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Vorstandsgehälter Zum Teufel mit den Millionen-Boni!

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Dax-Konzerne begrenzen Gehälter nur auf dem Papier
Bei BMW sind die Spitzengehälter bereits begrenzet. Der Vorstandsvorsitzende kann höchstens 8,5 Millionen Euro verdienen. Quelle: dpa

Bei BMW sind die Spitzengehälter bereits begrenzet. Der Vorstandsvorsitzende kann höchstens 8,5 Millionen Euro verdienen.

(Foto: dpa)

Insgesamt erhöhte sich das Durchschnittsgehalt eines Dax-Konzern-Chefs im vergangenen Jahr um 400 000 auf gut fünf Millionen Euro. Angesichts dieser Dynamik macht sich Unmut breit. Auch im Betriebsrat von Daimler: „Die deutsche Industrie sollte sich verständigen, in welcher Form man die Vorstandsgehälter deckeln kann“, sagte Daimler-Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm.

Für Werner Wenning, Aufsichtsratschef des Energiekonzerns Eon, sind „Obergrenzen für die variable Vergütung selbstverständlich“. „Ich bezweifele jedoch, dass dazu gesetzliche Regelungen erforderlich sind, insofern sollte die Verantwortung des Aufsichtsrats und der Aktionäre nicht unnötig beschränkt werden“, sagte er dem Handelsblatt.

Viele Manager verweisen im Streit um Gehaltsobergrenzen darauf, dass die meisten Unternehmen bereits über Limits verfügten. Tatsächlich gibt es bei 28 der 30 Dax-Konzerne Beschränkungen für die Managergehälter. Selbst der VW-Konzern, dessen Vorstandschef Winterkorn 2011 fast 17 Millionen Euro kassierte, hätte „bei außerordentlichen Entwicklungen“ die Möglichkeit gehabt, die variablen Vergütungsbestandteile anzupassen. Nur: Die Aufsichtsräte nutzten diesen Passus nicht. Für 2012 aber wollen sie nach Informationen des Handelsblatts die Bezahlung der VW-Vorstände deckeln.

Aktionäre sollten über Gehälter entscheiden

Auch Daimler verweist darauf, dass die Höhe der Boni für seine Vorstände auf 200 Prozent des Grundgehalts gedeckelt sei. Ebenso haben die Dax-Konzerne Eon, Lufthansa, Adidas, Infineon, Telekom, BMW, Siemens, BASF, Allianz, Henkel, Heidelberg Cement und Bayer bereits eine Obergrenze. Warum also, fragen sie, sollten wir etwas ändern?

Bei der Lufthansa betragen die variablen Bestandteile der Vorstandsgehälter maximal 150 Prozent der Grundvergütung. „Hier wird etwas gefordert, das wir schon haben“, erklärte ein Sprecher von Adidas. Bei Infineon heißt es: „Wir sind mit unserem Vergütungssystem gut unterwegs.“

Auch beim Autokonzern BMW ist der variable Anteil der Vorstandsgehälter auf 7,5 Millionen Euro begrenzt. Konzernchef Reithofer könnte somit maximal 8,5 Millionen Euro verdienen. Bei Siemens können Vorstände zwischen 0,9 und 4,2 Millionen Euro verdienen - je nachdem, in welchem Maß sie ihre Ziele erreichen. Bei Vorstandschef Löscher liegt die Spanne zwischen 2,0 und 9,75 Millionen Euro.

Deshalb sperren sich viele Unternehmen trotz aller Appelle dagegen, ihre Regeln für Vorstandsgehälter zu ändern. Doch was nützen all die Hinweise auf mögliche Begrenzungen der Gehälter, wenn sie letztlich kaum etwas bewirken? „Auf dem Papier ist alles wunderbar geregelt“, sagt Professor Bernd Schichold, Präsident des Berufsverbands der Finanzexperten in Aufsichtsräten. „Dort steht dann: Der Aufsichtsrat prüft das Vergütungsmodell des Vorstands. Das passiert aber viel zu selten.“ Stattdessen, so Schichold, verließen sich die Chefkontrolleure zunehmend auf die Expertise von Personalberatern. Aber: „Die Aufsichtsräte müssen selber darüber nachdenken, was eine ,angemessene Vergütung' ist.“

Mitarbeit: M. Buchenau, D. Fockenbrock, S. Hofmann, A. Höpner, T. Hoppe, S. Iwersen, C. Kapalschinski, J. Koenen, M. Wocher

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17 Kommentare zu "Vorstandsgehälter: Zum Teufel mit den Millionen-Boni!"

