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Vorschau Musks Marsrakete und Boeings bittere Bilanz: Die Top-Firmenereignisse der Woche

Boeing, Bahn, BASF, Tesla und weitere Konzerne legen in den nächsten Tagen Zahlen vor. Vor den Berichten bangen Investoren und Kunden.
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Verfehlt sein Automobilkonzern Tesla wieder einmal die Ziele, prahlt der gebürtige Südafrikaner oft mit neuen visionären Ideen. Quelle: AP
Elon Musk

Verfehlt sein Automobilkonzern Tesla wieder einmal die Ziele, prahlt der gebürtige Südafrikaner oft mit neuen visionären Ideen.

(Foto: AP)

Düsseldorf Der Kalender für die kommende Woche ist prall gefüllt mit Halbjahresberichten mächtiger Konzerne. Voraussichtlich werden nicht alle die Anleger begeistern.

Mittwoch, 13.30 Uhr: Hoffnungen für Boeing verfliegen

Für den Flugzeugbauer Boeing aus Seattle naht am Mittwoch die Stunde der Offenbarung. Es geht um die Frage, welchen Schaden das Grounding der von den Flugbehörden gesperrten 737 Max finanziell hinterlässt. Nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten dürfen die Flugzeuge dieser Serie nicht mehr starten, bis mögliche Konstruktionsfehler behoben sind.

Die Folge: Im zweiten Quartal 2019 lieferte der Flugzeugbauer lediglich 90 Passagierflieger aus, was einem Einbruch von 54 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gleichkommt. Am Donnerstagabend verkündete der Konzern, dass das 737-Debakel die Bilanz mit zusätzlichen 4,9 Milliarden Dollar belastet. Damit dürfte der Airbus-Konkurrent tief in die roten Zahlen geraten.

Nur wenn Boeing im zweiten Halbjahr wieder Boden gewinnt und die auf Halde produzierten 737 Max endlich ausliefern kann, dürfte das Geschäftsjahr einigermaßen zu retten sein.

Doch danach sieht es aktuell nicht aus. Am Donnerstag folgte die US-Fluggesellschaft Southwest Airlines ihren Wettbewerbern American Airlines und United – und strich ihre geplanten Flüge mit dem unsicheren Boeing-Jet bis Anfang November.

Mittwoch, 23 Uhr: Teslas Reise zum Jupiter

Die Show von Elon Musk ist immer dieselbe. Verfehlt sein Automobilkonzern Tesla wieder einmal die Ziele, prahlt der gebürtige Südafrikaner anderswo mit neuen visionären Ideen. Marsraketen zum Beispiel.
Gespannt sein darf man deshalb am Mittwochabend, wenn das kalifornische Unternehmen seine Gewinnzahlen für das erste Halbjahr vorlegt. Geht es womöglich bald zum Jupiter?

Doch Science-Fiction-Fans könnten diesmal enttäuscht werden. Im zweiten Quartal gewährte die US-Regierung zum letzten Mal üppige Zuschüsse beim Kauf von Elektroautos, bevor sie Anfang Juli die Subventionen halbierte. Last-Minute-Käufer könnten deshalb dem Geschäft einen Sondereffekt beschert haben. Aber der Jupiter kann warten.

Donnerstag, 7 Uhr: BASF-Bonität im Lackmustest

Wenn der Chemieriese BASF am Donnerstagmorgen die Ergebnisse für das zweite Quartal präsentiert, wird von den Anlegern kaum noch jemand hinhören. Schon im Vorfeld hatte der Ludwigshafener Dax-Konzern seine Ertragsaussichten für das laufende Jahr massiv zurückgeschraubt – und die Aktie fast auf ein Jahrestief stürzen lassen.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie vor Sondereinflüssen werde 2019 um bis zu 30 Prozent unter Vorjahr liegen, warnte der seit einem Jahr amtierende Vorstandschef Martin Brudermüller. Und das bei einem leicht rückläufigen Umsatz. Bis dahin hatte er seinen Anlegern ein Erlösplus von bis zu fünf Prozent versprochen, ebenso ein Plus beim Ebit von einem bis zehn Prozent.

Einer wird am Donnerstag dennoch genauer hinschauen: die Ratingagentur Moody‘s. Sie prüft derzeit, ob die kommode Bonitätsnote „A1“ für BASF noch angemessen ist. Falls nicht, könnte zu dem Pech auch noch Unglück hinzukommen. Leidet die Kreditwürdigkeit, wird das Geldausleihen teurer. Das aber träfe den Reingewinn – und die Aktionäre.

Donnerstag, 11 Uhr: Lieber Telefon als Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn schaltet in den Sparmodus. Wenn Vorstandschef Richard Lutz am Donnerstag Auskunft gibt über die Erfolge des abgelaufenen Halbjahrs, spart er sich den Konferenzraum im benachbarten Vier-Sterne-Hotel und den Kaffee für die Journalisten. Eine Telefonschalte muss diesmal genügen.

Dort werden sie dann erfahren, ob die Bahn im ersten Halbjahr die vom Bundestag festgelegte Schuldengrenze von 20,4 Milliarden Euro überschritten hat. Das nämlich steht angesichts der hohen Investitionen und der schwindenden Ertragskraft zu befürchten.

Der Schwenk hin zum Telefon hat etwas Positives: Wer als Berichterstatter von außerhalb Berlins hätte anreisen müssen, dem wäre die Bahnfahrt womöglich zum zittrigen Abenteuer geworden. Im abgelaufenen Monat meldete die DB nur noch 69,8 Prozent aller Fernverkehrszüge als pünktlich.

Donnerstag, 11 Uhr: Vor Gericht droht die Urlaubssteuer

Laut Deutschem Reiseverband (DRV) geht es um mögliche Steuernachforderungen von „deutlich mehr als 1,4 Milliarden Euro“, wenn der Bundesfinanzhof am Donnerstag sein Urteil spricht. Zu zahlen wären sie von deutschen Reiseveranstaltern, die Urlaubern in der Vergangenheit Hotelzimmer vermittelten. Zudem drohe den Pauschalanbietern, falls das Urteil gegen sie ausfällt, eine jährliche Mehrbelastungen von 230 Millionen Euro.

Zwar geht es zunächst nur um eine Klage des Münsteraner Veranstalters Frosch Reisen gegen seinen Steuerbescheid, mit dem sich das Gericht (Aktenzeichen III R 22/16) befasst. Doch das Urteil dürfte zum Musterfall werden.

Mit Billigung des Finanzgerichts Münster hatte sich die Finanzverwaltung entschlossen, die vermittelten Hotelzimmer steuerlich wie angemietete Betriebsräume zu werten. Die Begründung: Pacht-, Miet- und Leasingzahlungen für „unbewegliche Anlagegüter“, also Betriebsgebäude, erhöhen seit 2008 üblicherweise die Gewerbesteuer.

Betroffen sind nach Angaben des DRV etwa 2500 Reiseveranstalter sowie jeder vierte Busreiseanbieter. Ein Drittel von ihnen habe angekündigt, nach einem negativen Gerichtsurteil Unternehmensanteile ins Ausland zu verlagern.

Am Ende aber müssten wohl auch deutsche Urlauber tiefer in die Tasche greifen, falls die Veranstalter nicht auf den Mehrkosten sitzen bleiben wollen. Der DRV spricht deshalb schon jetzt vorsorglich von einer „Urlaubssteuer“.

Mehr: Die USA sind Forschungsweltmeister. US-Konzerne wie Amazon oder Apple geben am meisten für Innovationen aus. In Deutschland wird zwar noch investiert, aber hauptsächlich von der Autoindustrie.

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