Vorzeitiger Abgang Letzter Air-Berlin-Chef verzichtet zum Abschied auf Geld

Nach langen Verhandlungen geht Thomas Winkelmann nun doch vorzeitig. Dabei verzichtet er auf sein Gehalt – allerdings nicht auf alles.
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Air Berlin: Thomas Winkelmann verzichtet zum Abschied auf Geld Quelle: dpa
Thomas Winkelmann

Winkelmann hatte sich sein Gehalt von rund 4,5 Millionen Euro durch eine Bankgarantie insolvenzsicher garantieren lassen.

(Foto: dpa)

München/BerlinDer letzte Chef der Fluggesellschaft Air Berlin, Thomas Winkelmann, nimmt vorzeitig den Hut. Insolvenzverwalter Lucas Flöther teilte am Dienstag mit, der Vertrag des 58-Jährigen sei zum Jahresende vorzeitig aufgelöst worden. Laut Vertrag hätte Winkelmann bis 2021 im Amt bleiben sollen.

Der ehemalige Lufthansa-Manager verzichtet dabei auf Geld: „Die Einigung kommt den Gläubigern von Air Berlin zugute, da Herr Winkelmann auf einen Teil seines ihm vertraglich vereinbarten Gehalts verzichtet“, erklärte Flöther. Nach der Pleite von Air Berlin vor knapp einem Jahr war bekannt geworden, dass Winkelmann sein Gehalt von rund 4,5 Millionen Euro durch eine Bankgarantie insolvenzsicher hatte garantieren lassen.

Dieser Fakt hatte zuletzt für Kritik gesorgt. Mit dem vorzeitigen Ausscheiden verzichtet er auf einen Teil dieser Ansprüche. Das komme den Gläubigern von Air Berlin zugute, erklärte Flöther. Auf wie viel Gehalt Winkelmann verzichtet, wollte der Insolvenzverwalter mit Verweis auf das vereinbarte Stillschweigen nicht sagen.

Operativ hatte Winkelmann zuletzt nur noch wenig zu tun. Die Entscheidungsgewalt liegt seit der Insolvenz rechtlich gesehen komplett bei Verwalter Flöther. An Ruhestand denkt Winkelmann aber offenbar nicht: „Ich kann mich nun ab 2019 neuen beruflichen Aufgaben widmen“, sagte er.

Air Berlin hatte im August 2017 Insolvenz angemeldet und im Oktober den Flugbetrieb eingestellt. Große Teile gingen an die Lufthansa. Von der größten deutschen Airline war Winkelmann erst Anfang 2017 und damit wenige Monate vor der Insolvenz zu Air Berlin gewechselt.

Air Berlin wird nach Einschätzung der Insolvenzverwaltung frühestens in zehn Jahren komplett verschwinden. Derzeit arbeiten noch mehr als 100 Beschäftigte bei dem Unternehmen und unterstützen bei der Abwicklung.

  • rtr
  • dpa
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