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  • bin soeben überzeugt worden doch nicht piraten zu wählen

  • wie wärs wenn man ein paar neue steuerstufen ansetzt, die über 43k liegen?

  • Ich bin tatsächlich gespannt, ob sich die selben Personen, die sich vehement für Gehaltsobergrenzen in der Wirtschaft einsetzen, diese Argumentation konsequent im Spitzensport und im Show-Business durchhalten.... hier wird wahrscheinlich dann (wenn wundert es?)folgerichtig mit der schwindenden Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität argumentiert werden!Diese Neiddebatte ist ein typischer und regelmäßig Nebenkriegsschauplatz, um von den dringend notwendigen Strukturreformen abzulenken und suggeriert eine einfache Lösung für ein komplexes Problem. Aber so ist das mit dem Populismus - es kommt nur darauf an, die Mehrheit in eine Richtigung zu bewegen. Die Wahrheit bleibt auf der Strecke. Aber wie sagte schon "der große Lenin", eine Lüge, die man nur oft genug wiederholt, wird zur Wahrheit - also, nur weiter so Genossen des nationalen und internationalen Sozialismus- so zerstört ihr unser Gemeinwesen mit Sicherheit!

  • Das Problem ist ganz einfach:

    Was der Private dem Privaten zahlt geht grundsätzlich alle anderen aber mal gar nichts an! Wenn eine AG ihrem ersten Angestellten 10 Mios zahlen will, ist das deren Sache. Privatautonomie und basta, alles andere wäre Sozialismus!

    Die einzige Möglichkeit: Die Gemeinschaft verdient über einen Sondereinkommensspitzensteuersatz ab dem 10 Mio € mit meinetwegen 75 % kräftig mit (von mir aus auch ab 5 Mio). Die Einzelheiten sind verhandelbar. Das wäre meilenweit von einer konsfiskatorischen Besteuerung entfernt und damit auch unproblematisch vor Art. 14 GG zu rechtfertigen.

    Aber Achtung: Besser der status quo als Adieu in die Schweiz der Herrschaften, das ist leider Globalisierung und Freizügigkeit! Wenn Adieu in die Schweiz aber bitte strenge Kontrolle wie oft sich die Herren dann in der BRD aufhalten: Wenn Grenze überschritten = voll Steuerpflichtig.

    Es ist eine simple Abwägungsfrage!

  • Die Boni werden zum Höchststeuersatz versteuert (45 %), wie alle Einkommen ab 43.000 EUR im Jahr. Was soll Schäuble gegen Boni haben ? Ewige Neiddebatte.

  • Werden hier wieder Begründungen gerechtfertigt, damit Linksextremisten wieder vermummt losziehen sollen, alles zerschlagen ? Was soll so eine Überschrift ??

    "Den Angaben des Innenministeriums zufolge stieg die Zahl der Gewalttaten im linksextremen Spektrum um 31,4 Prozent. Die Zahl der rechtsextrem motivierten Gewalttaten stieg demnach um 2,7 Prozent."

    http://www.welt.de/newsticker/news1/article106291788/Politisch-motivierte-Kriminalitaet-auf-neuem-Hoechststand.html

    Von woher kommt also die Gewalt auf den Strassen in Deutschland ? Von den linksextremen vor allem. Das nur mal am Rande bemerkt.

    Wählt nicht die Grünen !
    Vor allem die Grünen als permanente Deutschen-Hasser haben ein Klima der Selbstverachtung, Übertoleranz und Selbstleugnung der Deutschen geschaffen - in ihrem Schatten und Schutz immer den einwandernden totalitären Islam ziehend, dessen agressive Auswüchse wir nun langsam zu spüren bekommen (Köln, Duisburg usw.). Die grüne Saat geht langsam aber sicher auf.

    Piraten wählen aus Protest gegen die undemokratischen, verknöcherten Alt-Parteien !

