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Wachsende Kritik an der Macht der Arbeitnehmervertreter Mitbestimmung erhöht die Frauenquote

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In die Topliste der zehn führenden Mandatsinhaber unter den Arbeitnehmervertretern in Aufsichtsräten hat es nur eine Frau geschafft, Annette Harm (Post, Postbank). Da sind die Gewerkschaften und Betriebsräte offensichtlich nicht besser als die Anteilseigner.

Am meisten beschäftigt ist Michael Vassiliadis von der Geschäftsführung der IGBCE mit vier Aufsichtsmandaten (BASF, Henkel, K+S, Gea) plus drei Ausschussjobs, gefolgt vom zweiten Mann bei der IG Metall, Berthold Huber, mit drei Posten in den Aufsichtsgremien bei Heidelberger Druck, RWE und Siemens. Mehrere Betriebsräte landen nur deshalb mit zwei Mandaten in der Rangliste der Top-Ten weil sie zugleich die Konzernmutter wie auch eine Tochtergesellschaft kontrollieren, Günter Adam und Ralf Blauth (Eon, Degussa).

Bezahlt werden Arbeitnehmer für ihre Kontrolljobs wie alle anderen Aufsichtsräte, behalten dürfen sie aber nur einen Teil der Einnahmen – nach den Regeln der Deutschen Gewerkschaftsbundes maximal 4600 Euro pro Jahr. Den Rest sollen Betriebsräte und Gewerkschafter an die Hans-Böckler-Stiftung überweisen Das kontrolliert zwar niemand. Aber rund 22 Mill. Euro Einnahmen für das gewerkschaftsnahe Forschungsinstitut entsprechen in etwa den summierten Einkommen der Arbeitnehmer-Aufsichtsräte.

Der Vorwurf, die paritätische Mitbestimmung allein sei für viel zu große Aufsichtsräte verantwortlich, lässt sich allerdings nicht belegen. Nach Untersuchungen der Hans-Böckler-Stiftung haben die meisten der mitbestimmten Räte nur zwölf Mitglieder. Selbst von den 135 börsennotierten Aktiengesellschaften, die zur Hälfte von Arbeitnehmer kontrolliert werden, haben nur 44 ein 20-köpfiges Gremium und erreichen damit die Maximalgröße nach dem Aktiengesetz. Acht dieser Unternehmen wählten diese Größe sogar freiwillig – zum Beispiel die Deutsche Börse AG.

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