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Vorschau Zocker-Paradies und Vapiano-Schmalkost: Die Top-Firmenereignisse der Woche

Köln lockt diese Woche Aktionäre und Spieler. Für einige wird dies zum Karneval, für andere nicht. Vapiano-Aktionäre hingegen haben nichts zu lachen. Die Vorschau.
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Die weltgrößte Fach- und Publikumsmesse lockt mit 1000 Ausstellern aus mehr als 50 Ländern. Quelle: Reuters
Gamescom

Die weltgrößte Fach- und Publikumsmesse lockt mit 1000 Ausstellern aus mehr als 50 Ländern.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Die Volkswagen-Konstrukteure verabschieden sich vom Werbespruch „Das Auto“, Vapianos Aktionäre von der Hoffnung auf eine Dividende und Manager der Pleitefirma Windreich womöglich von ihrer Freiheit. Die Ereignisse der kommenden Woche.

Dienstag, 9 Uhr: Köln wird Hauptstadt für Zocker

Ab Dienstag verwandeln sich Kölns Messehallen in eine Manga-Welt fantasievoll kostümierter Zocker und E-Sportler. Über eine Woche lang lockt die Gamescom, die weltgrößte Fach- und Publikumsmesse für Video- und Computerspiele, mit 1000 Ausstellern aus mehr als 50 Ländern. 

Schon im vergangenen Jahr kamen 370.000 Besucher auf das Deutzer Gelände, diesmal sollen es noch mehr sein. Anders als die konkurrierende Spielemesse E3 in Los Angeles, auf der lediglich Fachbesucher Zutritt haben, gilt die Rhein-Metropole als ein Mekka der Spiele-Fans.

„Game over“ heißt es dagegen für die versprochene Förderung aus Berlin. Nachdem Verkehrs- und Digitalisierungsminister Andreas Scheuer Ende 2018 noch 50 Millionen Euro versprochen hatte, um den deutschen Anbietern nach dem Vorbild der Filmförderung internationales Ansehen zu verschaffen, sucht man diesen Posten nun im Bundeshaushalt 2020 vergeblich.

Bleibt zu hoffen, dass erboste Gamer den CSU-Politiker bei dessen Messebesuch nicht für ein Pokemon halten.

Mittwoch, 9 Uhr: Windreich erwartet stürmischen Gerichtsprozess 

Sechs Jahre nach der Insolvenz von Windreich und mehr als zwei Jahre nach der Klageerhebung startet in Stuttgart der Prozess gegen den Hauptangeklagten Firmengründer Willi Balz. Mit ihm müssen sich vor dem Landgericht sieben weitere Beschuldigte verteidigen, darunter Baden-Württembergs Ex-Wirtschaftsminister Walter Döring.

Die Staatsanwaltschaft wirft Balz Betrug, Bilanzfälschung und Insolvenzverschleppung vor, den übrigen Beschuldigten Beihilfe (Az. 16 Kls 151Js 103489/12). Insbesondere in den Jahren 2010 und 2011 soll der Windkraft-Pionier Umsätze und Forderungen manipuliert haben, um Konzernabschlüsse zu schönen.

Ein Teil der Klage beruht auf Aussagen von „Whistleblowern“, die Balz und einen für Windreich tätigen Wirtschaftsprüfer schwer belasteten. Die Tippgeber, denen die Staatsanwaltschaft Anonymität zusicherte, rücken insbesondere den Berater in die Nähe der italienischen Mafia, zudem sei er an einem EU-Subventionsbetrug beteiligt gewesen.

Firmengründer Balz hingegen streitet alle Vorwürfe ab und sieht sich selbst als Opfer. „Ich bin nicht gescheitert“, sagte er, „ich wurde gescheitert“. Mehrere seiner Berater ging er massiv an, ebenso den Insolvenzverwalter von Windreich. 

Am Ende musste selbst der eigene Anwalt aufgeben. Ihm warf Balz versuchten Betrug, versuchte Untreue und Parteiverrat vor.

Mittwoch, 10.30: Merkel bringt deutschen Airlines den Klimaschutz bei

Ein Segen, dass sich der Flughafen Halle/Leipzig von Berlin aus auch per Bahn ansteuern lässt. Denn der Tross von Politikern, angeführt von Bundeskanzlerin Angela Merkel, der sich dort am Mittwoch mit Vertretern der Flugindustrie und Gewerkschaften trifft, hat vor allem eines im Sinn: den Klimaschutz und klimaschonende Mobilität. 

Die Nationale Luftfahrtkonferenz solle die Debatten „zu Schlüsselfragen der Luftfahrt“ vorantreiben, heißt es in der Vorankündigung. Leipzig bilde den Auftakt zur Überarbeitung der Luftfahrtstrategie der Bundesregierung. 

Als Vorbild für deutsche Airlines eignet sich, wenn es um den Klimaschutz geht, unbestritten die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung. Auf Reisen deutscher Minister, des Bundespräsidenten und selbst der Bundeskanzlerin überzeugte sie schon mehrfach mit einem CO2-Ausstoß von null.

Mittwoch, 11 Uhr: Vapiano präsentiert Aktionären Schmalkost

Geplant war sie für den 5. Juni, nun lädt die Restaurantkette Vapiano für den kommenden Mittwoch zur ordentliche Hauptversammlung. Gäste der Italo-Kette hätten da wohl längst mit Stornierungen reagiert, Aktionären dürfte das weitaus schwerer fallen. Seit Anfang Juni verloren ihre Papiere fast ein Drittel an Wert. Wer jetzt verkauft, realisiert einen mächtigen Verlust.

In den Wochen dazwischen verhandelte die neue Konzernführung über eine Finanzspritze in Höhe von 47,7 Millionen Euro, um die Fastfood-Restaurants vor dem Ende zu bewahren. Der Filialist, der vergangenes Jahr einen Nettoverlust von 101 Millionen Euro zusammenbrutzelte, muss für das frische Geld einen Zinssatz zwischen zehn und 13 Prozent zahlen.

Doch das verwässerte nicht nur den erhofften Schluck aus der Dividenden-Pulle, möglichen Anlegern verdarb dies auch den Appetit.

Das einzig Überraschende an der nun heillos verspäteten Aktionärsversammlung in Köln: Zum Nachtisch bleiben dem Vorstand Gegenanträge von Aktionären, wie sie in solchen Krisen üblicherweise Hauptversammlungen garnieren, laut Einladung erspart.

Donnerstag, 10 Uhr: Volkswagen ist nicht mehr „Das Auto“

Wie sieht das neue, nur noch zweidimensionale VW-Logo aus? Wie klingt die künftige (weibliche) Werbestimme? Und hört sich der Sounddreiklang künftig ähnlich an wie bei BMW oder der Telekom?

Den Schleier will der Wolfburger Autobauer am 9. September auf der IAA lüften, gibt aber vorab auf einer Pressekonferenz in Wolfsburg an diesem Donnerstag schon einmal einen Vorgeschmack. Und das mit reichlich Unternehmensprominenz.

Angekündigt haben sich Ralf Brandstätter (COO der Marke Volkswagen), Jürgen Stackmann (Vertriebs- und Marketingvorstand Volkswagen), Jochen Sengpiehl (CMO Volkswagen) und Klaus Bischoff (Leiter Volkswagen Design).

Sie alle werden offenbar gebraucht, um die angereisten Journalisten darüber hinwegzutrösten, dass VWs Markenclaim entfällt. „Das Auto“, so viel sickerte bislang schon durch, ist künftig Geschichte. 

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