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Vorschau Post-Visionen und Osram-Blendlicht: Die Top-Firmenereignisse der Woche

In der Feiertags-Woche werden wichtige Weichen gestellt. Bei DHL, RWE und der Siemens-Abspaltung Osram geht es in den nächsten Tagen um die Zukunft.
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Der Logistikmanager stellt seine Zukunftsstrategie vor. Quelle: dpa
Post-Chef Appel

Der Logistikmanager stellt seine Zukunftsstrategie vor.

(Foto: dpa)

Trotz des Feiertags am kommenden Donnerstag ist der Terminkalender für Deutschlands Wirtschaftsunternehmen diese Woche prall gefüllt. Ein Überblick.

Montag, 10 Uhr: Per Tauschgeschäft zum Börsenstar

Wer Briefmarken tauscht, kennt solche Chancen: Komplettieren beide Seiten ihre bis dahin unvollständigen Sätze, steht jeder am Ende als Gewinner da. Seit dem 17. September, dem Tag, als Brüssels Kartellwächter ihren komplizierten Tauschdeal durchwinkten, ähneln auch RWE-Chef Rolf Martin Schmitz und Eon-Lenker Johannes Teyssen solchen Briefmarkenfreunden. Das Album mit den neuen Optionen will RWE der Presse nun am Montag in Essen präsentieren.

Für den Essener Stromkonzern liegen die Vorteile schon jetzt auf der Hand. Nach der Zerschlagung der Beteiligungstochter Innogy, die mehrheitlich an Eon geht, wird der Dax-Konzern überwiegend zu einem Energieproduzenten aus regenerativen Quellen wie Wind und Sonne.

Zudem erhält er 17 Prozent Anteil am Wettbewerber Eon. Als größter Aktionär des Rivalen, der dort auch im Aufsichtsrat vertreten sein wird, bekommt RWE privilegierten Einblick in dessen Stromnetz. 

Seinen Aktionären muss RWE die Vorteile nicht lange erklären. Mit einem Kursplus von 34 Prozent binnen Jahresfrist ließ der Stromanbieter sämtliche Firmen im Dax weit hinter sich. Selbst der Dax-Aufsteiger MTU Aero Engines und der Kurssprinter Adidas schafften es nicht, den lange Zeit fußlahmen Stromriesen einzuholen.

Dienstag, 10.30 Uhr: Post-Chef blickt sechs Jahre in die Zukunft

Als Post-Chef Frank Appel im April 2014 seine Strategie bis 2020 vorstellte, nannte er sie „Focus.Connect.Grow“. Das mit dem „Focus“ klappte angesichts der hinzugekommenen Streetscooter-Produktion nur bedingt, das mit dem „Grow“ sogar noch weniger. Im vergangenen Jahr gingen Betriebsergebnis, Nettogewinn und freier Cashflow aufgrund von Sanierungsarbeiten im zweistelligen Prozentbereich zurück. Auch Appels Ziel, im Jahr 2020 mindestens fünf Milliarden Euro Betriebsergebnis auszuweisen, halten viele Analysten inzwischen für überambitioniert.

Dennoch wagt sich der oberste Postvorsteher am kommenden Dienstag mit einer weiteren Strategie vor, die bis ins Jahr 2025 reichen soll. Zum gemeinsamen Orakeln haben er und Finanzchefin Melanie Kreis nach Frankfurt ins konzerneigene „House of Logistics & Mobility“ geladen.

Am spannendsten aber wir an diesem Tag wohl eine ganz andere Frage sein: Bemüht sich der 58-jährige Appel nach elf Jahren an der Konzernspitze um eine weitere Amtszeitverlängerung? Das jedenfalls müsste er, um die neu verkündete Strategie selbst umsetzen zu können. Sein bisheriger Anstellungsvertrag endet schon im Oktober 2022.

Dienstag: Blendende Angebote für Osram

Leuchtet das Licht für die geplante Osram-Übernahme am Dienstag endlich grün – oder bleibt es rot? Für den Vollzug, so hat der bietende Chipkonzern AMS zur Voraussetzung gemacht, müssten ihm 62,5 Prozent der Stimmrechte angedient werden. Und das zu einem Kaufpreis von 41 Euro je Aktie.

Ob dies klappt, ist allerdings mehr als fraglich. Mitte letzter Woche legte der eigentlich schon in der Bieterschlacht unterlegene US-Finanzinvestor Bain Capital noch einmal nach. Gemeinsam mit dem Beteiligungsunternehmen Advent stellte er ein neues Übernahmeangebot in Aussicht – und versprach dabei einen „bedeutenden Aufschlag“ zur AMS-Offerte. Dabei hatte schon diese das verlustreiche Traditionsunternehmen mit 3,94 Milliarden Euro bewertet. Am Freitag hatte AMS die drohende Gegenofferte mit einem Trick torpediert. AMS zahlte Anlegern für Osram-Aktien statt der ursprünglich angebotenen 38,50 Euro nun 41 Euro, was automatisch nun auch für alle anderen Osram-Aktien gezahlt werden muss. Diesen Preis müssten Bain und Advent dann noch überbieten.

Mittwoch, 11 Uhr: Für Edeka wird es beim Bier ernst

Insgesamt 112 Millionen Euro an Bußgeldern sollten die Supermarktketten zahlen, weil sie angeblich Preise für Bier absprachen – und zwar mit einzelnen Brauereien. Das entschied das Bundeskartellamt in mehreren Bescheiden von 2015 und 2016.
Zu den betroffenen Händlern, die sich mutmaßlich zulasten ihrer Kunden bereicherten, zählten mehrere Edeka-Handelsgesellschaften, Metro, Kaufland, Netto und Rewe.

Edekas Regionalgesellschaften Nord und Hessenring, deren Bußgeld sich auf zusammen gut 18 Millionen Euro belief, aber wollen sich dem Urteil der Wettbewerbshüter nicht beugen. Schon seit längerem liegen den Gerichten ihre Einsprüche gegen die Bußgeldbescheide vor. Am Mittwoch, so der Plan, will sich das Oberlandesgericht Düsseldorf in einem Hauptverhandlungstermin um Aufklärung mühen.

Der Kölner Wettbewerber Rewe hatte es da leichter. Er überzeugte das Kartellamt, das auch in zahlreichen weiteren Sortimenten Preisabsprache aufdeckte, durch seine „frühzeitige und umfassende Kooperation“ – und kam so im Bier-Prozess ungeschoren davon. 

Samstag, 10 Uhr: Köln lädt die Hungrigen der Welt

Als die heute weltgrößte Lebensmittelmesse Anuga vor exakt 100 Jahren – damals in Stuttgart – zum ersten Mal ihre Tore öffnete, dürften viele froh gewesen sein, überhaupt etwas Essbares vorzufinden. Soeben hatte man den Ersten Weltkrieg beendet. Eine Hungersnot durchzog Europa.

Wenn ab Samstag 7.500 Unternehmen aus 106 Ländern in Köln ihre Innovationen vorstellen, erwartet die Besucher im Gegensatz dazu ein Übermaß. Bioprodukte, Lebensmittel mit geschützter Herkunft, Functional Food, gentechnikfreie Speisen und Mitnahme-Fertigprodukte stehen dann im Mittelpunkt. 

Auch Religiöses und Lebensanschauliches findet in den Deutzer Messehallen seinen Platz, darunter koschere Produkte, Halal-Lebensmittel, vegane und vegetarische Speisen und fair gehandelte Produkte. Sogar Leckeres soll es geben. Immerhin haben sich 925 Auszusteller aus Italien angemeldet.

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