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Vorschau Börsenflucht und miese Urlaubsstimmung: Die Top-Firmenereignisse der Woche

Gleich mehrere deutsche Konzerne dürften in der kommenden Woche für Enttäuschung sorgen. Einer von ihnen will die Börse ganz verlassen. Die Vorschau.
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Der Dax-Konzern hat die Prognose für 2019 bereits im Januar gesenkt. Am Dienstag zeigt sich, ob er die neuen Ziele aufrecht erhält. Quelle: dpa
Die Zentrale von Henkel in Düsseldorf

Der Dax-Konzern hat die Prognose für 2019 bereits im Januar gesenkt. Am Dienstag zeigt sich, ob er die neuen Ziele aufrecht erhält.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Berichtssaison nähert sich dem Ende. Mit RWE und Henkel präsentieren in der anstehenden Woche nur noch zwei Dax-Konzerne ihre Quartalsergebnisse. Bewegung gibt es aber vor allem in der zweiten Reihe.

Dienstag, 7 Uhr: Media-Saturn-Mutter Ceconomy ringt um ihre Gewinne

Mit Sprüchen wie „Ich bin doch nicht blöd“ oder „Geiz ist geil“ schreckten Media Markt und Saturn vor 15 Jahren ihren Wettbewerb. Die Konkurrenten nannten die übermächtigen Rivalen „Category-Killer“, gegen die kaum zu bestehen sei.

Heute schreckt deren Holding Ceconomy nur noch die Aktionäre. Seit Anfang 2018 hat sich der Wert ihrer Aktie – die in Wirklichkeit das alte Metro-Papier abzüglich des Lebensmittelgeschäfts ist – mehr als halbiert.

Dass es nach der Preisgabe der Quartalszahlen am kommenden Dienstag eine Wende gibt, ist kaum zu erwarten. Analysten erwarten im Schnitt einen Verlust von 14 Cent je Aktie. Weil die Elektronikfachmärkte der Internet-Konkurrenz vom Schlage Amazon oder Notebooksbilliger.de wenig entgegenzusetzen haben, schrieb Ceconomy im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von 212 Millionen Euro. 

Um wirtschaftlich die Wende einzuläuten, hat Konzernchef Jörn Werner vor wenigen Tagen angekündigt, Hunderte Arbeitsplätze zu streichen – davon allein 600 in der Verwaltung. Viele sollen die Zentrale in Ingolstadt schon vorab verlassen haben. Welchen alten Werbespruch sie dabei vermutlich leise vor sich hinmurmelten, ist leicht zu erraten.

Dienstag, 8 Uhr: Henkel klebt an der Autokonjunktur

Den Kommentar, den Henkel-Chef Hans Van Bylen Anfang Juli in einem Interview gab, klang alles andere als beruhigend. „Wir arbeiten hart daran, unsere Ziele zu erreichen, die wir Anfang des Jahres bekanntgegeben haben, auch wenn der Gegenwind höher ist als erwartet“, sagte der Belgier. Dabei hatte sein Düsseldorfer Dax-Konzern die Prognose für 2019 schon einmal im Januar gesenkt.

Am Dienstag präsentiert Henkel nun seine Halbjahreszahlen und muss sich offiziell dazu äußern, ob es beim bisherigen Ausblick bleibt. Zu schaffen macht dem familiendominierten Konzern die Flaute in der Automobilindustrie. Denn die gilt als Hauptkunde seiner Klebstoffe.

Allein auf das weniger konjunkturanfällig Konsumentengeschäft rund um Persil, Pritt und Fa vertrauen die Anleger schon seit längerem nicht mehr. Binnen Jahresfrist verloren die Aktien 15 Prozent an Wert.

Dienstag, 8 Uhr: Boeing vermiest Tui die Urlaubsstimmung

Am kommenden Dienstag muss Tui-Konzernchef Fritz Joussen bei der Vorlage seiner Quartalszahlen ein Rätsel erklären: Dass sein ärgster Verfolger Thomas Cook das drohende Aus vor Augen hat, müsste den Konzern aus Hannover zum Liebling der Anleger machen. Doch die Tui-Aktie fiel im Juni auf ein Sechs-Jahres-Tief – und hat sich davon bis heute kaum erholt. 

