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Von Jeff Bezos bis Kylie Jenner Die neuen Milliardäre – Wie Superreiche die Welt verändern

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Gautam Adani: Modis guter Freund
Quelle: The New York Times//Redux/laif, Getty Images, action press
(Foto: The New York Times//Redux/laif, Getty Images, action press)

Es darf ruhig prunkvoll sein, wenn in Indien Hochzeit gefeiert wird. Doch ein von Milliardär Gautam Adani gegebenes Fest sprengte selbst indische Dimensionen. Als der Milliardär zur Trauung seines Sohnes Karan einlud, feierten 22 000 Gäste drei Tage lang – unter anderem in Goa.

Dabei gilt Adani in seinem Heimatland noch als vergleichsweise bescheidener Milliardär. So ist sein Anwesen in seinem Geburtsort Ahmedabad zwar groß, aber eher schlicht. Und auch seine Autosammlung oder die drei Privatjets eignen sich nicht dazu, seine indischen Milliardärskollegen zu beeindrucken. Derartige Statussymbole sind unter Indiens Superreichen Standard.

Aktuell wird Adanis Vermögen laut „Forbes“-Liste auf 8,7 Milliarden US-Dollar beziffert. Laut „Forbes“ tummeln sich 106 Milliardäre auf dem Subkontinent. Die heutigen Schwerreichen haben sich fast alle ihr Vermögen in den Boomjahren des vergangenen Jahrzehnts erarbeitet.

Entscheidend für den Erfolg der indischen Milliardäre sind dabei ihre politischen Kontakte – wobei es dabei nicht immer nach Recht und Gesetz zugeht. Selbst die als relativ „sauber“ geltenden Unternehmer der IT-Branche sind in zahlreiche Korruptionsskandale und Spendenaffären verwickelt. Zur Rechenschaft gezogen werden sie selten.

Dabei versteht Milliardär Adani das Spiel mit den Politikern so gut wie kaum ein Zweiter. Denn viele seiner Unternehmungen wären ohne staatliche Aufträge, Steuerrabatte, Konzessionen oder Anschubfinanzierungen nicht möglich gewesen. Heute gehören dem 56-Jährigen Häfen, Krankenhäuser, Minen und Industrieparks. Selbst im Rüstungsgeschäft mischt er mit, baut gemeinsam mit dem schwedischen Konzern Saab Kampfflugzeuge für die indische Luftwaffe.

Adanis mächtigster Verbündeter ist Indiens Ministerpräsident Narendra Modi, der zuvor Regierungschef in Adanis Heimatbundesstaat Gujarat war. Es dürfte kaum ein Zufall gewesen sein, dass der Politiker dem Unternehmer zu seinem wohl wichtigsten Projekt verhalf: einem riesigen Hafen samt Industriepark in Gujarat bei Mundra.

Laut indischen Medienberichten soll Adani das Land von Modi praktisch umsonst bekommen und dann teuer vermietet haben. Im Jahr 2009 erklärte Gujarats Regierung das Gebiet dann auch noch zur Sonderwirtschaftszone mit vergünstigten Steuersätzen. Als Regierungschef schließlich ließ Modi auch noch eine Umweltstrafe gegen das Projekt fallen.

Es gibt wohl kaum einen Vorwurf, der Adanis Firmenimperium nicht schon gemacht wurde: Korruption, Geldwäsche, Steuerhinterziehung. Dennoch: Auf höchst mysteriöse Weise wurden viele Verfahren eingestellt, andere ziehen sich in unerklärbare Länge.

Dazu zählt etwa der Vorwurf der indischen Anti-Schmuggel-Behörde gegen Adanis Unternehmen, 750 Millionen Euro erschwindelt zu haben: Zu hohe Importpreise für Kohle seien angegeben worden, um höhere Strompreise zu verlangen. Das Verfahren läuft seit zehn Jahren.

Frederic Spohr

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1 Kommentar zu "Von Jeff Bezos bis Kylie Jenner: Die neuen Milliardäre – Wie Superreiche die Welt verändern"

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  • Rund drei Viertel der chinesischen Milliardäre haben sich ihr Vermögen "ganz allein erarbeitet". Ich nenne sowas Mystifizierung und widersprechen. Sowas kann man nicht erarbeiten und schon gar nicht alleine. Erarbeiten lassen wäre die Richtige Umschreibung. Diese Milliardäre haben lediglich die Produktionsmittel bereitgestellt "gearbeitet" haben andere und diese sind dadurch nicht mal Millionär geworden.