Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Vorschau Batteriezellen-Blödsinn und Streit um Black Friday: Die Firmenereignisse der Woche

In Sachen Batteriezellen-Produktion vollzieht VW am Montag eine Kehrtwende, für Schnäppchenjäger wird es erst am Donnerstag spannend.
Kommentieren
VW will selbst in die Fertigung von Batteriezellen einsteigen. Quelle: dpa
Fertigung von Hightech-Batterien für Autos

VW will selbst in die Fertigung von Batteriezellen einsteigen.

(Foto: dpa)

Düsseldorf 900 Millionen Euro investiert VW, anders als noch vor drei Jahren geplant, in die Fertigung von Batteriezellen – und lädt dazu am Montag die Presse nach Salzgitter. Weitere Überraschungen könnte die deutsche Wirtschaft diese Woche vor Gericht erleben.

Montag, 10 Uhr: Volkswagen steckt eine Milliarde in „Blödsinn“

Autozulieferer Bosch hatte vor anderthalb Jahren noch einen Rückzieher gemacht. Nein, bekundeten die Stuttgarter im Februar 2018, man werde künftig nicht mehr an Batteriezellen forschen – und erst recht keine Produktion in Deutschland aufbauen. Die finanziellen Risiken seien zu groß.

Den Job übernimmt jetzt einer der größten Kunden selbst. Fast eine Milliarde Euro nimmt der VW-Konzern in die Hand, um sie in die Batteriezellenfertigung zu investieren. Für diesen Montag hat man nach Salzgitter geladen, um im Beisein der Medien die Pilotlinie zu starten.

Damit das Herzstück der Elektromobilität keine reine Angelegenheit von Koreanern, Amerikanern und Chinesen bleibt, hat man in der niedersächsischen Stadt ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem schwedischen Batteriehersteller Northvolt gegründet. Darüber hinaus beteiligt sich VW mit einem Anteil von 20 Prozent am Joint-Venture-Partner. 2023/2024 soll die Batteriezellenproduktion in Salzgitter starten, und das mit einer Jahresleistung von 16 Gigawattstunden.

Es sei denn, VW überlegt es sich noch einmal anders – was in der Wolfsburger Konzernführung nicht ungewöhnlich wäre. Vor drei Jahren noch hatte der damalige VW-Chef Matthias Müller dem Handelsblatt auf die Frage nach einer Batteriezellenfertigung geantwortet: „So einen Blödsinn machen wir sicherlich nicht.“

Dienstag: Wird Teamviewer das nächste Wirecard?

Mit einem Kursanstieg um das 185-Fache faszinierte der IT-Anbieter Wirecard seit seinem Börsendebüt die Aktionäre. Nun gibt es womöglich einen aussichtsreichen „Nachfolger“.

An diesem Dienstag endet die Angebotsfrist für den Göppinger Softwareanbieter Teamviewer, den der Finanzinvestor Permira am Tag darauf an die Börse bringen will. Das Emissionsvolumen ist mit 1,41 bis 2,31 Milliarden Euro beachtlich. Inklusive der Anteile, die bei Permira verbleiben sollen, könnte die Marktkapitalisierung am Ende 4,7 bis 5,5 Milliarden Euro betragen.

Dabei hatte die Unternehmensgeschichte vor 14 Jahren bescheiden begonnen: Den Gründer nervte es, dass die Mitarbeiter seiner damaligen Softwarefirma immer zum Kunden fahren mussten, um die Produkte zu präsentieren. Er ließ ein Programm zur Präsentation aus der Ferne entwickeln. Es war die Grundlage für die Fernwartung und für Teamviewer.

Den höchsten Milliardengewinn aber streicht damit wohl der Finanzinvestor Permira ein. Er soll dem Alteigentümer GFI Software 2014 für den Erwerb von Teamviewer gerade einmal 1,1 Milliarden Dollar gezahlt haben.

Donnerstag, 11 Uhr: „Black Friday“ vor Gericht

Wer hat’s erfunden? Reichte zur Antwort im Fall von Schweizer Kräuterbonbons ein 30-Sekunden-Spot, zündelt der Streit in der Causa „Black Friday“ schon seit drei Jahren. Am Donnerstag will das Bundespatentgericht nun eine Entscheidung fällen.