Ein Grund für die bescheidene Bewertung sind die Überkapazitäten im spanischen Reisegeschäft, die den eigenen Ertrag mindern. Ein anderer ist ein Dilemma im Fluggeschäft. Weil die bestellten Maschinen vom Typ Boeing 737 Max weiterhin nicht eingesetzt werden dürfen, muss sich Tui das Fluggerät derzeit teuer bei anderen Gesellschaften borgen. 

Die ganze Geschichte aber dürfte das nicht sein. Vor sechs Jahren bescherte der Hannoveraner Reiseveranstalter seinen Aktionären hohe Verluste, für das laufende Geschäftsjahr erwarten Analysten hingegen im Schnitt einen Nettogewinn von 759 Millionen Euro.

Mittwoch, 7.30 Uhr: Axel Springer bereit zur Börsenflucht

Einen solchen Bericht wird man womöglich bald vermissen müssen: Am Mittwoch legt der Berliner Medienkonzern seine Quartalszahlen vor, doch ein Ende dieser Tradition ist absehbar.

Mitte vergangener Woche meldete das Zeitungshaus („Bild“, „Welt“), dass man durch ein öffentliches Rückkaufangebot inzwischen 73 Prozent der Aktien unter der eigenen Kontrolle habe, sprich: sich im Besitz des US-Finanzinvestors KKR, der Verlegerwitwe Friede Springer und von Vorstandschef Mathias Döpfner befinden. Durch eine Nachfrist bis zum 21. August wird sich der Anteil höchstwahrscheinlich noch erhöhen.

Ziel der Geschäftspartner ist es, Axel Springer von der Börse zu nehmen. Als Privatunternehmen soll sich der Konzern weiter von einem traditionellen Printmedienhaus zu Europas führendem Digitalverlag verwandeln. Schon im Geschäftsjahr 2018 erwirtschaftete er 71 Prozent der Erlöse und 84 Prozent des Gewinns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen mit digitalen Aktivitäten.

Die Weichen dazu sind nun gestellt. Die von KKR geforderte Annahmequote hat die Mindestannahmeschwelle von 20 Prozent zumindest deutlich überschritten.

Freitag, 9.30 Uhr: Fünf Sterne gegen Bares

Der Firmenname hätte selbst Ahnungslose stutzig machen müssen: Fivestar Marketing nennt sich die Firma, die am kommenden Freitag ein Urteil vor dem Landgericht München erwartet. Wer sich als Hotelier oder Gastwirt auf einschlägigen Bewertungsseiten im Internet nach oben schummeln wollte, nutzte in der Vergangenheit dessen Dienste.

Doch die Täuscher, die ihren Kunden gegen Geld stets Top-Bewertungen verpassten, flogen auf. Denn die angeheuerten Undercover-Mitarbeiter, die blumige Rezensionen verfassten, tauchten auf den Kundenlisten der Unterkünfte und Gastronomiebetriebe nie auf. Als dann auch noch ein Hotel in Nordrhein-Westfalen zugab, Bewertungen gekauft zu haben, zog das Bewertungsportal Holidaycheck vor Gericht.

Manche finden für die Fake-Kommentare sogar Verständnis. „Unternehmer hatten sich auch immer wieder mit sehr negativen Bewertungen auseinanderzusetzen, die gegebenenfalls auch missbräuchlich waren“, sagte Julia Berger von der Verbraucherzentrale Bayern einer Münchener Tageszeitung. Mit den gekauften Lobeshymnen setzten sich nun einige zur Wehr.

Die Vollstreckung des Urteils dürfte dem Landgericht allerdings nicht leicht fallen. Der Beklagte hat seinen Firmensitz im mittelamerikanischen Zwergstaat Belize.

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