Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Vorschau Verluste in der Luft, Ozeanpläne am Bodensee: Die fünf Firmenereignisse der Woche

Zu Lande, auf dem Wasser und in der Luft: Deutsche Unternehmen und ein irisches ringen derzeit mit den Ertragsaussichten, wie die Wochenvorschau zeigt.
20.05.2019 - 06:34 Uhr Kommentieren
Aktionäre warten gespannt auf die Jahreszahlen des irischen Billigfliegers. Quelle: Reuters
Ryanair

Aktionäre warten gespannt auf die Jahreszahlen des irischen Billigfliegers.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Wer will, kann bis zum Donnerstag warten, um sich über die Wirtschaft der kommenden sechs Monate ein Bild zu verschaffen. Das Institut für Wirtschaftsforschung streut an jenem Tag seinen monatlichen „ifo-Geschäftsklimaindex“ unters Volk, was üblicherweise die Märkte bewegt. Wer es genauer wissen will, sollte folgende Firmentermine im Blick behalten:

(1) Montag, 8 Uhr: Darum nervt Ryanair mit neuen Zuschlägen

Vor fast genau 20 Jahren, am 22. April 1999, landete der irische Billigflieger Ryanair erstmals in Deutschland. Was sich damals vom ehemaligen Militärflugplatz Frankfurt-Hahn aus anbahnte, sollte später selbst die Lufthansa in Turbulenzen bringen. Noch immer tut sich der Kranich schwer, eine passende Antwort auf die Kampfpreise der Iren zu finden. Der eigene Low-Cost-Ableger Eurowings, eigens zur Abwehr von Ryanair gegründet, schreibt Verluste.

Die allerdings sah Ryanair zuletzt auch selbst. Im abgelaufenen dritten Quartal flog Konzernchef Michael O’Leary mit 20 Millionen Euro in die roten Zahlen. Nicht nur die Tickets sind dort seither billig, sondern ebenso die Aktien.

Entsprechend gespannt ist der Markt auf die Jahreszahlen, die Ryanair am Montag vorlegt. Wiederholt hatte die Airline schon in den vergangenen Monaten die Gewinnprognosen gesenkt – auf zuletzt gut eine Milliarde Euro für das abgelaufene Jahr. Im Jahr zuvor hatte man sich noch über 1,45 Milliarden freuen dürfen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Damit es in diesem Jahr wieder besser läuft, hat sich O‘Leary bei der zugekauften Tochterfirma Lauda einen Trick ausgedacht. Familien oder Freunde, die bei der Platzwahl nicht auseinandergerissen werden wollen, haben ab sofort pro Flug und Passagier vier bis 15 Euro extra zu zahlen.

    (2) Mittwoch, 10 Uhr: Letzter Vorhang für Doctor Z.

    Beim Amtsantritt an der Spitze von Daimler kannte ihn jeder als ulkige Reklamefigur. Im US-Fernsehen hatte Dieter Zetsche 2006 als „Dr. Z“ für Modelle der damaligen Konzernmarke Chrysler geworben, indem er sich mit teutonischem Dialekt und preußischem Schnäuzer selbst persiflierte – und nebenbei einen angeblichen Autoreporter in die Verzweiflung trieb.

    Wenn für ihn auf der Hauptversammlung in Berlin nun 13 Jahre später der letzte Vorhang fällt, behalten ihn die meisten wohl eher als Ritter von der traurigen Gestalt in Erinnerung. Zwei Ertragswarnungen im abgelaufenen Geschäftsjahr, der Gewinn fast ein Drittel unter Vorjahr und auch das erste Quartal 2019 mehr als enttäuschend – dass Entwicklungschef Ola Källenius auf der Aktionärsversammlung nun offiziell das Zepter übernimmt, empfinden viele als Erlösung. Diesel-Rückrufaktionen und überbordende Investitionen in den Elektroantrieb werfen einen Schatten auf die Leistungen des 66-Jährigen, der Daimler einst in ungeahnte Höhen trieb.

    Lange vermissen wird man ihn auf den Daimler-Hauptversammlungen allerdings nicht. Nach einer Übergangsperiode von zwei Jahren soll er in den Aufsichtsrat zurückkehren, 2021 sogar Chefkontrolleur Manfred Bischoff ablösen.

