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YouTube-CEO Susan Wojcicki „Wenn die Kraft der Technologie nur zu 30 Prozent bei Frauen liegt, haben wir ein Problem“

Die Chefin des Videoportals ist eine der entscheidenden Akteurinnen, wenn es um Wahrheit und Vielfalt im Netz geht. Wie geht sie mit ihrer Macht um? Ein Portrait aus dem Magazin „ada“.
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Die Hüterin der Wahrheit? Die Chefin von YouTube kämpft gegen Fake News – und für mehr Entscheiderinnen in der Tech-Branche. Quelle: picture alliance/AP Photo
Susan Wojcicki

Die Hüterin der Wahrheit? Die Chefin von YouTube kämpft gegen Fake News – und für mehr Entscheiderinnen in der Tech-Branche.

(Foto: picture alliance/AP Photo)

BerlinAlle drei Monate tut Susan Wojcicki etwas, was bei Vollendung ihrer eigenen Unternehmensstrategie ein nostalgisches Relikt sein wird. Die Chefin der Videoplattform YouTube schreibt einen Brief. In dem erklärt sie all jenen, die die vielen kreativen Inhalte der Google-Tochter erstellen, ihre Pläne und Strategien. Mal ist das diese leicht wolkige Techmanager-Prosa, die sie im Silicon Valley zu einer kleinen Kunstform erhoben haben. Mal klingt es aber auch wie Ende vergangenen Jahres: aggressiv.

„Diese Pläne“, schreibt Wojcicki da mit Blick auf eine Verschärfung der Rechtslage für YouTube in der Europäischen Union, „töten das Internet, wie wir es kennen.“ Als sie den Brief veröffentlicht hat, beginnt für nicht wenige Europaparlamentarier eine unangenehme Zeit. Aus aller Herren Länder schicken aufgebrachte YouTube-Nutzer*innen Beschimpfungen, beschwören das Ende von Meinungsfreiheit und Digitalwirtschaft in Europa. Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung bezeichnet eine deutsche Boulevardzeitung einen deutschen Europaabgeordneten, der das Thema betreut, als „meistgehassten Mann im Internet“.

In dieser Begebenheit steckt dreierlei, wenn man Susan Wojcicki besser verstehen möchte:

  • Sie kann sehr deutlich in der Sprache werden, auch wenn sie als Person eigentlich immer sehr zugewandt und wie die Ruhe selbst wirkt.
  • Das Interesse von YouTube steht für sie an oberster Stelle; unabhängig von möglichen Kollateralschäden.
  • Sie hat anders als viele Top-Manager*innen eine Anhängerschaft, die ihr jederzeit bei der Wahrnehmung ihrer Interessen hilft.

Es wurde in den vergangenen Jahren viel geschrieben über neue Popstars, die die Silicon-Valley-Konzerne der weltweiten Managergilde beschert haben, und darüber, wie neue Formen der öffentlichen Spielfelder auch neue Zentren der Macht im Digitalzeitalter erschaffen. Mark Zuckerberg, der Facebook-Chef, etwa wurde schon mit Präsidenten verglichen, weil er über mehr Menschen seiner Facebook-Welt gebietet als jeder gewählte Herrscher. Elon Musk wurde bejubelt, weil er die Menschen wahlweise entweder aus dem fossilen Brennstoffzeitalter oder gleich ganz in neue Galaxien führt. Ray Kurzweil, der Chef-Futurist von Google, wurde als einer gefeiert, der die Menschheit schon bald mit Maschinen verschmelzen lässt. Meist vergessen wurde in diesen Aufzählungen eine Frau, die zwar keinen eigenständigen Konzern lenkt und doch so viel Einfluss auf die Zukunft der Welt hat, wie kaum ein*e andere*r: Susan Wojcicki.

Die Chefin der Google-Tochter YouTube wirkt an der Schnittstelle mehrerer Baustellen der Digitalwelt. Damit entscheidet sie mit über ein paar zentrale Themen des menschlichen Zusammenlebens: den Megamarkt Bewegtbild, den Kampf gegen Fake News und damit die Aushöhlung unserer Demokratie auf großen Social-Media-Plattformen und über die Frage, welchen Wert geistiges Eigentum im Digital-Kapitalismus haben wird.

