Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Vordenker

Vordenker Andreas Schneider „Die besten Mitarbeiter wollen Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen“

Andreas Schneider ist Teil des Vordenker-Jahrgangs 2019. Wie der Vimcar-Gründer mit seinen Mitarbeitern umgeht und mit welcher App er bei Stress entspannt.
Kommentieren
Sein Start-up Vimcar erspart Dienstwagenfahrern das lästige Mitschreiben im analogen Fahrtenbuch, wenn man das Auto nach Feierabend auch privat nutzt. (Credit: Vimcar)
Andreas Schneider

Sein Start-up Vimcar erspart Dienstwagenfahrern das lästige Mitschreiben im analogen Fahrtenbuch, wenn man das Auto nach Feierabend auch privat nutzt.
(Credit: Vimcar)

Bonn Das Start-up Vimcar, gegründet Andreas Schneider, erspart Dienstwagenfahrern das lästige Mitschreiben im analogen Fahrtenbuch, wenn man das Auto nach Feierabend auch privat nutzt – und hilft beim Steuern sparen. Wer seine Fahrten digital aufzeichnen will, verbindet das duplosteingroße Vimcar-Gerät mit einer Schnittstelle unterm Lenkrad.

Dann protokollieren ein GPS-Sender und eine Sim-Karte in dem Plastikgehäuse die Fahrten und senden sie an einen Server. Kunden müssen in einer App nur noch ankreuzen, welche Fahrt dienstlich, welche privat war. Am Ende laden sie die fertig sortierten Tabellen als fälschungssichere PDF-Datei auf ihren PC.

Was treibt Andreas Schneider an? „Mit schlauen Köpfen und viel Spaß an mutigen Ideen zu arbeiten.“ Seine Fähigkeit, Probleme zu erkennen und mit mutigen Ideen Lösungsvorschläge voranzutreiben, macht ihn zum Teil des Vordenker-Jahrgangs 2019.

Herr Schneider, wissen Sie noch, was Sie werden wollten, als Sie klein waren?
Als kleiner Junge bin ich mit einem Detektivkoffer durch die Nachbarschaft gelaufen und habe stundenlang belanglose Fingerabdrücke untersucht. Leider war es mir nie vergönnt, einen echten Fall zu untersuchen. In der Oberstufe habe ich dann versucht, als Ebay-Händler mein Taschengeld aufzubessern. Trotz sehr überschaubaren Erfolgs hat mich zu diesem Zeitpunkt wohl die Lust am Unternehmertum gepackt.

Wie fängt Ihr Tag an?
Der Wecker ist meist knapp gestellt und ich bin relativ schnell aus dem Haus. Also sehr unspektakulär.

Was machen Sie morgens als erstes im Büro?
Ich versuche meinen Tag zu ordnen und genügend Platz für die wichtigsten Themen zu schaffen. Bei einem inzwischen 100-köpfigen Team und dem hohen Tempo bei Vimcar läuft man schnell Gefahr, von kurzfristigen Anfragen überrannt zu werden – die morgendliche Priorisierung hilft mir sehr.

Was sind Ihre Stärken?
Ich versuche das Unternehmen mit Ruhe und viel Freiraum zu führen. Die besten Mitarbeiter wollen selbst Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen. Um unseren Qualitätsanspruch und unsere Ambitionen aber selbst vorzuleben, mische ich mich punktuell auch in Details ein. Ich hoffe, dass mir dieser Balanceakt gut gelingt.

Haben Sie ein persönliches Motto, das Sie antreibt und motiviert?
Die Lust am Unternehmertum – ich bin dankbar, mit so vielen schlauen Köpfen an einer großen Sache arbeiten zu dürfen.

Wenn Sie Leiter der Bill Gates Foundation wären, die finanziellen Mittel jedoch nur für ein einziges Anliegen verwenden könnten, welches wäre es?
Ich würde wahrscheinlich in exzellente Bildung und Ausbildung investieren – für Menschen, die heute nicht die Chance dazu bekommen.

Bitte ergänzen Sie den Satz: Ich unterstütze meine Mitarbeiter (Nachwuchskräfte, KollegenInnen) in schwierigen Situationen, indem…?
...ich vor allem dazu animiere, nicht zu früh aufzugeben beziehungsweise sich nicht zu schnell mit einem Ergebnis zufrieden zu geben.

