Wirtschaftsforum in St. Petersburg Deutsche Topmanager reisen zu Putins Gipfel

Eon-Chef Teyssen kommt und auch der Metro-Vorstandsvorsitzende Koch gibt sich die Ehre: Nächste Woche wollen die Dax-Konzernchefs zu Putins Wirtschaftsforum in St. Petersburg reisen – obwohl das Weiße Haus davon abrät.
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Reist nach St. Petersburg: Für Eon-Chef Johannes Teyssen ist das Russland-Geschäft besonders wichtig. Quelle: dpa

Reist nach St. Petersburg: Für Eon-Chef Johannes Teyssen ist das Russland-Geschäft besonders wichtig.

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DüsseldorfIn zehn Tagen beginnt in St. Petersburg das Internationale Wirtschaftsforum – die russische Antwort auf das Weltwirtschaftsforum in Davos. Doch schon heute schlägt die Teilnehmerliste hohe Wellen: Eine Riege deutscher Topmanager nimmt nach einem Bericht von „Spiegel Online“ teil. Und das entgegen Empfehlungen aus dem Weißen Haus.

Es wäre „eine unangemessene Botschaft, wenn die wichtigsten Geschäftsleute nach Russland reisen, um bei solchen Ereignissen hochkarätige Auftritte mit russischen Regierungsvertretern zu haben“, hatte eine Sprecherin des Weißen Hauses erklärt. Die Chefs der Großbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley, des Limonaden-Konzerns Pepsico und des Ölunternehmens Conoco-Phillips sagten ihre Teilnahme mittlerweile ebenso ab wie Klaus Kleinfeld, der deutsche Chef des Aluminiumherstellers Alcoa.

Ganz im Gegensatz dazu ihre deutschen Kollegen: Eon-Chef Johannes Teyssen, der Metro-Vorstandsvorsitzende Olaf Koch und der Öl- und Gasvorstand des weltgrößten Chemieunternehmens BASF, Harald Schwager, haben gegenüber „Spiegel Online“ bestätigt, nach St. Petersburg zu reisen. Die drei stehen auch auf der offiziellen Teilnehmerliste.

Diese Topmanager reisen zu Putins Gipfel
Metro CEO Olaf Koch attends an interview with Reuters in Frankfurt
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Metro-Chef Olaf Koch hat mit dem Russland-Geschäft großes vor. Bis zum Ausbruch der Ukraine-Krise plante der Handelskonzern dort den milliardenschweren Börsengang der Großmärkte, der nun erst einmal auf Eis gelegt wurde. Russland ist der zweitgrößte Absatzmarkt der Metro – auch Koch reist nach St. Petersburg. Doch nicht nur sein Name findet sich auf der offiziellen Teilnehmerliste.

Harald Schwager
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Gemeinsame Sache mit dem russischen Gasriesen Gazprom macht Wintershall. Im kalten Sibirien beuten die BASF-Tochter und der Monopolist Gasfelder aus. In St. Petersburg ist der Öl- und Gasvorstand von BASF, Harald Schwager, mit dabei.

huGO-BildID: 21147051 Die Nord Stream AG und ihre Anteilseigner OAO Gazprom, BASF SE Wintershall Holding GmbH, E.ON Ruhrgas AG, N.V. Nederlandse Gasu
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Mit dem Russland-Vorstand von Wintershall, Mario Mehren (2. v. l., hier bei einem Termin des Pipelineprojekts Nordstream), hatte BASF/Wintershall ursprünglich einen zweiten Mann in St. Petersburg. Inzwischen sagte Mehren seine Teilnahme aber aus terminlichen Gründen ab.

Hubertus von Gruenberg
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An der Spitze des Verwaltungsrat des Schweizer Elektronikkonzerns ABB steht ein Deutscher: Hubertus von Grünberg besucht ebenfalls das Wirtschaftsforum.

Hans-Paul Bürkner
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Hans-Paul Bürkner war bis 2013 Vorstandschef und ist jetzt Chairman der Boston Consulting Group. Obwohl die Unternehmensberatung ihren Sitz in Boston hat, nimmt Bürkner teil – im Gegensatz zu vielen führenden US-Managern.

