Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Vorschau Hyperloop statt Hafenrundfahrt: Die fünf Firmen-Highlights der Woche

Fliegende Schiffscontainer, VW-Elektroautos, schwächelnde Billigflieger: In dieser Woche drehen sich alle fünf Top-Ereignisse um die Mobilität.
Kommentieren
HHLA-Chefin Angela Titzrath hat ehrgeizige Pläne für die Zukunft der Logistik. Quelle: dpa
Container im Hamburger Hafen

HHLA-Chefin Angela Titzrath hat ehrgeizige Pläne für die Zukunft der Logistik.

(Foto: dpa)

(1) Montag, 10 Uhr: Angela trifft Angela im Neuland

Forsche Ankündigungen von Flugtaxis, spektakulärer Latex-Auftritt beim Deutschen Computerspielpreis – geht es ums digitale Neuland, stiehlt Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) ihrer Chefin Angela Merkel seit Monaten die Show.

Am Montag sucht die Bundeskanzlerin nun Schützenhilfe bei Vornamens-Vetterin Angela Titzrath. Die Vorstandschefin des Hamburger Hafenbetreibers HHLA wird ihr bei der Visite des Container-Terminals Altenwerder (CTA) voraussichtlich Visionen präsentieren, die an den Science-Fiction-Pionier Jules Verne erinnern.

Dass sich die Stahlboxen fahrerlos und autonom durch das modernste Hafenterminal Hamburgs bewegen, hält die gebürtige Bonnerin nämlich längst für eine olle Kamelle. Seit Monaten bastelt Titzrath mit Partnern an einem Hyperloop – einer luftlosen Röhre, die Container mit hoher Geschwindigkeit vom Hafenbecken ins Umland befördert.

Geht es nach der ehemaligen Post-Personalvorständin, sollen künftig sogar Drohnen für den Transport der Stahlboxen zum Einsatz kommen. Dabei wären am dringendsten Flugschiffe gefragt. Den in die Höhe wachsenden Containerfrachtern nämlich versperrt Hamburgs Köhlbrandbrücke auf der Fahrt zum CTA lästigerweise den Weg.


(2) Dienstag, 7 Uhr: Infineons China-Syndrom

Ende März kürzte Infineon-Vorstandschef Reinhard Ploss die Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr, doch die Anleger verhielten sich, als sei nichts gewesen. Der Aktienkurs kletterte munter weiter. Am Dienstag um sieben Uhr, wenn der Münchener Chiphersteller seine Halbjahreszahlen vorlegt, wird deutlich, ob sich die Optimisten irrten.

Der 1999 vom Mutterkonzern Siemens abgespaltene Dax-Konzern leidet nicht nur wie die meisten Wettbewerber unter dem Preisverfall der Massenspeicher. Auch die Nachfrage, die in den vergangenen Jahren jeweils im Schnitt um neun Prozent stieg, hat sich deutlich abgekühlt.

Ausgerechnet die starke Stellung von Infineon im Automobilmarkt, dem die Münchener rund 40 Prozent ihrer Halbleiter liefern, bereitet Sorge. Insbesondere in China, dem wichtigsten Absatzmarkt für Fahrzeuge, schwächeln die Neuzulassungen.

Über Wohl oder Wehe von Infineon entscheidet deshalb kaum die Strategie des Vorstands, sondern US-Präsident Donald Trump. Seine neue Twitter-Attacke befeuert den Handelsstreit mit dem Chinesen, was auch Infineons Chip-Geschäft im Reich der Mitte erschwert.


(3) Dienstag, 10 Uhr: Lufthansa und der Aberglaube

Die Schar der Piloten gilt als ein abergläubisches Gewerk. Mit dem Finger nach oben zeigen? Niemals. Andernfalls, fürchten viele Flugkapitäne, drohe schlechtes Wetter.