    Dann darf er sich wieder Antworten überlegen wie einst im Werbespot, wo ihn Kinder fragten: „Ist der Schnurrbart echt?“

    (3) Mittwoch, 10 Uhr: Energiekonzerne als Glühwürmchen

    Nahezu gleichzeitig waren die zwei rivalisierenden Konzernabspaltungen im Herbst 2016 hoffnungsvoll an der Börse gestartet. Am Mittwoch droht nun dem Eon-Ableger Uniper dasselbe Schicksal, das dem RWE-Spinn-off Innogy so gut wie sicher ist: die gründliche Zerschlagung.

    Beim Aktionärstreffen in Düsseldorf kommt alles darauf an, ob der finnische Uniper-Großaktionär Fortum die Anträge zweier Hedgefonds unterstützt. Zum einen fordert Knight Vinke eine Aufspaltung, wobei Uniper das Russland- oder Schweden-Geschäft ausgliedern soll. Zum anderen drängt der US-Hedgefonds Elliott Uniper, einen Beherrschungsvertrag mit dem 49,9-prozentigen Anteilseigner Fortum abzuschließen.

    Winkt die Hauptversammlung beide Anträge durch, wäre das womöglich das Ende von Uniper. Nach einer Aufspaltung des Energiekonzerns könnte Fortum die eine Hälfte mehrheitlich übernehmen – eine Komplettübernahme war bislang an kartellrechtlichen Bedenken gescheitert.

    Am Ende droht Uniper damit ebenso unterzugehen wie Innogy. Der Energie-Nachbar in Essen wird derzeit in Einzelteile zerlegt und unter den Branchenriesen RWE und Eon aufgeteilt. Die frei werdenden Kunstnamen wandern dann wohl ins Industriemuseum, wo schon Arcandor und DaimlerChrysler in der Vitrine verstauben.

    (4) Mittwoch, 12:30 Uhr: Seefahrt hat genug vom Meer

    Die Bundeskanzlerin spricht, der Wirtschaftsminister ebenso. Zwei Veranstaltungstage gönnt die Nationale Maritime Konferenz den 800 geladenen Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden, Gewerkschaften und Politik, um über Seefahrt, Schiffbau oder Offshore-Windenergie zu debattieren. 

    Alle zwei Jahre organisiert der Maritime Koordinator der Bundesregierung die viel beachtete Konferenz – nun bereits zum elften Mal. Doch nach dem Niedergang der deutschen Containerseefahrt, die Kreditinstitute wie HSH, Commerzbank oder NordLB in den Abwärtsstrudel brachte, private Fondsanleger um ihr Erspartes und Reedereien wie Rickmers in die Insolvenz, will man vom Meer offenbar nichts mehr wissen.

    Statt an der Küste, wie all die Jahre zuvor, tagt die Maritime Konferenz nun in Friedrichshafen am Bodensee – fernab der hohen Wellen.

    (5) Donnerstag, 8:11 Uhr: Flixtrain - dasselbe in Grün?

    Neues Spiel, neues Pech? Nach den Verbindungen Stuttgart-Berlin und Köln-Hamburg startet der Flixbus-Ableger Flixtrain ab Donnerstag die Zugstrecke Köln-Berlin. 

    Das Erstaunliche dabei: Dank seiner dritten deutschen Fernzugverbindung stellt das Münchener Start-up einen historischen Rekord ein: Nie zuvor gab es in Deutschland ein größeres Konkurrenznetz zur DB. Nur die französische Transdev schaffte mit ihrem „Interconnex“ zwischen 2002 und 2014 zeitweise eine ähnlich starke Präsenz neben der Deutschen Bahn.

    Damit aber ist schon manches über die Zukunftschancen des Geschäftsmodells gesagt. Flixtrain-Vorgänger HKX, der seinen operativen Betrieb 2018 einstellte und zum Teil in Flixtrain aufging, schrieb neun Jahre lang Verluste – meist im zweistelligen Millionenbereich. Und auch die Flixtrain-Zahlen des vergangenen Jahres lassen wenig Positives erahnen: Verkaufte die Deutsche Bahn 2018 im Fernverkehr 145 Millionen Tickets, reisten per Flixtrain gerade einmal 750.000 Fahrgäste.

    Aber Grün, die Hausfarbe des Münchener Start-ups, ist ja bekanntlich die Farbe der Hoffnung.

    Mehr: Europawahl, Konjunkturdaten, Hauptversammlung der Deutschen Bank: Sie wollen wissen was in dieser Woche die Märkte bestimmt? Dann Lesen Sie hier unseren Dax-Wochenausblick.

    Startseite
    0 Kommentare zu "Vorschau: Verluste in der Luft, Ozeanpläne am Bodensee: Die fünf Firmenereignisse der Woche"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%