  • Hallo Cucco,
    2004 habe ich in einer Kolummne geschrieben. Wer als Bank hergeht und 3 Milliarden sogenannte "faule Kredite" zu einem Paket bündelt, eine 7% Anleihe daraus macht, vom Bafin genehmigen lässt und dieses Paket danach scheibchenweise verkauft, handelt in höchstem Maße fahrlässig. Man hat mich ausgelacht und verspottet. Die staatliche Aufsicht in Form der Bafin hat versagt! Sie seien doch keine Verbraucherschützer hat man mir von dr Bafin her gesagt. Danach hat die Bafin an den regeln für die Finanzvermittler rumgebastelt. Herausgekommen ist nicht eine strengere Prüfung der Finanzderivate, nein die Beraterregeln hat man verschärft. Rede über Fonds aber nicht über Aktien war das Ergebnis. Tatsache ist, dass die meisten offenen Immobilienfonds pleite sind. Nicht wegen der berater, sondern wegen der Bafin, die sich die Bewertung der einzelnen Immobilien in den Fonds angeschaut haben. Fazit in der Bafin sitzen hochbezahlte Juristen, die an der Krise vorbei entscheiden. Warum? Um die wahren Schuldigen Bankmanager und Bankbeiräte aus der Politik, die die kriminellen Konstruktionen ihrer Derivatenabteilungen nur wegen dem hohen Profit abgezeichnet haben.
    Es ist immer noch eine sehr starke Forderung, diese Abteilungen gerade bei den Landesbanken streng zu prüfen und diejenigen die die Derivate zum Handel zugelassen haben streng mit gefämgnis nicht unter 5 Jahren zu bestrafen. Wenn ich fünf Fleischerhunde halte und lasse die auf einem Kinderspielplatz frei laufen und die Kinder werden gebissen, werden die Hunde erschossen und ich lande im Gefängnis. Nur Politik und Banken sind so verzahnt, da traut sich selbst eine Staatsanwaltschaft nicht mehr heran!!!!

  • Wenn die Deppen nicht mehr kicken, gibt es keine Mäuse,
    sehr einfach. Wenn die Deppen in den Konzernzentralen Geld verbrennen, werden sie oftmals von ihren Mentoren
    weiter gestützt. Krassestes Beispiel:Schremp hat erst die Fokkerwerke in den Sand gesetzt und wurde zur Belohnung Daimlerchef. Dort hat er eine Steigerung seiner Bezüge durchgesetzt, die beispiellos ist, obwohl er an die 100 Mrd E verbrannt hat. (Sein Mentor:
    Dt-Bank Chef).Er hat damit seinen Vorgänger Reuter als Verbrenner um etliches übertroffen. So wurde Daimler von einer Bank mit angeschlossener Autofabrik zum notleidenden Kapitalsucher. Winterkorn im Gegensatz hat VW von einer seit den 60er Jahren mager bis wenig verdienenden Autofabrik zur Nr.1 Cashcow der Branche gemacht. Seine Vorgänger-Pfeife (der Selbst-darsteller "Patriarch") war schon mit einer schwarzen Null zufrieden. Ich schlage vor, Herrn Winterkorn das Gehalt zu verdoppeln, der hat's verdient. Wir sollten
    differenzieren!

  • Man muß sich ja nur mal das Bild anschauen wo Winterkorn lässig lehnt. Der lacht doch über uns.
    Gehälter in 2stelliger Mio-Höhe gehören verboten. Für mich ist das Veruntreuung von Firmenvermögen. Für Investitionen ist kein Geld da, da ruft man nach Subventionen.
    Hier müssen Gesetze her und nicht nur dummes Gelaber unserer Politiker. Was halbherzig ist, denn sie selbst ghen ja vom Budnestag in die Wirtschaft, also werden sie die Wirtschaft auch nicht gängeln
    Außerdem muß das Aktionärsrecht der Klein-Aktionäre gestärkt werden, damit diese ihr Veto einlegen können
    Eine Mill. ist Gehalt genug, mehr ist niemand wert. Und Boni braucht auch keienr. Läuft es gut, bekommt der Manager ein Weihnachtsgeld wie die Mitarbeiter auch. Mehr nicht
    Dann muß auch den Firmen vorgeschrieben werden, dass sie Eigenkapital zu bevorraten haben für Investitonen etc.
    In der Wirtschaft muß wieder nach guten alten kaufm. Grundsätzen gearbeitet werden.
    Es kann ja nciht sein, dass Unternehmen heue zu Selbstbedienungsläden für die Manager verkotmmen
    Hilft das nicht, müssen alle Manager und Banker mal für 8 Tage unter Hausarrest gesetzt werden um gründlich nachzudenken, über ihr Lodderleben, was dem Bürger und letztendlich dem Land schadet.
    Die Manager müssen wieder begreifen, dass die Wirtschaft fürs Land und die Menschen da ist und nicht umgekeht.
    "Zur sozialen Marktwirtschaft gehört auch das Maßhalten" - Ludwig Erhard.
    Das Maßhalten haben die Gier-Manager der letzen 20 Jahre verlernt, also bringen wir es ihnen wieder bei
    Und zum Begreifen was Ar beit ist, gehen die Herren mal alle für 3 Monate in die Produktion

  • Das Zauberwort heißt "Haftung"! Ohne Haftung kein Risiko - ohne Risiko kein Verantwortung - ohne Verantwortung keine hohe Entlohnung. So einfach ist das!!!!

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