Entsprechend mulmig dürfte Lufthansa-Chef Carsten Spohr zumute sein, wenn er diesen Dienstag die Hauptversammlung genau an jenem Ort eröffnet, wo Werner Baumann nur elf Tage zuvor die schlimmste Demütigung hinnehmen musste, die es je für einen Dax-Chef gab: Dort, im World Conference Center in Bonn, verweigerten die Anleger dem Bayer-Chef unlängst die Entlastung.

Indes: Selbst wenn der gelernte Pilot Spohr alle zehn Finger zum Himmel reckt, wird ihm ein ähnliches Donnerwetter seiner Anteilseigner voraussichtlich erspart bleiben. Die Kranich-Airline erholt sich derzeit vom Verspätungs-Chaos des vergangenen Sommers, die Dividende bleibt auf Vorjahresniveau. (Lesen Sie hier den großen Bilanzcheck)

Auf Jubel aber wird auch Spohr vergeblich warten. Die Ertragsschwäche der Billigtochter Eurowings belastet den Konzern, der 2018 weniger verdiente als im Vorjahr. Auch das erste Quartal 2019 erschreckte. All dies kostete die Aktie seit der letzten Hauptversammlung 13 Prozent an Flughöhe. Also, Käpt‘n Spohr, besser noch einmal auf Holz klopfen!


(4) Mittwoch, 13 Uhr: Verkaufsstart für neuen VW-Stromer

Wer knapp 30.000 Euro übrig hat, sollte sich den Mittwoch im Kalender anstreichen. Ab ein Uhr mittags öffnet Volkswagen die Vorbestellungsliste für das neue Elektroauto ID, was der Wolfsburger Konzern – Rivale Tesla lässt grüßen – neudeutsch als „Pre-Booking“ bezeichnet.

Mit mehr als 20 E-Modellen will VW bis 2025 bei E-Autos die globale Nummer eins sein, wozu die Marke eine Million verkaufte E-Fahrzeugen anpeilt.

Neben Einzelheiten zum Vertrieb will Volkswagen am Mittwoch zudem erste Details über sein vollelektrisches Fahrzeug verraten, das im September auf der IAA in Frankfurt präsentiert wird. Eines steht für Experten jetzt schon fest: Für jeden „ID 3“, der laut Fachpresse 400 Kilometer Reichweite besitzen soll, legt der Konzern erst einmal 3000 Euro obendrauf.


(5) Donnerstag, 10.30 Uhr: Bosch auf Zickzackfahrt

Zuletzt war er mit 47 Milliarden Euro Umsatz nicht nur der weltgrößte Automobilzulieferer, er war auch der umstrittenste. Am Donnerstag gibt der Zündkerzen- und Dieseleinspritz-Erfinder Bosch in Renningen bei Stuttgart Einblick in das abgelaufene Geschäftsjahr.

Das schwäbische Stiftungsunternehmen steht derzeit wie kein zweites im Mittelpunkt der Mobilitätsdiskussion. Einerseits ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen acht Bosch-Beschäftigte sowie gegen unbekannt, weil aus Stuttgart mutmaßlich Beihilfe zum Dieselbetrug kam.

Anderseits stellte sich Bosch vor wenigen Tagen mit einem Paukenschlag an die Spitze einer neuartigen Antriebstechnik. Ab 2022 will der Zulieferer künftig das Herzstück eines Brennstoffzellenantriebs – die sogenannten Stacks – entwickeln. Und zwar in einer Lizenz des schwedischen Unternehmens Powercell.

Den zunächst geplanten Einstieg in die Serienfertigung von Batteriezellen hatten die Schwaben vor einem Jahr verworfen. Mit der neuen Antriebsstrategie brüskiert Bosch nun Volkswagen-Chef Herbert Diess. Der bisherige Großkunde setzt zum Erreichen der Klimaziele ausschließlich auf Elektroautos.

Startseite

0 Kommentare zu "Vorschau: Hyperloop statt Hafenrundfahrt: Die fünf Firmen-Highlights der Woche"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.