Das sind die Macherinnen und Macher der nächsten Generation
Der neue Vordenker-Jahrgang
1 von 21

Challengers meet today‘s Leaders. Die Vordenker-Initiative von Handelsblatt und Boston Consulting Group bringt die Top-Entscheider von heute und die Macher der nächsten Generation zusammen. Nachwuchsführungskräfte aus Konzernen, mittelständischen Unternehmen, Start-ups, Politik, Gesellschaft, Wissenschaft, Kultur und Thinktanks diskutieren gemeinsam mit Top-Entscheidern aktuelle Zukunftsfragen und treffen sich zum offenen Ideenaustausch. In diesem Jahr steht das Thema Digital & Analytics im Fokus der Vordenker-Community. Diese Digital-Nachwuchsführungskräfte wurden von der Jury ausgewählt und sind Teil des aktuellen Jahrgangs.

(Foto: Carina Kontio)
Richy Ugwu
2 von 21

Der Berliner Top-Manager ist Geschäftsführer von Neon Ventures. Richy Ugwu ist in Berlin-Wedding aufgewachsen, sein Vater ist Nigerianer, seine Mutter Deutsche. Das erste Start-up, das er nach Wirtschaftsstudium und Beraterjob in einem Accelerator entwickelte, war eine Vergleichsplattform für Weiterbildungen. Dann gründete er ein eigenes Start-up im Bereich Onlinemarketing, bevor er 2015 als Head of Digital Innovation zu Metro ging. Anschließend war Ugwu bis Mitte 2018 CEO der Ceconomy-Tochter Retail Media Group (RMG), einer branchenübergreifenden Vermarktungsplattform von Handelsdaten. Was treibt den Digitalexperten an, der schon Unternehmen wie Coca-Cola und Volkswagen zu ihren Digitalstrategien beraten hat? "Smarte Menschen mit 'Drive' und inneren Antrieb. Gute Ideen in profitable Geschäftsmodelle zu entwickeln."

Nadine Despineux
3 von 21

Geschäftsführerin von Digital Service Solutions Krauss Maffei Technologies, einer 2018 gegründeten Geschäftseinheit der Münchner Krauss Maffei-Gruppe. Der traditionsreiche Maschinenbauer erweitert damit sein klassisches Produktportfolio um digitale Dienstleistungen und Angebote. Was treibt die Managerin, die früher schon bei Rolls Royce Power Systems und MTU Friedrichshafen verantwortungsvolle Positionen hatte, an? "Herausforderungen & Neugier – um Mehrwert für Kunden zu schaffen."

Maximilian Viessmann
4 von 21

Co-CEO & Member of the Executive Board bei dem nordhessischen Heizungsbauer Viessmann Group. Er war erst Berater, dann Business-Angel, später Digital-Vorstand: Nun muss Max Viessmann als Vorstandschef 12.000 Mitarbeiter vom Wandel überzeugen. Was ihn antreibt? "Durch Sinnstiftung Mitarbeiter, Partner und Kunden zu 'Co-Creators' machen zu können, sowie Lösungen für den Klimawandel gemeinsam entwickeln zu können."

Jenny Podewils
5 von 21

Die Geschäftsführerin des 2016 gegründeten Software-Unternehmens Leapsome hat eine Mission: Mit Hilfe von KI eine gesunde Feedback- und Lernkultur in Unternehmen etablieren. Gemeinsam mit ihrem Co-Geschäftsführer Kajetan Armansperg unterstützt sie Unternehmen, u.a. Flixbus und Hering Schuppener, beim Aufbau einer agilen Feedback- und Lernkultur. Podewils, die kürzlich von Hamburg nach Berlin gezogen ist und Sushi liebt, ist eine Alumna der Universitäten St. Gallen und Oxford, sowie der Singularity University im Silicon Valley. Zuvor arbeitete sie in strategischen und digitalen Transformations-Rollen in Medien-, Clean-Tech- und Tech-Unternehmen. Was treibt sie an? "Die Neugier etwas Neues zu lernen und etwas aufzubauen."

Ammar Alkassar
6 von 21

Bevollmächtigter des Saarlandes für Strategie und Innovation / Chief Digitalization Officer. Sein Job ist es, das Saarland zum „Hotspot für Gründer“ und fit für die Digitalisierung zu machen. Alkassar gilt als ausgewiesener IT-Sicherheitsexperte. Er wirkte am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), wo er die Sirrix AG als Startup gründete. 2015 verkaufte er Sirrix an die Münchner Rohde & Schwarz Cybersecurity GmbH, wurde dort Geschäftsführer und CEO, bevor er das Unternehmen 2017 verließ. Was ihn antreibt? "Dinge machen, die Impact haben und nachhaltig sind."