Zumwinkel-Prozess
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Auch der ehemalige Post-Chef Klaus Zumwinkel, auf diesem Foto im Prozess um Steuerhinterziehung, reist nach Angaben von „Spiegel Online“ nach St. Petersburg.

Deutsch-russische Regierungsgespräche
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Klaus Mangold (r.) war früher Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft – er ist ein Strippenzieher. Auf diesem Bild aus dem Juli 2010 ist der Manager mit Bundeskanzlerin Merkel und dem ehemaligen russischen Präsidenten und jetzigen Ministerpräsidenten Dmitrij Medwedjew zu sehen. Seit dem Jahr 2011 ist Mangold Aufsichtsratschef des Reisekonzerns Tui.

Daimler schickt seinen Russland-Chef, sponsert die Konferenz und wird den Limousinenservice für die Teilnehmer stellen. „Wir bleiben dabei“, sagte ein Konzernsprecher dem Bericht zufolge. „Wir glauben, dass solche dialogorientierten Veranstaltungen gerade in Zeiten wie diesen sinnvoll sind.“ Auch Hubertus von Grünberg, der deutsche Verwaltungsratschefs des Schweizer Elektronikkonzerns ABB, Hans-Paul Bürkner, der deutsche Chairman von Boston Consulting, der ehemalige Post-Chef Klaus Zumwinkel, Wintershall-Russland-Chef Mario Mehren und Klaus Mangold, seines Zeichens Aufsichtsratschef bei Tui und ehemaliger Vorsitzender des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft, nehmen laut „Spiegel Online“ teil.

Natürlich wird auch Wladimir Putin zum Gipfel in seiner Heimatstadt erwartet. Für kommenden Freitag ist eine große Rede des russischen Präsidenten geplant. Wenn dann die deutschen Topmanager in der ersten Reihe sitzen, könnte erneut eine Diskussion über die Angemessenheit ihres Besuchs entflammen – wie nach dem Besuch von Siemens-Chef Kaeser bei Putin.

Von der Bundesregierung gibt es unterdessen keine klare Aussage wie aus dem Weißen Haus: „Wir geben keine Empfehlungen ab zum St. Petersburger Forum“, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums „Spiegel Online“.

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10 Kommentare zu "Wirtschaftsforum in St. Petersburg: Deutsche Topmanager reisen zu Putins Gipfel"

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  • Wenn die Amis den Europäern dringend von der Teilnahme am Putin-Gipfel abraten, sollten die Europäer dies als dringende Empfehlung verstehen, dort hinzureisen. Banken und Limonade brauchen die Russen nicht, aber Autos und Chemie. Wir sollten uns davor hüten, uns vor den amerikanischen Karren spannen zu lassen. Das divide-et-impara-Spiel beherrschen die Amerikaner sehr gut. Auch davor sollte sich Europa in Acht nehmen.

