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Wirtschaftskriminalität Wenn Manager zu Tätern werden

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Auch die Wirtschaftskrise kann Mitarbeiter aus Angst vor Jobverlust in die Enge treiben und zu Straftaten animieren. Eine Umfrage der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young unter 2 200 Beschäftigten in Europa ergab: Jeder vierte hält es derzeit für gerechtfertigt, die Geschäfte mit Schmiergeld zu sichern oder anzukurbeln.

Andere Krisentäter wiederum haben im Job Fehler gemacht und versuchen, sie zu vertuschen. „Insolvenzverschlepper etwa berufen sich oft darauf, zum Wohle der Firma zu handeln“, sagt Alfred Dierlamm, Wirtschaftsstrafverteidiger aus Wiesbaden. Einen Fehler vertuschen wollte auch der langgediente Berliner Bankmanager, der einen Kredit ohne ausreichende Bonitätsprüfung gegeben hatte. Damit die Sache nicht aufflog, musste er die Kredite mehr und mehr erhöhen. „Viele Täter verstricken sich immer tiefer, weil sie die Erwartungen nicht enttäuschen wollen“, sagt Dierlamm.

Der chronische Täter
Seine Taten fallen in eine persönliche Umbruchphase. Durch die Trennung von der Familie oder einen Auslandsaufenthalt verliert er den Boden unter den Füßen. Fehlt die Ehefrau als Kontrollinstanz, fallen alle Schranken. Schneider: „Ein chronischer Täter erlebt in den Wechseljahren des Mannes oft eine Art Zweitpubertät.“

Um seinen ausschweifenden Lebensstil zu finanzieren, sucht er mit krimineller Energie nach Tatgelegenheiten. Da er kein Unrechtsbewusstsein hat, kann er nachts gut schlafen. Dieser Tätertyp hat oft einen unsteten Lebenslauf und nicht selten Vorstrafen. Seine Einstellung ließe sich durch Vorlage von polizeilichem Führungszeugnis, Originalzeugnissen und Nennung von Referenzpersonen oft verhindern.



Der Abhängige
Mit der Tat zahlt er einen Gefallen zurück. Ansonsten droht der Anstifter, dem er oft unterstellt ist, mit Repressionen. Erpressbar wird der Abhängige etwa durch kompromittierende Trinkgelage oder Bordellbesuche, in die ihn der Anstifter gezielt hineinzieht. Die diversen kommunalen Korruptionsaffären um Sparkassen und Müllfirmen sind typische Fälle.



Der Unauffällige
Diese Tätergruppe lässt sich keinem klaren Profil zuordnen. Sie ist auffällig unauffällig. Die Tat erklärt sich nur aus der Gelegenheit. Dem Unauffälligen ist allein durch Kontrolle und Prävention Einhalt zu gebieten.

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