Catharina van Delden
7 von 21

Sie ist CEO & Founder von Innosabi und eine der einflussreichsten Frauen in der deutschen IT. Ihr Unternehmen ist international führender Anbieter von Innovationsmanagementsoftware, mit der Großkonzerne Agilität und Geschwindigkeit in die Entwicklung neuer Angebote bringen. Sie ist MBA Absolventin der TU München & UC Berkeley und hat davor Betriebswirtschaft und Lebensmittelproduktion studiert. Seit 2013 ist Catharina van Delden Teil des Bitkom Präsidiums, 2014 wurde sie von der Gesellschaft für Informatik in der Initiative „digitale Köpfe“ als Vordenker der digitalen Moderne ausgezeichnet. Was treibt diese Frau an? "Ich habe eine unglaubliche Neugier auf Neues – sei es in meinem beruflichen Umfeld im Themenfeld Innovation oder im privaten als 'free spirit'."

Ein No-Go im Umgang mit Mitarbeitern ist für mich…?
Jemanden vor anderen bloßzustellen.

Wenn Sie ein Buch schreiben müssten: Wovon würde es handeln?
Ich biete George R. R. Martin an, das Ding fertig zu schreiben.

Welches Tool ist bei der Arbeit für Sie unverzichtbar?
Mein Telefon. Statt E-Mails zu schreiben, telefoniere ich wieder häufiger. Man kommt oft schneller zum Ziel und muss nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.

Ihr persönlicher Produktivitätskiller?
Wahrscheinlich auch mein Telefon.

Her mit dem Geld: Ihr Ratschlag an KollegenInnen für Gehaltsverhandlungen?
Gute Verhandler gehen in Vorleistung und zeigen, was sie können. Ich denke, das gilt auch beim Gehalt.

Der größte Benefit, den Sie bisher aus einem Ihrer Netzwerke gezogen haben?
Vimcar und auch ich persönlich haben maßgeblich aus dem Netzwerk der Universität St. Gallen profitiert. Meinen Mitgründer Christian Siewek habe ich dort kennengelernt und auch der erste Geldgeber war ein Alumnus der Hochschule.

In Konfliktsituationen bin ich…?
... immer lösungsorientiert, wenig nachtragend – aber manchmal zu diplomatisch.

Pannen sind…?
... vor allem beim Aufbau eines neuen Unternehmens fast an der Tagesordnung. Weiter geht´s.

Auf welche Fehlentscheidung hätten Sie rückblickend trotzdem gerne verzichtet?
Bei der nächsten Gründung würde ich wahrscheinlich noch früher erfahrene Leute mit an Bord holen. Die ersten Geldgeber dafür einen Tick später.

Wenn ich mich bei Ihren Freunden erkundigen würde: Für welche alternativen Karriereoptionen wären Sie geeignet?
Ich kann mir wirklich schwer etwas anders vorstellen und ich denke, das geht auch Freunden und Familie so.

Wie gehen Sie mit Stress um?
Ich versuche mich gerade an der Meditations-App 7mind – das klappt auf den ersten Metern ganz gut.

Sie merken, dass Sie unglücklich sind in Ihrem Job. Was tun Sie?
Ich war in meinem Job schon oft gestresst, aber nie unglücklich – ich weiß es nicht.

Ein Satz, den eine gute Führungskraft niemals sagen würde…?
„Ich hab befürchtet, dass du das nicht hinbekommst.“ Ich glaube, dass nachträgliche Schlaumeierei selten hilft.

Wie schalten Sie abends ab und wann gehen Sie ins Bett?
Jetzt in den Sommermonaten oft auf dem Balkon oder einem kleinen Spaziergang. Spätestens um Mitternacht liege ich im Bett

Herr Schneider, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

Mehr: Vordenker*innen des Jahres 2019 – das sind die Macherinnen und Macher der nächsten Generation. Wir zeigen Ihnen die Top-Nachwuchsführungskräfte der deutschen Wirtschaft in Großunternehmen, Mittelstandsbetrieben und Start-ups.

Startseite

Mehr zu: Vordenker Andreas Schneider - „Die besten Mitarbeiter wollen Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen“

0 Kommentare zu "Vordenker Andreas Schneider: „Die besten Mitarbeiter wollen Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote