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Weltspitze Wie Sie in internationalen Teams effektiv arbeiten

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Interkulturelle Kompetenz als Erfolgsfaktor eines multikulturellen Teams

Interkulturelle Kompetenz hat in der HR-Literatur als Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts inzwischen eine prominente Stellung eingenommen und beschreibt die Fähigkeit, auf Grundlage bestimmter Haltungen und Einstellungen sowie besonderer Handlungs- und Reflektionsfähigkeiten in interkulturellen Situationen effektiv und angemessen zu interagieren.

Ein interkulturell kompetenter Teamleiter wird sich bereits bei der Zusammenstellung eines multikulturellen Teams der oben genannten drei Faktoren bewusst sein. Um die Integration der Beteiligten zu optimieren, wird er zudem auf eine ausreichende Identifikation mit der Gruppe achten und sich genügend Zeit nehmen, um eine zielorientierte Einführungsveranstaltung (Kick-off-Meeting) zu organisieren.

Um aus der multikulturellen Zusammenarbeit Synergieeffekte zu generieren, sollten der Teamleiter bzw. ein HR-Verantwortlicher bereits bei der Auswahl der zukünftigen Teammitglieder darauf achten, diese rechtzeitig für kulturelle Unterschiede zu sensibilisieren und interkulturell kompetent agieren. Eigene positive Erfahrungen aus der erfolgreichen Zusammenarbeit eines multikulturellen Teams sind dabei stark von Vorteil.

Die Kosten eines interkulturellen Kick-off-Seminars, eines interkulturellen Trainings sowie regelmäßiger moderierter Feedback-Runden sollten bei der Planung bzw. Kosten-Nutzen-Analyse einer geplanten multikulturellen Teamarbeit unbedingt mit berücksichtigt werden.

Wissenstransfer und effektive Kommunikation in einem multikulturellen Team

Um einen effektiven Wissenstransfer und eine erfolgreiche Kommunikation innerhalb eines multinationalen Teams sicherzustellen, erscheint es sinnvoll, die wesentlichen Aspekte interkultureller Wirtschaftskommunikation zu klären. Je nach Zusammenstellung des Teams wird ein interkultureller Trainer (Moderator) entscheiden, welche Aspekte für die Gruppe besonders relevant sein könnten. Dazu hier die verbreitetsten Konzepte:

Direktheit der Aussagen (Direkte vs. indirekte Kommunikation)

Viele Kulturen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Direktheit, mit der kommuniziert wird. Unterschiede zwischen direkter und indirekter Kommunikation werden vor allem dann deutlich, wenn es darum geht, ein Anliegen zu äußern oder abzulehnen, zu widersprechen, Unangenehmes zu thematisieren oder Kritik zu üben. Eine offene Konfrontation wird von Asiaten zum Beispiel eher vermieden, um die allgemeine Harmonie zu wahren. Europäern fällt es erfahrungsgemäß schwer, diese Codes zu entschlüsseln oder gar selbst indirekt zu kommunizieren. Unterschiede in der Direktheit der Aussagen zeigen sich auch bei Konflikten in grundlegend unterschiedlichen Verhaltensmustern. Während Europäer bei Konflikten bestrebt sind, den Sachverhalt möglichst deutlich darzulegen, um Klarheit zu schaffen, versuchen Asiaten, die Konfliktursache undeutlich zu machen, weil in erster Linie die Harmonie zwischen den Beteiligten wiederhergestellt werden muss. Diese unterschiedlichen Strategien des Konfliktmanagements können zu einer Eskalation des Konflikts führen.

Individualistische vs. kollektivistische Kulturprägung

In individualistisch geprägten Kulturen (traditionell Europa und Nordamerika) sind Beziehungen zwischen Menschen lockerer, da individuelle Freiheit, freie Persönlichkeitsentwicklung, Selbstbestimmung und Verantwortung in der gesellschaftlichen Ordnung eine hohe Priorität haben. In kollektivistischen Kulturen dagegen (traditionell werden asiatische Länder, Indien, die arabische Welt, Lateinamerika sowie Osteuropa dazu gezählt) spielt die Integration in zahlreiche soziale Netzwerke eine besonders wichtige Rolle, und gegenseitige Abhängigkeit, Priorität von Gruppeninteressen und Vermeidung von direkter Konfrontation (Harmoniestreben) sind charakteristisch.

Unterschiedliche Zeitwahrnehmung (monochromer vs. synchroner Umgang mit Zeit)

Während in Kulturen mit monochromer Zeitwahrnehmung (zum Beispiel Deutschland) die Aufgaben der Reihe nach erledigt werden und der Terminkalender den Ablauf und die langfristige Planung bestimmt, werden in Kulturen mit synchroner Zeitwahrnehmung (Russische Föderation, Lateinamerika) mehrere Aufgaben parallel erledigt. Im ersten Fall stellt Pünktlichkeit einen hohen Wert dar und verstrichene (Warte-) Zeit wird als verlorene Zeit aufgefasst. Persönliche Begegnungen haben in Kulturen mit synchroner Zeitwahrnehmung einen deutlichen Vorrang vor Terminen.

Unterschiedliche Erwartungen von Macht (Autorität) und Hierarchie

Der stark ausgeprägte Individualismus westeuropäischer sowie angelsächsischer Kulturen drückt sich dadurch aus, dass der Mitarbeiter die volle Verantwortung für seine Aufgaben trägt. In Kulturen kollektivistischer Prägung (zum Beispiel in Ländern der Russischen Föderation sowie asiatischen Ländern) gibt es dagegen eine Art „Fürsorgepflicht“ des Chefs. Die Mitarbeiter verbinden einen autoritären Führungsstil, starke Kontrolle und Koordination mit Führungsstärke. Auch die Einmischung des Chefs in die Privatangelegenheiten und Regelung interner Konflikte wird vorausgesetzt.

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