Im Dezember 2013 hatte sich die Klingenthal Südring GmbH das Schutzrecht an der Marke „Black Friday“ in Deutschland eintragen lassen. Konkurrierende Onlineportale wie Black-Friday.de überzog die Firma in der Folge mit Abmahnungen, in denen sie eine Vertragsstrafe von 10.000 Euro plus Anwaltskosten androhte.

Zum Profiteur wurde die in München ansässige Black Friday GmbH, die die exklusiven Nutzungsrechte erwarb. Auf ihrem Portal „blackfridaysale.de“ hortete sie zum Verkaufstag Internetlinks großer Onlinehändler, die pro Klick eine Gebühr zu zahlen haben.

Black-Friday.de erwirkte zwar im März 2018 beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) die Löschung der Wortmarke „Black Friday“, doch der Rivale zog dagegen vor Gericht.

Erfunden hat er den „Black Friday“ freilich nicht. Etabliert hat sich der Schnäppchentag in den USA, wo er Ende November als Brückentag zwischen Thanksgiving und dem anschließenden Wochenende traditionell Millionen von Weihnachtseinkäufern lockt.

Vielleicht aber erkennt es das Gericht den Klägern als kreative Leistung an, dass sie den aus deutscher Kundensicht grundlosen Termin trotzdem mehr und mehr in ein Shopping-Event verwandelten.

Donnerstag: Urteil gegen Tönnies-Betrüger

Als träfe sich Fleischfabrikant Clemens Tönnies nicht schon oft genug mit seinen Kontrahenten vor Gericht, geht es vor dem Bielefelder Landgericht nun auch noch um einen bandenmäßigen Betrug – und zwar gegen seine Firma. Am Donnerstag wird ein Urteil erwartet.

Drei seiner Mitarbeiter am Standort Rheda-Wiedenbrück, dem Vernehmen nach mit rumänischem Pass, hatten laut Anklage Wiegescheine gefälscht und dafür von zwei polnischen Viehlieferanten Schmiergeld angenommen. Insgesamt sei dadurch seit 2016 ein Schaden von vier Millionen Euro entstanden.

Die Täter sind zwar weitgehend geständig. Das Schmiergeld, die Rede ist von 150.000 Euro, bleibt aber verschwunden.

Freitag: Berliner Airport-Provisorium könnte Dauerlösung werden

Über 800 Leerflüge pro Jahr von Köln/Bonn nach Berlin – und das nur, weil der geplante Regierungsterminal am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) weiterhin nicht bezugsfertig wird. 

Doch das Problem könnte zügiger gelöst werden, als es zuletzt schien. Am Freitag wird sich damit voraussichtlich auch die Aufsichtsratssitzung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH in Schönefeld beschäftigen.

Die Bundesregierung erwägt offenbar, auf den Bau eines neuen Regierungsterminals für die Abfertigung von Staatsgästen und Ministern in Schönefeld zu verzichten. Das jedenfalls berichtet die „Berliner Morgenpost“. Setzen sich die Überlegungen durch, könnte der bereits fertige Interimsterminal am Rande des Airport-Geländes langfristig als Regierungsflughafen genutzt werden.

Noch aber muss untersucht werden, ob sich das 70 Millionen Euro teure Provisorium langfristig für Regierungsmitglieder und Staatsgäste eignet. Ursprünglich hatte das Bundesfinanzministerium die Kosten des Regierungsflughafens auf 344 Millionen Euro geschätzt.

Mehr: Ursprünglich sollte der Terminal 2 des BER im Oktober 2020 eröffnet werden. „Bauliche Anpassungen“ machen das Datum jedoch unwahrscheinlich.

Startseite

Mehr zu: Vorschau - Batteriezellen-Blödsinn und Streit um Black Friday: Die Firmenereignisse der Woche

0 Kommentare zu "Vorschau: Batteriezellen-Blödsinn und Streit um Black Friday: Die Firmenereignisse der Woche"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote