Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Vorschau Ausputzer Easyjet, Gebührenopfer Lufthansa: Die Top-Firmenereignisse der Woche

Die kommende Woche schafft in der Luftfahrt Gewinner und Verlierer. In der Autoindustrie beginnt hingegen der Arbeitskampf. Die wichtigsten Termine.
17.11.2019 - 12:03 Uhr Kommentieren
Die deutsche Airline fühlt sich ungerecht behandelt, der britische Billigflieger erwartet schwache Zahlen. Quelle: dpa
Lufthansa und Easyjet

Die deutsche Airline fühlt sich ungerecht behandelt, der britische Billigflieger erwartet schwache Zahlen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Was wird in der Woche wichtig in der Wirtschaft? Die kommenden Tage bringen wichtige Zahlenveröffentlichungen und ein Grundsatzurteil aus Luxemburg. Zum Ende der Woche ruft die IG Metall im Südwesten zu einem „Aktionstag“ auf. Hier der Überblick:

Dienstag, 8 Uhr: Ausputzer Easyjet

Die eigenen Erwartungen für das abgelaufene Jahr programmierte Easyjet vor wenigen Wochen in den Tiefflug-Modus. Man werde in dem Ende September abgeschlossenen Geschäftsjahr vor Steuern wohl nur zwischen 420 bis 430 Millionen britische Pfund (471 bis 482 Millionen Euro) ausweisen, hatte Konzernchef Johan Lundgren ein Ergebnis angekündigt, das er am Dienstag vorstellen will. Im Jahr zuvor waren bei dem Ryanair- und Eurowings-Konkurrenten noch 578 Millionen Pfund zusammengekommen.

Das Erstaunliche: Die Aktienkurse des britischen Low-Cost-Carriers steigen seither in ungekannte Höhen. Was die Anlegerfantasien dabei beflügelt: Wieder einmal profitieren die Billig-Briten vom Ausfall einer Airline mit traditionellem Geschäftsbetrieb. 

Schon die Insolvenz von Air Berlin wusste der Konzern aus dem Londoner Vorort Luton zu nutzen, indem er sich für 40 Millionen Euro 25 Airbus-Jets des Pleiteunternehmens sicherte. Hinzu kamen Start- und Landerechte in Berlin-Tegel, von wo aus die Sparflieger seit diesem Jahr die Reicheninsel Sylt mit Touristen fluten.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Eine ähnlich hohe Summe hat Easyjet nun erneut nach der Pleite von Thomas Cook in die Hand genommen. Für 36 Millionen Pfund erwarb Lundgren die Slots des Ferienfliegers an den Flughäfen London-Gatwick und Bristol. Wo man mit Urlaubsreisenden Geld verdienen kann, weiß der Easyjet-Chef genau. Vor seinem Spitzenjob in Luton war er jahrelang an der Führung des Cook-Konkurrenten Tui beteiligt.

    Dienstag, 9 Uhr: Minister Scheuer unter Fliegern

    Das Motto des Kongresses des internationalen Airline-Verbands Iata klingt nach einem Kalauer: „Wings of Change“ hat ihn die International Air Transport Association betitelt – frei nach dem 30 Jahre alten Wende-Schlager der Hannoveraner Rockband „Scorpions“.

    Angesichts von drängenden Themen wie Klimawandel und Geschlechterquote („25by2025-Pledge“, also bis 2025 ein Viertel weibliches Personal zu haben) hat sich allerdings reichlich Prominenz angekündigt. So wird sich Lufthansa-Chef Carsten Spohr auf der Kongressbühne einem Interview stellen, ebenso Klaus-Dieter Scheurle, Chef der Deutschen Flugsicherung.

    Mit Spannung erwartet wird zudem Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Dass ihm die marode Flugzeugflotte der Regierung – wie zuvor schon manchem Ministerkollegen – einen Strich durch den Terminkalender macht, muss der CSU-Politiker nicht befürchten. Als Tagungsort hat die Iata sicherheitshalber Scheuers Amtssitz Berlin gewählt.

    Mittwoch, 11 Uhr: RAF-Opfer Ikea?

    Am vergangenen Wochenende ein Überfall in Frankfurt, vergangenes Jahr ein Raub in Köln-Godorf. Gleich mehrfach schlugen Kriminelle bei Geldtransportern vor Ikea-Märkten zu, was Ermittler inzwischen auf einen Verdacht bringt: Es könnte sich bei den Tätern um jahrelang untergetauchte Terroristen der ehemaligen „Rote-Armee-Fraktion“ (RAF) handeln.

