Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Vordenker

Vordenker Ronny Fehling Ein guter Chef würde niemals sagen: „Ich habe das gemacht“

Ronny Fehling ist KI-Experte bei der Boston Consulting Group. Er sagt von sich: „Ich bringe strategische Unordnung in Projekte.“ Was treibt ihn an?
Kommentieren
Associate Director, BCG Gamma.
Ronny Fehling

Associate Director, BCG Gamma.

DüsseldorfAuf Ronny Fehlings Visitenkarte steht: Associate Director, BCG Gamma. Was treibt ihn an? – „Das disruptive Veränderungspotential von Künstlicher Intelligenz.“ Und was macht BCG Gamma? Dahinter verbirgt sich eine Dateneinheit von BCG, in der Datenwissenschaftler und Unternehmensberater aus komplexen Datensätzen gemeinsam neue Lösungen generieren. 2019 wurde Ronny Fehling als Mitglied in die Vordenker-Community aufgenommen, eine Initiative des Handelsblatts und der Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG).

Herr Fehling, wissen Sie noch, was Sie werden wollten, als Sie klein waren?
Absolut, ich wollte unbedingt Astronaut werden. Meine Kindheit habe ich in Tansania verbracht und damals mit meinem Bruder versucht, Teleskope zu bauen, um die Space Shuttle zu sehen. Als ich dann viele Jahre später mit der Nasa ein Projekt am Geburtsort des Space Shuttles (Dryden Airforce Base, Kalifornien) machte, war wenigstens ein Teil meines Kindheitstraums in Erfüllung gegangen und ich habe die Landung des letzten Space Shuttles dort erleben dürfen.

Wie fängt Ihr Tag an?
Meine Tochter weckt mich auf und nachdem ich sie angezogen habe, machen wir zusammen Kaffee (sie bekommt natürlich einen Kinder-Kaffee aus aufgeschäumter Milch). Dann spielen und toben wir, bis ich zur Arbeit gehe. Wenn ich mal glücklicherweise ins Büro statt zum Flughafen muss, dann fahre ich mit dem Fahrrad zur Arbeit.

Was machen Sie morgens als erstes im Büro?
Ich habe einen sehr abwechslungsreichen Kalender, aber ich versuche in der Regel am Morgen meine 15-minütigen Stand-up-Meetings mit meinen Projekt-Teams zu machen, bevor der Rest des Tages beginnt.

Was sind Ihre Stärken?
Ich bin ein Querdenker. Mein Mentor sagte immer, meine Stärke wäre es, in alle Löcher rein zu schießen. Was danach standhält, ist gut. Ich bringe eine strategische Unordnung in Projekte, die es mir erlaubt, einen neuen Weg zur Lösung des Problems zu finden.

Haben Sie ein persönliches Motto, das Sie antreibt und motiviert?
Mein höchstes persönliches Ziel ist es, mindful zu sein, also Momente der Transition zu finden, indem ich mich finden kann. Ich würde gerne regelmäßig meditieren, aber manchmal erscheint mir das mehr wie ein guter Vorsatz als ein Motto (lacht).

Wenn Sie Leiter der Bill Gates Foundation wären, die finanziellen Mittel jedoch nur für ein einziges Anliegen verwenden könnten, welches wäre es?
Nukleare Kernfusion. Ich glaube mit einer solchen Energiequelle könnten wir eine Vielzahl der Probleme der Welt angehen, Ressourcen-Konflikte lösen, Nahrung für alle erzeugen und unser Klima retten.

Bitte ergänzen Sie den Satz: Ich unterstütze meine Mitarbeiter (Nachwuchskräfte, KollegenInnen) in schwierigen Situationen, indem…?
… ich mich vor meine Teams stelle und versuche, die Verantwortung zu übernehmen. Ich versuche auch zu sehen, ob es vielleicht private Gründe gibt, die ein wenig mehr Zeitaufwand für Mitarbeiter verlangen, um sie bewältigen zu können.

Ein No-Go im Umgang mit Mitarbeitern ist für mich…?
… Beleidigungen, jegliche Art von Diskriminierung, Mobbing oder anschreien. Auch das Nichtbeachten der Privatsphäre ist für mich ein No-Go.

