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Vordenker

Vordenker Martin Beck „Wer jeden Tag besser wird, hat nach vielen Tagen Beeindruckendes geleistet“

Martin Beck ist Teil des Vordenker-Jahrgangs 2020. Wie der Manager bei Boehringer Ingelheim seine Mitarbeiter führt und was seine Version ist.
06.08.2020 - 16:19 Uhr 1 Kommentar
Der Manager ist Geschäftsführer Human Pharma Deutschland bei Boehringer Ingelheim. Quelle: Boehringer Ingelheim Corporate Center GmbH
Martin Beck

Der Manager ist Geschäftsführer Human Pharma Deutschland bei Boehringer Ingelheim.

(Foto: Boehringer Ingelheim Corporate Center GmbH)

Bonn Eigentlich träumte Martin Beck als kleiner Junge davon, sein Geld als Fußballprofi zu verdienen - doch es kam anders. Heute ist er Geschäftsführer Human Pharma Deutschland beim Pharmahersteller Boehringer Ingelheim. Bereut hat er seinen Karriereweg noch nicht. Im Gegenteil, Beck ist von seinem Job überzeugt: „Es geht darum, Patienten zu helfen, Leben zu verlängern und zu verbessern.“

Für ihn ist ein Unternehmen vor allem dann erfolgreich, wenn es neben dem wirtschaftlichen Erfolg auch einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leistet. „Nicht nur in der Gesundheit, sondern auch beim Thema Nachhaltigkeit – durch soziales Engagement, durch ein gutes Arbeitsumfeld und Mitarbeiterzufriedenheit oder über unsere ethischen und moralischen Grundsätze“, erklärt er im Gespräch.

Das Familienunternehmen ist mit 19 Milliarden Euro Umsatz (2019) Deutschlands zweitgrößter Arzneimittelhersteller nach Bayer und gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Atemwegsmedikamenten. Der Pharmakonzern bleibt trotz Corona derzeit auf stabilem Kurs und die starke Geschäftsentwicklung gibt dem Unternehmen Rückhalt, um der Pandemie mit neuen Forschungs-Aktivitäten und Vertriebskonzepten zu begegnen.

Gerade wurde Beck als Mitglied in die Vordenker-Community aufgenommen, eine Initiative des Handelsblatts und der Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG). „In seiner Funktion hat Martin Beck unter anderem sichergestellt, dass Patienten und Ärzte auch in außergewöhnlichen Krisenzeiten Zugang zu Medikamenten und medizinischen Informationen haben und in diesem Kontext Vordenkertum bewiesen“, so das Urteil der Jury. Im Interview spricht er über Kinderträume, über Charaktereigenschaften, die ein Chef braucht und seine Vorstellung von gelungenem Leadership.

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    Herr Beck, wissen Sie noch, was Sie werden wollten, als Sie klein waren?
    Als Kind hatte ich den Berufswunsch, den wahrscheinlich viele kleine Jungen haben. Ich wollte Fußballprofi werden und mit meinem Hobby mein Geld verdienen. Den ganzen Tag Fußball spielen war das Größte, was ich mir hätte vorstellen konnte. Andernfalls wollte ich die Welt von oben sehen und sie als Pilot bereisen, das wäre schon auch nicht schlecht gewesen.

    Sie sind heute Geschäftsführer Human Pharma Deutschland bei Boehringer Ingelheim. Können Sie uns Ihren Job beschreiben, ohne die Marketingsprache Ihres Unternehmens zu nutzen?
    Bei Human Pharma Deutschland kümmern wir uns darum, Menschen mit Erkrankungen Zugang zu unseren Medikamenten zu verschaffen. Das reicht von der medizinisch-pharmazeutischen Forschung über die Registrierung bis hin zu Marktzugang und Vertrieb. Dabei liegt unser Fokus darauf, in Zusammenarbeit mit den medizinischen Fachkreisen allen Patientinnen und Patienten die individuell beste Therapie zur Verfügung zu stellen.

    Wie definieren Sie ein erfolgreiches Unternehmen? Ist es nur finanzieller Erfolg oder gibt es auch andere Faktoren, die eine Rolle spielen?
    Natürlich spielt der wirtschaftliche Erfolg eine Rolle, da er unmittelbar die Zukunft des Unternehmens sichert. Außerdem gibt es Felder, auf denen wir für unsere Gesellschaft einen wichtigen Beitrag leisten. Nicht nur in der Gesundheit, sondern auch beim Thema Nachhaltigkeit – durch soziales Engagement, durch ein gutes Arbeitsumfeld und Mitarbeiterzufriedenheit oder über unsere ethischen und moralischen Grundsätze. Ein zentraler Dreh- und Angelpunkt ist für mich die Innovation. Nur durch Innovationen können wir das Leben von Menschen mit Erkrankungen weiter verlängern und verbessern.

    Gibt es Charakterzüge, die für eine Führungsposition unabdingbar sind?
    Respekt, Empathie und Vertrauen gehören für mich gewiss dazu und sind tief in der Unternehmenskultur von Boehringer Ingelheim verankert. Auch Aufgeschlossenheit und ein offenes Ohr für die Mitarbeiter haben mir immer sehr geholfen.

