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Wirtschaftskriminalität Wenn Manager zu Tätern werden

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In Zeiten knapper Kassen jedoch sparen hier viele Firmen am falschen Ende. Sie bauen in der internen Revision ab, statt sie aufzustocken, kritisiert Betrugsaufklärer John. Peter von Blomberg, Vize-Vorsitzender von Transparency International Deutschland, warnt zudem davor, an Schulungen zu sparen, die verfängliche Situationen für Mitarbeiter simulieren.

Firmen, die in Krisenzeiten an unrealistischen Zielvorgaben festhalten, setzen Mitarbeiter unter Druck und verleiten ungewollt zu Straftaten. „Das Betriebsklima entscheidet wesentlich, ob Mitarbeiter integer sind“, betont Blomberg. Nach jeder Kündigungswelle zeigt sich, dass die Diebstahlquote rapide steigt, so die Erfahrung von Betrugsaufklärer John.

Die ermittelten Täterprofile zeigen: Unternehmen sollten sensibel darauf achten, ob sich Mitarbeiter in einer persönlichen Lebenskrise befinden. Im Zweifel sind sie von anfälligen Posten abzuziehen. Blomberg rät ohnehin zu konsequenter Jobrotation: „Spätestens nach fünf Jahren müssen Mitarbeiter, die etwa im Einkauf oder Vertrieb korruptionsgefährdete Aufgaben wahrnehmen, ausgewechselt werden.“

Viele Unternehmenslenker vergessen, dass sie persönlich haften – selbst wenn der Vorstandskollege für Prävention verantwortlich zeichnet. Blomberg: „Deutsche Firmen handeln zu oft nach der Devise: Es ist noch immer gut gegangen. Das Grundvertrauen in Mitarbeiter ist extrem hoch, gerade in Familienbetrieben.“

Ist es dann doch passiert, versuchen die meisten Unternehmen, Wirtschaftsdelikte zu vertuschen, beobachtet John. Die ertappten Täter werden still und leise mit gutem Zeugnis und goldenem Handschlag entfernt. John kann davor nur warnen: „Das Signal an die Mitarbeiter ist fatal: Wenn ich auffliege, kann mir nicht viel passieren.“

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