Wegen Betrugs Madoff-Skandal: Fondsmanager angeklagt

Im Skandal um den Milliardenbetrüger Bernard Madoff hat die New Yorker Generalstaatsanwaltschaft den Hedgefonds-Manager Ezra Merkin angeklagt, weil dieser ohne Wissen seiner Kunden 2,4 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) bei Madoff angelegt haben soll.
Ezra Merkin soll riesige Honorare kassiert haben. Quelle: ap

Ezra Merkin soll riesige Honorare kassiert haben.

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HB NEW YORK. Merkin habe zwar nichts von Madoffs gewaltigem Anlagebetrug gewusst, aber absichtlich alle Warnungen in Zusammenhang mit dessen riskanten Investitionen ignoriert, um riesige Honorare von seinen Kunden einzustreichen, sagte Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo am Montag (Ortszeit). Der Klageschrift zufolge verdienten der frühere Chairman der General Motors-Finanzsparte GMAC und drei seiner Fonds - Ascot, Gabriel und Ariel - insgesamt 470 Millionen Dollar daran, die nun an die Kunden zurückgezahlt werden sollen. Merkins Anwalt Andrew Levander nannte die Klage "aussichtslos, überhastet und schlecht durchdacht" und kündigte Gegenschritte an. Den Kunden sei bewusst gewesen, dass ihr Geld bei Madoff investiert sei oder sie hätten ihm die Vollmacht gegeben, ohne zusätzliche Rückfragen Gelder bei Dritten anzulegen.

Merkin und sein Fonds Gabriel Capital Corp "haben Hunderte Anleger betrogen, die ihm ihre Ersparnisse anvertrauten", hieß es in der beim Obersten Gericht des Bundesstaates New York eingereichten Klageschrift. Gegen Merkin laufen bereits mehrere Klagen von Investoren - darunter auch eine Klage der Universität New York, die nach eigenen Angaben rund 24 Millionen Dollar verloren hat, weil Merkin diese Summe ohne ihr Wissen bei Madoff anlegte. Merkin hatte hohe Summen bei Wohltätigkeitsorganisationen, Universitäten, Stiftungen und Privatanlegern eingesammelt. Bei einigen der Institutionen saß er selbst in Gremien. Generalstaatsanwalt Cuomo zufolge war Merkin seit 1989 im Fondsgeschäft aktiv. In den späten 80er oder frühen 90er Jahren lernte er demnach Madoff kennen.

Der Finanzier habe Unstimmigkeiten und rote Warnlampen bei Madoff ignoriert. "Merkin profitierte enorm von Madoffs Betrugssystem", so Cuomo in der 54-seitigen Zivilklage. Merkin sei nicht der behauptete "Investment-Guru" gewesen, sondern lediglich ein "begnadeter Verkäufer".

Der Geschäftsmann zählt zu den wichtigen Personen des öffentlichen Lebens in New York. Wie Madoff war er besonders unter der jüdischen Bevölkerung bestens vernetzt, die besonders von der Betrugsaffäre betroffen ist.

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