Wenn Sie ein Buch schreiben müssten: Wovon würde es handeln?
Ich liebe es, Geschichten zu erzählen, vor allem für Kinder. Aber ich möchte auch gerne mal eine Geschichte für einen Film schreiben. Ich habe an einer dystopischen Science-Fiction gearbeitet, die meine Liebe für Physik, Astronomie und Mathematik verbindet. Leider bin ich in den letzten drei Jahren nicht dazu gekommen, die Story fertig zu schreiben.

Welches Tool ist bei der Arbeit für Sie unverzichtbar?
Ein guter Kaffee, Slack, ein Smartphone und meine Assistentin.

Ihr persönlicher Produktivitätskiller?
Meiner Tochter (lacht) – und das ist immer willkommen.

Her mit dem Geld: Ihr Ratschlag an Kollegen/Innen für Gehaltsverhandlungen?
Das Gehalt stellt in der Regel eine Kompensation für den Wert der geleisteten oder zu leistenden Arbeit dar. Wenn es um Gehaltsverhandlungen geht, rate ich immer, das Gehalt in Relation zu dem generierten Wert zu bringen. Das forciert einen gleichzeitig, strukturiert über die Arbeitsziele nachzudenken und generiert ein sehr starkes Argument für Verhandlungen.

Der größte Benefit, den Sie bisher aus einem Ihrer Netzwerke gezogen haben?
Dramatische Industriewechsel und Karrierewechsel. Aus der Software in die Industrie und danach ins Consulting und in Venture Capital. Das kam alles durch meine Netzwerke.

In Konfliktsituationen bin ich…?
... sehr (manchmal zu sehr) engagiert und motiviert, die Wogen zu glätten.

Pannen sind…?
... wenn durch mangelnde Kommunikation oder falsche Annahmen falsche Richtungen eingeschlagen und zu spät erkannt werden.

Auf welche Fehlentscheidung hätten Sie rückblickend trotzdem gerne verzichtet?
So manche emotionale E-Mail zu schnell geschickt zu haben, und dann den Gang nach Canossa zu gehen.

Wenn ich mich bei Ihren Freunden erkundigen würde: Für welche alternativen Karriereoptionen wären Sie geeignet?
Geschichtenerzähler und DJ.

Wie gehen Sie mit Stress um?
Sauna, joggen, windsurfen und radeln sind meine häufigsten Stress-Bewältigungsmittel. Die besten und nachhaltigsten sind allerdings Meditation und Gespräche mit meiner Frau.

Sie merken, dass Sie unglücklich sind in Ihrem Job. Was tun Sie?
Ich versuche den eigentlichen Grund der Unzufriedenheit zu erforschen und dieses Element dann direkt mit meinem Führungsteam anzusprechen. Meiner Erfahrung nach will keiner wirklich, dass jemand im Job unglücklich ist. Und wenn man direkt anspricht, was einen unglücklich macht, sind gute Führungskräfte sehr daran interessiert, Lösungen zu finden.

Ein Satz, den eine gute Führungskraft niemals sagen würde…?
„Ich habe das gemacht“.

Anderen Chefs würde ich gerne sagen, …
... helft, befähigt und ermächtigt Eure Teams. Ein guter Chef stärkt und schützt sein Team und lässt es scheinen, statt sich selbst.

Wie schalten Sie abends ab und wann gehen Sie ins Bett?
Jeweils eine Minute in den Armen meiner Tochter und meiner Frau, toben und Geschichten erzählen mit meiner Tochter und dann im Bett lesen. In der Regel gehe ich um 23.30 Uhr schlafen.

Herr Fehling, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Mehr: Vordenker*innen des Jahres 2019 – das sind die Macherinnen und Macher der nächsten Generation. Wir zeigen Ihnen die Top-Nachwuchsführungskräfte der deutschen Wirtschaft in Großunternehmen, Mittelstandsbetrieben und Start-ups.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Vordenker Ronny Fehling - Ein guter Chef würde niemals sagen: „Ich habe das gemacht“

0 Kommentare zu "Vordenker Ronny Fehling: Ein guter Chef würde niemals sagen: „Ich habe das gemacht“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote