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Vordenker

Vordenkerin Heike Dorninger „Ein erfolgreiches Unternehmen muss einen Beitrag zur Gesellschaft leisten“

Heike Dorninger ist Teil des Vordenker-Jahrgangs 2020. Im Interview spricht die Molekularbiologin über Empathie, Mut und ihre Vorstellung von gelungenem Leadership.
26.08.2020 - 11:01 Uhr Kommentieren
Mitglied des neuen Vordenker-Jahrgangs 2020. Quelle: BCG, Helmut Steiner
Heike Dorninger

Mitglied des neuen Vordenker-Jahrgangs 2020.

Bonn Heike Dorninger ist promovierte Molekularbiologin und Expertin für Krankenkassen, Gesundheitssysteme sowie Data & Analytics bei der Strategieberatung Boston Consulting Group (BCG).

Ihren Job beschreibt sie so: „Ich diskutiere mit meinen Kunden die relevantesten Themen für ihr Unternehmen und arbeite mit meinen Teams an Projekten, die genau diese Themen adressieren“, sagt Dorninger, die schon seit mehr als zehn Jahren bei BCG arbeitet. „In meinem konkreten Fall geht es meistens um Krankenversicherungen – und wie sie in Zukunft ihre Kunden besser versorgen können.“

Gerade hat sie eine große deutsche Krankenkasse bei der Entwicklung eines KI-basierten Tools und Ansatzes zur Überprüfung ihrer Versicherten auf Covid-19-bezogene Risikoprofile unterstützt. Dafür wurde Dorninger als Mitglied in die Vordenker-Community aufgenommen, eine Initiative von Handelsblatt und BCG. Im Interview spricht sie über Kinderträume, über den Wunsch, Programmieren zu lernen, und ihre Vorstellung von gelungenem Leadership.

Lesen Sie hier das komplette Interview

Frau Dorninger, wissen Sie noch, was Sie werden wollten, als Sie klein waren?
Um ehrlich zu sein, gab es da ganz viele unterschiedliche Phasen, ich kann mich noch an Ärztin und Meteorologin erinnern.

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    Wie lautet Ihr Titel bei BCG? Und können Sie uns Ihren Job beschreiben, ohne die Marketingsprache Ihres Unternehmens zu nutzen?
    Managing Director and Partner. Ich diskutiere mit meinen Kunden die relevantesten Themen für ihr Unternehmen und arbeite mit meinen Teams an Projekten, die genau diese Themen adressieren. In meinem konkreten Fall geht es meistens um Krankenversicherungen – und wie sie in Zukunft ihre Kunden besser versorgen können. Personalisierte Angebote, die durch zielgerichtete Digitalisierung möglich werden, spielen dabei eine große Rolle.

    Wie definieren Sie ein erfolgreiches Unternehmen? Ist es nur finanzieller Erfolg, oder gibt es auch andere Faktoren, die eine Rolle spielen?
    Nein. Ein wirklich erfolgreiches Unternehmen muss auch einen Beitrag für die Gesellschaft leisten, innovativ sein und Kunden in den Mittelpunkt stellen.

    „Mit etwas Abstand lassen sich viele Konflikte nachhaltiger lösen“

    Gibt es Charakterzüge, die für eine Führungsposition unabdingbar sind?
    Empathie und Interesse für Menschen und dafür, was sie antreibt, kombiniert mit einer klaren Linie und Durchsetzungsstärke. Mut gehört auch dazu. Und die Fähigkeit, eine Team- und Unternehmenskultur zu entwickeln, sozusagen eine ganz eigene DNA, um den Zusammenhalt im Team besonders zu stärken.

    Ein Satz, den eine gute Führungskraft niemals sagen würde?
    „Das interessiert mich nicht“, vor allem, wenn es um das eigene Team geht.

    Bitte ergänzen Sie den Satz: „In Konfliktsituationen bin ich …“
    … jemand, der versucht, alle Seiten zu verstehen und daraus einen Weg abzuleiten. Ich versuche meistens auch, ein bisschen Zeit verstreichen zu lassen. Mit etwas Abstand lassen sich viele Konflikte leichter und nachhaltiger lösen.

    Was waren Ihre wichtigsten drei (Arbeits-)Ergebnisse der letzten drei Jahre?
    Erstens: Gemeinsam mit Krankenversicherungen haben wir erarbeitet, wie man Daten nutzen kann, um die medizinische Versorgung für den einzelnen Patienten zu verbessern und zu personalisieren. Zweitens haben wir in einem Projekt für eine Regierung im Mittleren Osten ein Konzept für ein modernisiertes und nachhaltiges Krankenversicherungssystem entwickelt. Dabei war es wichtig, internationale Best Practices, wie zum Beispiel aus Europa, mit lokalen Anforderungen und Besonderheiten zu kombinieren. Drittens: Gerade kürzlich habe ich eine große deutsche Krankenkasse bei der Entwicklung eines KI-basierten Tools zur Überprüfung ihrer Versicherten auf Covid-19 bezogene Risikoprofile unterstützt. Für die identifizierten Risikopatienten entwickelten wir ein Informations- und Aufklärungsprogramm, das das Verständnis der Patienten für Covid-Präventions- und -Hygienemaßnahmen verbessert.

    „Ich möchte mich an vielen Fronten weiterentwickeln“

    In den nächsten drei Jahren: Was wollen Sie lernen, was Sie heute noch nicht können?
    Ich glaube, es gibt nicht die eine große Sache. Ich möchte mich an vielen Fronten kontinuierlich weiterentwickeln. Etwas, das ich wirklich gerne lernen möchte, sind beispielsweise die Basics von Programmiersprachen. In meinen Teams werden mit der Programmiersprache Python Prädiktionsmodelle gebaut, die uns helfen, Business-relevante Fragen zu beantworten. Ich würde das gerne tiefer verstehen können. Und wenn ich ganz ehrlich bin, möchte ich auch unbedingt noch surfen lernen.

    Was ist Ihr langfristiges Ziel beziehungsweise Ihre Vision?
    Meine Vision ist eine Welt, in der Gesundheitssysteme effizienter arbeiten – durch Vernetzung, durch Nutzung von Daten, durch Messen und Incentivieren von Qualität. Dazu gehört auch, dass wir Krankheiten und Risiken früher und ganz individuell erkennen und dann auch entsprechend eingreifen können. Ich bin überzeugt, dass wir dadurch gleichzeitig besser versorgen, aber auch Gesundheitssysteme effizienter machen können, indem viele der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen von Krankheitsausfällen vermieden werden. Die datenbasierte Erkennung und Unterstützung von Covid-19-Risikopatienten ist ein aktuelles Beispiel, das sich aber beliebig auf andere Personengruppen umlegen lässt.

    Wenn Sie ein Buch schreiben müssten: Wovon würde es handeln?
    Mich faszinieren Menschen. Manche Begegnungen haben die Kraft, einen selbst und den künftigen Lebensweg völlig zu beeinflussen. Ich glaube, darum würde es gehen, auch wenn ich es derzeit gar nicht auf der Agenda habe, ein Buch zu schreiben.

    Wenn ich mich bei Ihren Freunden erkundigen würde: Für welche alternativen Karriereoptionen wären Sie geeignet?
    Ich bin nicht sicher, ob sich da ein komplett homogenes Bild ergibt ... Entrepreneurin wäre sicher dabei. Aber auch Fashion-Designerin oder Weinkritikerin habe ich schon gehört (lacht).

    Frau Dorninger, vielen Dank für das Interview.

    Mehr: Vordenker*innen des Jahres 2020: Das sind die Macherinnen und Macher der nächsten Generation

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