  • Zunächst noch mal zur Motivation Russlands Streß in der Ukraine zu machen = Null. Russland ist das größte Land der Welt, das Einzige was die Russen nicht brauchen sind Raketen in Ihrem Vorgarten. Und was sie noch brauchen ist die Krim als Hafen. Aber den Hafen hatten sie auch schon vor der Kriese - ohne Streß.
    Es gibt aber etwas, was der USA richtig weh tut, und das ist die von Russland und China abgestrebte Unabhängikeit vom US-Dollar. Russland und China bauen ausserdem ihre US Staatsanleihen ab, das sorgt für weiters Ungemach. Dafür kauft interessantwerweise das kleine Beligen im Februat für 31 Milliarden Dollar US-Schuldscheine. Das der Goldpreis manipuliert ist um den Dollar oben zu halten pfeifen mittlerweile sogar die Spatzen von den Dächer. Das schlimme dabei ist, daß es wenig Auswege gibt. Und einer dieser wenigen Auswege ist Krieg. In welchem Ausmaß ist unklar, klar ist nur, daß die Amis in den letzen Jahrzehnten immer Kriege auf fremdem, weit von Ihnen entfernten Terretorien geführt hat. An Russland hatten sie sich bisher nicht herangetraut, deshalb bauen sie ja jetzt den Raketen-Abwehrschirm. Um das russische Nuklear-Potential zu neutralisieren. Die Amis glauben offensichtlich daran, einen Nuklear-Krieg in ihren Bunker-Anlagen zu überleben. Und dies macht mir irgendwie Angst. Ich glaube nicht, daß alle amerikanischen Politiker Krieg mit Russland wollen und einen Weltkrieg riskieren wollen. Aber es gibt eben bestimmte Gruppierungen die solche extremen, ja teilweise auch religiös motivierten Gedanken haben. Die anderen wollen vielleicht nur Ihre Wirtschaftsinteressen mit mehr oder weniger fairen Mitteln durchsetzen (gegen Russland und die USA), aber insgesamt ist der Mix von Leuten, die hier zündeln extrem gefährlich, man braucht ja nur an solche Menschen wie Frau Nuland denken. Keine Spur von Deescalation, für mich ist das erschreckend. Die einzige angemehme Überraschung kommt nun von einigen unserer Wirtschaftsbossse. Meine Gratulation und meinen Dank !

  • Was geht uns das Weiße Haus an?

    Deutsche Politik wird in Berlin gemacht, nicht in Washington.

  • Die US-Amerikaner sollten allmählich lernen und anerkennen, dass die Basis für langfristige Zusammenarbeit und ein Zusammenleben Unabhängigkeit und Freiheit ist. Jeder Hund an einer kurzen Leine wird aggressiv und springt irgendwann sein Herrchen an.
    Im Falle der USA heißt das nichts anderes, als dass wir uns von ihnen abwenden hin zu denen, die nach oben genannter Grundeinstellung mit uns an der Zukunft bauen wollen. Kriegstreiberei, finanzielle Unterdrückung, wirtschaftliche Sanktionen sind ein Auslaufmodell.
    Die Wirtschaft, gemeint sind verantwortliche Manager, handelt so, wie unsere Regierung längst hätte handeln müssen! Tun wir es ihnen gleich, denn unsere Heimat ist der europäische Kontinent.

  • Jojo auf amerikanisch, oder geht's noch zynischer: Ein Milliardendeal.
    Zum Kauf russischer Hubschrauber durch die USA in Russland, die für den "Antiterrorkampf" in Afghanistan Verwendung finden sollen, meldet itar-tass am 29.04.2014 (Aus der Presseserklärung des russischen Lieferanten "Rosoboroneksport"):
    "Russland lieferte nach Afghanistan 12 militärische Transporthubschrauber vom Typ Mi-17V-5 im Rahmen des Vertrags mit den USA über die Lieferung von 30 Maschinen dieses Typs. Dies teilte am Dienstag ein Vertreter des militärisch-industriellen Komplexes mit.
    Gegenwärtig wird beim Kazaner Hersteller, der der Hauptauftragnehmer des Vertrags zur Lieferung der Mi-17V-5 an die Bodentruppen der USA ist, eine weitere Lieferung von Hubschraubern vorbereitet, von denen drei Ende Mai geliefert werden sollen. „Alle 18 übrigen Maschinen werden gefertigt und geliefert bis Ende dieses Jahres“, - sagte ein Sprecher der Agentur ARMS-TASS.
    Insgesamt sind gegenwärtig durch die Bodentruppen der USA 45 russische Hubschrauber MI-17V-5 nach Afghanistan geliefert worden. Der Grundvertrag über die Lieferung von 21 Hubschraubern war von „Rosoboroneksport“ und der amerikanischen Regierung am 26. Mai 2011 unterschrieben und Mitte 2012 erfüllt worden.
    Vergangenes Jahr lieferte Russland 12 Mi-17V-5 gemäß einem Zusatzvertrag im Rahmen einer Option zum Hauptvertrag, der mit der Regierung der USA 2012 abgeschlossen worden war. Dann trafen „Rosoboroneksport“ und die amerikanische Seite eine neue Übereinkunft und unterschrieben einen umfangreichen Vertrag über die Lieferung einer zusätzlichen Partie von 30 Hubschraubern im Jahr 2014.
    Insgesamt werden entsprechend den Abkommen zwischen den beiden Vertragspartnern für die afghanische Armee im Rahmen der gemeinsamen Anstrengungen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus 63 Mi-17V-5 mit einem Auftragswert von 1,333 Milliarden US Dollar geliefert." (A.d.Russ. von Vepchi)