    Die spektakulären Überfälle dürften am kommenden Mittwoch das Wirtschaftsergebnis der schwedischen Möbelhauskette in den Schatten stellen, die nach langer Zeit wieder einmal Auskunft über ihr Geschäft geben will.

    Jubelmeldungen, wie sie das Familienunternehmen vor Jahren fast im Monatsrhythmus präsentierte, sind inzwischen allerdings zur Seltenheit geworden. In Deutschland wuchs das Geschäft zuletzt nur noch um ein Prozent, den Plan, die Zahl der Deutschlandfilialen von 53 auf 70 zu erhöhen, musste der Landeschef kassieren.

    Wettbewerber wie XXL Lutz entreißen den Schweden Marktanteile, und auch den Internethandel haben die Erben von Ingvar Kamprad verschlafen. Dass damit die Gelder wohl nur noch verhalten in die Kasse sprudeln, scheint der Räuberzunft entgangen zu sein.

    Donnerstag, 9.30 Uhr: Lufthansa ringt um Gerechtigkeit

    Der Streit dauert nun schon seit vier Jahren an. Die Berliner Flughafengesellschaft nutze die hohen Gebühren am Airport Tegel, monierte die Lufthansa 2015, um mit den Einnahmen am entlegenen Flughafen Schönefeld Starts und Landungen von Billiglinien wie Ryanair zu subventionieren.

    Noch höhere Wellen schlug ein Rabatt am Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt Ende 2016. Dort räumte der Betreiber Fraport dem Low-Cost-Carrier Ryanair einen Preisnachlass ein, um ihn auf Deutschlands größten Airport zu locken. Die Lufthansa, die mit 8,4 Prozent an Fraport beteiligt ist, lief nicht nur Sturm gegen die Offerte von Vorstandschef Stefan Schulte, sie rannte.

    Am Donnerstag soll es vor dem Europäischen Gerichtshof dazu ein erstes Urteil geben. Nur: Entschieden wird wohl noch nicht, ob der Preisnachlass für die Billigairlines rechtmäßig war. Die Luxemburger Richter wollen erst einmal darüber urteilen, ob Fluggesellschaften überhaupt gegen die Festlegung unterschiedlicher Entgelte klagen können. 

    Falls ja, sollten sich Fluggäste demnächst überlegen, auch gegen unterschiedliche Ticketpreise bei der Lufthansa vor Gericht zu ziehen.

    Freitag, 15 Uhr: Auto-Arbeiter meutern in Deutsch-Südwest

    Die Gewerkschaft IG Metall ist es leid. „Nahezu täglich werden neue Sparprogramme und Stellenstreichungen bekannt – häufig unter dem Deckmantel des technologischen Wandels“, erklärte der Leiter des IG-Metall-Bezirks Baden-Württemberg, Roman Zitzelsberger, vergangene Woche in Stuttgart. Proteste gegen den Abbau gab es bislang nur wenige, allenfalls bei den Zulieferern Mahle und Schuler.

    Das soll sich nun ändern. Am Freitag will man sich auf breiter Front zur Wehr setzen – und mehr als 10.000 Teilnehmer für einen Aktionstag aktivieren. Mittlerweile gebe es in rund 160 Unternehmen der Branche im Südwesten Deutschlands einschneidende Sparprogramme, berichtet die IG Metall, zum Teil mit Stellenstreichungen.

    Gebeutelt wird die Autoindustrie derzeit nicht nur durch die Umstellung auf Elektroantriebe, mit der die weltweit vereinbarten Klimaschutzziele erreicht werden sollen. Auch der Absatz in China brach zuletzt erheblich ein. Der Handelskonflikt mit den USA schürt weitere Unsicherheiten. 

    Finden die Automonteure im Südwesten des Landes nicht ausreichend Gehör, bleibt ihnen am Ende wohl nur noch das Auswandern. Nach Brandenburg, wo Tesla seit letzter Woche eine Fabrik für 8.000 Beschäftigte plant.

    Mehr: Carsten Spohr spricht über Streiks, die Klimadebatte, Auswege aus der Emissionsfalle und seinen Frust über gebrochene Versprechen der Politik.

    Startseite
    0 Kommentare zu "Vorschau: Ausputzer Easyjet, Gebührenopfer Lufthansa: Die Top-Firmenereignisse der Woche"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%