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Vordenker

Vordenker Steffen Roser „Es geht auf Dauer nicht gut, nur den finanziellen Erfolg an erste Stelle zu setzen“

Steffen Roser ist Teil des Vordenker-Jahrgangs 2020. Wie der CFO von Fresenius Kabi ein erfolgreiches Unternehmen definiert und was er in Zukunft lernen will.
18.08.2020 - 08:36 Uhr Kommentieren
Der Manager ist CFO von Fresenius Kabi Deutschland. Quelle: Fresenius Kabi Deutschland
Steffen Roser

Der Manager ist CFO von Fresenius Kabi Deutschland.

(Foto: Fresenius Kabi Deutschland)

Bonn Als Kind wollte Steffen Roser Rennfahrer werden. Sein Kinderzimmer war prall gefüllt mit Matchbox-Autos. Doch seine Karriere entwickelte sich in eine ganz andere Richtung. Inzwischen arbeitet Roser seit 26 Jahren für Fresenius Kabi. Das Unternehmen gehört neben der Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) zum Gesundheitskonzern Fresenius und ist im Bereich Infusionen und Flüssigmedikamente tätig.

Seinen Job beschreibt der Manager so: „Ich bin der Finanzer der Pharmaceuticals und Devices Division. Dabei rechne ich nicht nur am Ende das Finanzergebnis zusammen, sondern versuche mit meinen Kollegen zusammen schon vorher konkret daran mitzuarbeiten, dass die Division die notwendigen und richtigen Dinge macht und dabei erfolgreich ist.“

Erfolgreich agiert hat Steffen Roser vor allem auch in der Corona-Pandemie und damit die achtköpfige Vordenker-Jury überzeugt. „In seiner Funktion als CFO von Fresenius Kabi Deutschland hat Steffen Roser früh verstanden, dass die Corona-Pandemie einen deutlichen Einfluss auf das Produktportfolio des Gesundheitskonzerns haben wird. Innerhalb kürzester Zeit wurde die Produktion so eingestellt, dass sie der Nachfrage gerecht werden kann“, so das Urteil. Damit wurde der Manager als Mitglied in die Vordenker-Community aufgenommen, eine Initiative des Handelsblatts und der Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG).

Im Interview spricht Steffen Roser über Kindheitsträume, Konfliktmanagement und einen alternativen Karrieretraum als Handwerker.

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    Herr Roser, wissen Sie noch, was Sie werden wollten, als Sie klein waren?
    Rennfahrer – meine Sammlung an Matchbox-Autos war reichhaltig. Eines davon hat aber leider den Wüstentest im heimischen Backofen nicht überlebt (lacht).

    Können Sie uns Ihren Job beschreiben, ohne die Marketingsprache Ihres Unternehmens zu nutzen?
    Ich bin der Finanzer der Pharmaceuticals und Devices Division bei Fresenius Kabi. Dabei rechne ich nicht nur am Ende das Finanzergebnis zusammen, sondern versuche mit meinen Kollegen zusammen schon vorher konkret daran mitzuarbeiten, dass die Division die notwendigen und richtigen Dinge macht und dabei erfolgreich ist. So war es auch beim Beginn der Covid-Krise.

    Wie definieren Sie ein erfolgreiches Unternehmen? Ist es nur finanzieller Erfolg oder gibt es auch andere Faktoren, die eine Rolle spielen?
    Ein erfolgreiches Unternehmen muss zuallererst die Bedürfnisse seiner Kunde möglichst optimal bedienen und das mit guten und effizienten Prozessen. Dann kommt der finanzielle Erfolg automatisch. Wer nur den finanziellen Erfolg an erster Stelle setzt, beschäftigt sich vor allem mit sich selber. Und das geht auf Dauer nicht gut.

    Gibt es Charakterzüge, die für eine Führungsposition unabdingbar sind?
    Die Bereitschaft zum „walk the talk“ – erspart viel Zeit bei der Vermittlung von Zielen und Corporate Values.

    Ein Satz, den eine gute Führungskraft niemals sagen würde?
    „Das haben wir aber so noch nie gemacht!“

    Bitte ergänzen Sie den Satz: In Konfliktsituationen bin ich…?
    … engagiert bei der Vertretung meiner Position, versuche aber darauf zu achten, dass man dem Gegenüber auch danach noch in die Augen schauen kann.

    Was waren Ihre wichtigsten drei (Arbeits-)Ergebnisse der letzten drei Jahre?
    Der Einstieg von Fresenius Kabi in das Biosimilar-Geschäft, die Entwicklung ein Gerätes zur Herstellung von patientenindividuellen Ernährungsinfusionen und die rasche Umstellung des Geschäftes auf die neuen Anforderungen durch Covid – alles aber immer als Teil eines Teams.

    In den nächsten drei Jahren: Was wollen Sie lernen, was Sie heute noch nicht können?
    Moderne Technologien sorgen dafür, dass immer größere Datenmengen zur Verfügung stehen, gerade in Unternehmen. Wie man jedoch wirklich sinnvolle und anwendbare Erkenntnisse aus „Big Data“ gewinnt, ist für mich noch ziemlich nebulös. Aber ich glaube, dass das wichtig wird, und ich hoffe deshalb hier noch einige zündende Ideen für die Umsetzung zu finden.

    Was ist Ihr langfristiges Ziel beziehungsweise Vision?
    „Caring for Life“ – das ist das Leitmotiv von Fresenius Kabi, die Firma für die ich inzwischen seit 26 Jahren arbeite.

    Wenn Sie ein Buch schreiben müssten: Wovon würde es handeln?
    Das weiß ich gar nicht so genau – aber sicher kein Buch mit guten Management-Ratschlägen.

    Wenn ich mich bei Ihren Freunden erkundigen würde: Für welche alternativen Karriereoptionen wären Sie geeignet?
    Ein eigener kleiner Handwerksbetrieb – da sieht man viel schneller, was man erreicht hat.

    Möchten Sie sonst noch etwas teilen?
    Ich bin ehrenamtlich in der Stiftung Leben mit Krebs aktiv. Dort geht es um Menschen, die trotz ihrer Krebserkrankung ihr Leben aktiv gestalten und dabei insbesondere Sport betreiben. Diese Aktivitäten werden von der Stiftung gefördert und es ist sehr beeindruckend zu sehen, was viele Menschen in einer solchen Situation erreichen können. Denn mit den inzwischen deutlich verbesserten Überlebens- und Heilungschancen ist das ein Thema, um das wir uns als Gesellschaft kümmern müssen.

    Herr Roser, vielen Dank für das Interview.

    Mehr: Vordenker*innen des Jahres 2020. Das sind die Macherinnen und Macher der nächsten Generation.

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