  • Jojo auf amerikanisch, oder geht's noch zynischer: Ein Milliardendeal.
    Zum Kauf russischer Hubschrauber durch die USA in Russland, die für den "Antiterrorkampf" in Afghanistan Verwendung finden sollen, meldet itar-tass am 29.04.2014 (Aus der Presseserklärung des russischen Lieferanten "Rosoboroneksport"):
    "Russland lieferte nach Afghanistan 12 militärische Transporthubschrauber vom Typ Mi-17V-5 im Rahmen des Vertrags mit den USA über die Lieferung von 30 Maschinen dieses Typs. Dies teilte am Dienstag ein Vertreter des militärisch-industriellen Komplexes mit.
    Gegenwärtig wird beim Kazaner Hersteller, der der Hauptauftragnehmer des Vertrags zur Lieferung der Mi-17V-5 an die Bodentruppen der USA ist, eine weitere Lieferung von Hubschraubern vorbereitet, von denen drei Ende Mai geliefert werden sollen. „Alle 18 übrigen Maschinen werden gefertigt und geliefert bis Ende dieses Jahres“, - sagte ein Sprecher der Agentur ARMS-TASS.
    Insgesamt sind gegenwärtig durch die Bodentruppen der USA 45 russische Hubschrauber MI-17V-5 nach Afghanistan geliefert worden. Der Grundvertrag über die Lieferung von 21 Hubschraubern war von „Rosoboroneksport“ und der amerikanischen Regierung am 26. Mai 2011 unterschrieben und Mitte 2012 erfüllt worden.
    Vergangenes Jahr lieferte Russland 12 Mi-17V-5 gemäß einem Zusatzvertrag im Rahmen einer Option zum Hauptvertrag, der mit der Regierung der USA 2012 abgeschlossen worden war. Dann trafen „Rosoboroneksport“ und die amerikanische Seite eine neue Übereinkunft und unterschrieben einen umfangreichen Vertrag über die Lieferung einer zusätzlichen Partie von 30 Hubschraubern im Jahr 2014.
    Insgesamt werden entsprechend den Abkommen zwischen den beiden Vertragspartnern für die afghanische Armee im Rahmen der gemeinsamen Anstrengungen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus 63 Mi-17V-5 mit einem Auftragswert von 1,333 Milliarden US Dollar geliefert."

  • Die DAX-Vorstände handeln absolut richtig im Interesse Deutschlands im Gegensatz zu unserer Regierung die die Interessen der USA vertritt.

  • Ich bin ausgesprochen stolz, dass wir diese kompetenten Männder als Repräsentanten der deutschen Wirtschaft haben. Und ich weiß, solange noch so viel Sachverstand an der Spitze unserer Firmen vorhanden ist, ist unser Wohlstand gesichert.

    Danke, ich bin stolz auf unsere Wirtschaftsbosse

  • "Nächste Woche wollen die Dax-Konzernchefs zu Putins Wirtschaftsforum in St. Petersburg reisen – obwohl das Weiße Haus davon abrät."

    Naja, wenn das Weiße Haus abrät, ist das ja mittlerrweile leider eher ein Kontraindikator, es erst recht zu machen. Den Rest von Glaubwürdigkeit der USA, für universale Werte zu stehen, haben die Falschgelddrucker & Doppelstandardverfechter mit ihrer intransparenten, spalterischen & konliktfördernden Einmischung in der Ukraine verspielt. Schade. Bleibt zu hoffen, dass sie sich bald wieder einkriegen.

  • Zitat : Deutsche Topmanager reisen zu Putins Gipfel


    - Der Rubel muß weiter rollen !

    .

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