    Ein Satz, den eine gute Führungskraft niemals sagen würde?
    „Weil wir es schon immer so gemacht haben“. Stillstand ist buchstäblich kein Antrieb für eine Führungskraft und auch nicht für ein Unternehmen. Wer jeden Tag ein bisschen besser wird, wird nach vielen Tagen Beeindruckendes geleistet haben. Das gilt für Menschen ebenso wie für Unternehmen.

    Bitte ergänzen Sie den Satz: In Konfliktsituationen bin ich…?
    …ruhig, offen und versuche lösungsorientiert den Dingen auf den Grund zu gehen.

    Was waren Ihre wichtigsten drei (Arbeits-)Ergebnisse der letzten drei Jahre?
    Einer unserer größten Erfolge in den letzten drei Jahren war die Markteinführung von neuen Therapiemöglichkeiten im Bereich fibrotischer Lungenerkrankungen (IPF). Das ist eines von vielen Beispielen, wie wir jedes Jahr mehr Patienten zuverlässig mit lebenswichtigen Medikamenten versorgen.

    Generell sehe ich es als wichtigen Fortschritt, dass wir in der letzten Zeit eine enorme Entwicklung in der Erforschung lebensbedrohlicher Krankheitsbilder machen konnten. Außerdem haben wir es geschafft, gemeinsam mit dem Leitungsteam, während der aktuellen Corona-Pandemie die Balance zwischen der Sicherheit der Mitarbeitenden und der zuverlässigen Medikamentenversorgung zu gewährleisten.

    In den nächsten drei Jahren: Was wollen Sie lernen, was Sie heute noch nicht können?
    Die Potenziale der Digitalisierung für den Gesundheitsbereich nutzbar machen und damit noch mehr Menschen ein besseres, gesünderes Leben ermöglichen. Daher beschäftige ich mich intensiv mit Change Management, das meine Organisation in die Lage versetzt, diese Potenziale zu heben.

    Was ist Ihr langfristiges Ziel beziehungsweise Vision?
    Werte schaffen durch Innovation! Es geht darum, Patienten zu helfen, Leben zu verlängern und zu verbessern. Dabei ist es wichtig, unsere Kunden in allen Bereichen genau zu verstehen und gemeinsam mit ihnen, Ärzten, Krankenkassen und Politik Lösungen zu finden.

    Wenn Sie ein Buch schreiben müssten: Wovon würde es handeln?
    Von Führung auf Augenhöhe zwischen allen Generationen. Gegenseitiges Vertrauen und Verständnis sind gerade in der heutigen Zeit von hoher Bedeutung. Die verschiedenen Generationen agieren in der Arbeitswelt sehr unterschiedlich. Hier gilt es, mit Bedacht und Offenheit vorzugehen. Und im Privatleben wollte ich schon immer mal ein Reisetagebuch führen. Es wäre bestimmt eine tolle Erfahrung, die Welt zu bereisen und dann davon zu berichten.

    Wenn ich mich bei Ihren Freunden erkundigen würde: Für welche alternativen Karriereoptionen wären Sie geeignet?
    Meine Freunde würden sicherlich einen Job für mich auswählen, bei dem es darum geht, andere Menschen zu motivieren. Lehrer war mal eine Option, aber ich glaube, ich würde auch einen ganz guten Fitnesstrainer abgeben.

    Möchten Sie sonst noch etwas teilen?
    Gerade in Zeiten von Ungewissheit und Unsicherheit gilt es gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, einander zu helfen und füreinander da zu sein. Erst die Fähigkeit, planvoll zu kooperieren hat den Menschen erfolgreich gemacht und sein Überleben gesichert. Wir alle sind zutiefst soziale Wesen und aufeinander angewiesen – das sollten wir nie vergessen.

    Herr Beck, vielen Dank für das Interview.

    Mehr: Vordenker*innen des Jahres 2020 Das sind die Macherinnen und Macher der nächsten Generation.

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    1 Kommentar zu "Vordenker Martin Beck: „Wer jeden Tag besser wird, hat nach vielen Tagen Beeindruckendes geleistet“"

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    • "Bei Human Pharma Deutschland kümmern wir uns darum, Menschen mit Erkrankungen Zugang zu unseren Medikamenten zu verschaffen." So etwas nennt man landläufig Pharma-Vertrieb an Ärzte etc.

      "Ein zentraler Dreh- und Angelpunkt ist für mich die Innovation. Nur durch Innovationen können wir das Leben von Menschen mit Erkrankungen weiter verlängern und verbessern." Das ist nun wirklich nicht so wahnsinnig neu. Schön, dass man bei Boehringer Ingelheim auch schon drauf gekommen ist.

      "Dabei ist es wichtig, unsere Kunden in allen Bereichen genau zu verstehen und gemeinsam mit ihnen, Ärzten, Krankenkassen und Politik." Da würde ich doch geren mal sehen/erelben, wo der Patient der Kunde des Unternehmens ist. Das wäre ja ganz neu.

      "Patienten zu helfen, Leben zu verlängern und zu verbessern" Ist prima, aber auc nach einmal anführen/benennen hat der Normalleser es verstanden. Das braucht man cwirklich nicht 3-4 mal wiederholen.

      Der Vordenkler 2020 präsentiert im Interview doch nur ziemlich abgestandene Sachen. Die Themen sind seit Jahrzehnten aktuell. Schön, dass Boehringer ingelheim jetzt auh dahin kommt. Also ich nenne mich jetzt auch "Vordenker".

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