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Wolfgang Kulterer Ex-Hypo-Alpe-Adria-Chef muss hinter Gitter

Hartes Urteil gegen Wolfgang Kulterer: Der ehemalige Chef der Hypo Alpe Adria muss wegen Untreue für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Durch eine Finanzkonstruktion soll Kulterer das Eigenkapital aufgebläht haben.
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Der ehemalige Hypo-Alpe-Adria-Chef Wolfgang Kulterer muss ins Gefängnis. Quelle: Reuters

Der ehemalige Hypo-Alpe-Adria-Chef Wolfgang Kulterer muss ins Gefängnis.

(Foto: Reuters)

WienDer frühere Hypo-Alpe-Adria-Vorstandschef Wolfgang Kulterer muss ins Gefängnis. Ein Gericht in Klagenfurt sprach den 58-Jährigen am Donnerstag der Untreue schuldig und verhängte eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren. Auch sein früherer Stellvertreter Günter Striedinger muss hinter Gitter, das Gericht verurteilte ihn zu vier Jahren Haft. Angeklagt waren auch ein Steuerberater und ein Rechtsanwalt, die ebenfalls ins Gefängnis müssen.

Wolfgang Kulterer und seine drei Mitangeklagten wurden für schuldig befunden, im Jahr 2004 über eine zweifelhafte Finanzkonstruktion in Liechtenstein das Eigenkapital der Hypo Alpe Adria künstlich aufgebläht und der späteren BayernLB-Tochter damit einen Millionenschaden zugefügt zu haben. „Kein Wirtschaftsprüfer würde ihre Konstruktion als Eigenmittel anerkennen“, begründete Richterin Sabine Roßmann ihren Schuldspruch.

Der frühere Hypo-Alpe-Chef Kulterer war bis Ende 2006 der letzte Vorstandsvorsitzende, den noch das Land Kärnten in der Zeit des damaligen Landeshauptmanns (Ministerpräsidents) Jörg Haider eingesetzt hatte. Anfang 2007 übernahm die BayernLB das Ruder am Wörthersee, für 1,6 Milliarden Euro kaufte sie damals gut 50 Prozent an der Kärntner Landesbank. Ende 2009 war die Bank wegen einer akuten Schieflage verstaatlicht und von der Regierung in Wien übernommen worden.

Nach Ansicht des Gerichts haben Kulterer und seine drei Mitangeklagten Kredite der Bank an Investoren weitergegeben, die mit diesem Geld wiederum Anleihen der Hypo Alpe gekauft hatten. Diese Anleihen seien dann von der Bank dazu benutzt worden, um ein höheres Eigenkapital auszuweisen. Den Investoren sei jedoch von Anfang an eine Rückgabe der Anleihen eingeräumt worden; deshalb hätten sie auch nicht als Eigenkapital deklariert werden können.

Die BayernLB in München hat das Urteil in Klagenfurt mit Interesse verfolgt. In einem parallel verlaufenden Zivilprozess in Wien versucht die Münchener Landesbank gerade, das Geld für die Übernahme der Hypo Alpe Adria zurückzubekommen. Das Argument der BayernLB: Sie sei beim Kauf betrogen worden, weil die Bank ein zu hohes Eigenkapital ausgewiesen habe.

Die Rechtsanwälte von Wolfgang Kulterer und der drei Mitangeklagten kündigten gleich im Gerichtssaal an, dass sie gegen das Urteil in Berufung gehen wollen. Sie stehen auf dem Standpunkt, dass die von Kulterer gewählte Finanzkonstruktion durchaus zulässig und rechtmäßig sei.
Wolfgang Kulterer hat nicht das erste Mal vor einem Richter gestanden. Bereits im Jahr 2008 war er rechtmäßig zu einer Geldstrafe von 140.000 Euro wegen Bilanzfälschung verurteilt worden. Verluste aus gewagten Swap-Geschäften waren damals nicht in der Bilanz ausgewiesen worden.

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8 Kommentare zu "Wolfgang Kulterer: Ex-Hypo-Alpe-Adria-Chef muss hinter Gitter"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Dieses Urteil ist ein Witz.

    Organisierter Betrug mit Milliardenschaden darf nicht mit Bewährung bestraft werden. Es muss klar jenseits von 5 Jahren sein. In diesem Fall wären 8 Jahre bei guter Führung das Mindeststrafmaß: d.h. 10 Jahre Gefängnis.

    3,5 Jahre. Das ist ein Witz. Nach 6 Monaten ist dieser Schurke wieder frei! Wahrscheinlich muss er die Haftstrafe gar nicht antreten, weil ihm die Ermittlungszeit von der Haftstrafe abgezogen.

    Ein weiterer Beweis, dass wir in einem plutokratischen System leben. Wer genügend Geld hat, sch***** auf unsere Gesetze und lässt unsere Marionetten im Bundestag für sich arbeiten - alles auf unsere Kosten versteht sich.

  • Die Haftstrafe von 3,5 Jahren ist doch nur eine Beruhigungspille fürs entmündigte Volk. Sobald das Urteil nach der Revision rechtsgräftig ist, werden die Herrn mit Gefälligkeitsgutachten für Haftunfähig erklärt und erfreuen sich bei bester Gesundheit ihrem ergaunertem Vermögen.

  • Drei Jahre Knast, ev. nach einem Jahr wieder frei, wegen guter Führung. Danach ein Leben lang ausgesorgt.
    Diesen Deal würde ich auch eingehen.
    Diese Typen gehören nicht in den Knast. Denen gehört das ganze Geld, bis auf den letzten Cent, wieder abgenommen. Der damit verbundene soziale Abstieg straft sie am meisten.

  • Zurecht gehören die Jungs in den Knast, allerdings nicht für 3 Jahre, ich vermute sogar, da nichts gegenteiliges in dem Artikel steht, das die "verdienten" Ex-Manager sogar den Status eines "Freigängers" bekommen, heißt tagsüber dürfen sie raus (um Ihre Millionen zu genießen) und nur zum Fernsehgucken und schlafen müssen sie dann wieder einfahren!!???

    Gefühlt richtig wären 10 Jahre ohne Bewährung, Haftverkürzung und sonstige Sonderstati und zusätzliche Pfändung des gesamten Privatvermögens aus seiner aktiven Zeit als Bangster!

  • Total verrückte Welt!!! Ein verdienter Mann soll eingesperrt werden, weil er den Vorteil für die Firma, den Staat und den Bürger suchte. Eine Schande!!??

  • Ich muss den Hut ziehen vor der Österreichischen Justiz.Im Vergleich zu unserer Medienjustiz und unseren Scheinstrafenregister !

  • es gibt also doch einen Gott!!!
    Bitte ich hoffe das dies nur der Anfang ist, schnappt euch Ron Sommer, Funke, Nonnenmacher, Middelhoff, Schremp, Joschka Fischer, Hans Eichel, Schröder, Kohl usw.

    Alle gemeinsam bei Wasser und Brot in einer Kerkerzelle stecken und dann vergessen.

  • Gratuliere der Staatsanwaltschaft, dass auch mal Taten folgen. Andererseits stelle ich mir die Frage, wer nicht gerne für auf die Seite geräumte Millionen für nur dreieinhalb bzw. vier Jahre Haft hinter Gitter geht, um schon bald einem wundervollen Lebensabend zu frönen. In einem Gespräch vor kurzem hat mir ein Arbeiter erklärt, dass er, hätte er zehn Millionen Euro auf die Seite geräumt, dafür sogar 15 Jahre Haft in Kauf nähme, würde er danach noch über das Geld verfügen.

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