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Wenning krempelte Bayer um Ein Coup zum Dienstjubiläum

Werner Wenning hat den Leverkusener Chemiekonzern Bayer in den vergangenen Jahren kräftig umgekrempelt. Nun zu seinem vierzigjährigen Dienstjubiläum bei Bayer gelingt ihm noch sein größter Coup.
  • Siegfried Grass
Bayer-Vorstandschef Werner Wenning. Foto: dpa

Bayer-Vorstandschef Werner Wenning. Foto: dpa

DÜSSELDORF. Am Montag vergangener Woche griff Bayer-Chef Werner Wenning zum Telefon. Sein Gesprächspartner: Hubertus Erlen, Vorstandsvorsitzender der Berliner Schering AG. Erlen suchte einen Verbündeten gegen die drohende feindliche Übernahme durch das Darmststädter Pharmaunternehmen Merck. Und Wennig hatte Schering schon länger als Übernahmeobjekt im Visier. Natürlich wollte der Bayer-Konzern zu einem "angeblichen Gegenangebot" damals noch keine Stellung beziehen.

Doch dann ging alles ganz schnell. Als bekannt wurde, der Bayer-Aufsichtsrat werde tagen, schoss gestern Mittag der Aktienkurs von Schering in die Höhe. Am späten Abend dann verteilte Bayer die Adhoc-Mitteilung und machte es amtlich: Die Leverkusener werden das Übernahmeangebot von Merck überbieten. Noch wichtiger: Der Schering-Vorstand betrachtet Bayers Offerte als freundlich.

Somit dürfte der Weg frei sein für die größte deutsche Pharmaübernahme. Bayer will mit der Übernahme sein Gesundheitsgeschäft vor allem mit Spezialprodukten stärken und die operative Rendite im HealthCare-Bereich bis 2009 auf 25 von 19 Prozent steigern. Der Gesundheitsbereich wäre dann mit einem Anteil von nahezu 50 Prozent der mit Abstand größte Bayer Teil-Konzern. Mit dem Zukauf schaffe Bayer ein Health-Care-Schwergewicht das weltweit in die Top 12 aufrücke, sagte Wenning. Mit einem deutlich vergrößerten Forschungsbudget werde der Pharma-Bereich in der Lage sein, das Wachstum in den Kernindikationen erheblich zu beschleunigen.

Für Wennig , der am 1. April sein vierzigjähriges Dienstjubiläum bei Bayer begeht, ist dies sein größter Coup. Er kann sich zugute halten, die größten Re- und Umstrukturierung in der über 100-jährigen Geschichte des Leverkusener Traditionskonzerns vorgenommen zu haben. Nach der Übernahme von Aventis Cropsciences und damit der Stärkung der Sparte Pflanzenschutz folgte die Ausgliederung vorwiegend defizitärer Chemieaktivitäten in die neugegründete Lanxess. Bayer übernahm das OTC-Geschäft (rezeptfreie Medikamente) von Roche. In Wennings Amtszeit als Chef der Bayer-Holding musste jedoch auch der Lipobay-Skandal abgewickelt werden.

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