Ex-Präsidenten ging es um eine Wahlspendenaffäre. Der bretonische Geschäftsmann war außer mit Sarkozy auch mit Silvio Berlusconi befreundet. Sarkozy geriet durch ihn gleich zu Anfang seiner Präsidentschaft in Misskredit. Denn er verbrachte 2007 Milliardärsferien auf der Jacht von Bolloré vor Malta und hatte damit seinen Ruf als Bling-Bling-Präsident weg.

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