Heute das Morgen verstehen.
Das neue ada-Magazin

Heute das Morgen verstehen.

Bei all diesen Fragen ist YouTube mit im Spiel. Nicht nur das Magazin „Forbes“ befand deswegen zum Jahreswechsel 2018/19, dass Susan Wojcicki die mächtigste Frau der weltweiten Internetwirtschaft ist. Sie, die lieber etwas verborgener arbeitet, unterscheidet sich in vielem von Sheryl Sandberg, der Facebook-Managerin, deren Reputation so angeschlagen ist wie die ihres Unternehmens, oder Marissa Mayer, deren Wirkkraft als CEO von Yahoo nur kurz anhielt. Ein weiterer Unterschied: Bei Susan Wojcicki ist bislang unklar, was sie mit ihrem Einfluss eigentlich anstellen will.

Scharf im Ton, klar in der Sprache

Im November reist Wojcicki, die Auseinandersetzung mit der Europäischen Union ist gerade auf ihrem Höhepunkt, nach Brüssel und Straßburg. Sie will Politiker*innen, Journalistin*innen und Europas Öffentlichkeit von ihrer Sicht auf die Dinge überzeugen. Wenn sie dabei stets einen Personenschützer an ihrer Seite hatte, ist das nur eine Metapher für die Härte der Auseinandersetzung.

Es geht um Großes, um Verantwortung im digitalen Zeitalter. Bisher haften die Plattformen erst, wenn sie von einer Urheberrechtsverletzung in Kenntnis gesetzt werden. Künftig sollen sie grundsätzlich haften, etwa wenn Nutzer*innen Ausschnitte aus kommerziellen Filmen oder Musik von Laien hochladen und damit gegen das Urheberrecht verstoßen wird. „Diese Gesetzgebung stellt eine klare Bedrohung für euren Lebensunterhalt und eure Möglichkeit dar, euch weltweit Gehör zu verschaffen“, hatte Wojcicki geschrieben. Halbe Sachen oder Argumente sind nicht so ihr Ding.

Das Team des Magazins „ada“ traf die YouTube-Chefin in Berlin.
Léa Steinacker, Astrid Maier, Susan Wojcicki und Miriam Meckel

Das Team des Magazins „ada“ traf die YouTube-Chefin in Berlin.

„Sie trat immer bestens vorbereitet auf, aber auch mit einer großen Bugwelle“, sagt einer, der in diesen Tagen mit ihr zu tun hatte. „Es schien ein wenig, als sei für sie gewöhnungsbedürftig, dass ihr hier anders als womöglich daheim nicht nur der rote Teppich ausgerollt wurde.“ Dennoch verliefen die Gespräche wie meist mit Wojcicki: ohne Schnörkel, in klarer Sprache – durchaus formvollendet auch im Konflikt. Wenn man sich in Straßburg und Brüssel umhört, fällt in Bezug auf Wojcicki mehrmals die Formulierung: „Sie spricht im Vergleich zu anderen Industrievertretern eine scharfe Sprache, aber eben auch klar.“ Fragt man Susan Wojcicki nach dem Unterschied zwischen YouTube und traditionellen Medienhäusern, die für alles verantwortlich sind, was sie senden oder drucken, antwortet sie: „Einen Buchhändler würde man auch nicht für alles verantwortlich machen, was in den Büchern in seinen Regalen geschrieben steht.“

In diesem Punkt erinnert Wojcickis Strategie in der Auseinandersetzung zunächst an die von Facebook, als die Fake-News-Debatte zum ersten Mal aufkam: Das Problem wird eingestanden, die eigene Verantwortung dabei bestritten. Nun hat Wojcicki eine Zeit lang bei eben jenen Facebook-Kollegen beobachten können, wie wenig weit diese Strategie führt: Sie sichert zwar (zunächst) das Geschäftsmodell, ruiniert aber (auf Dauer) den Ruf. Also wirkt es mitunter so, als lerne die YouTube-Chefin daraus.

10.000 Mitarbeiter*innen gegen Fake News

Im Oktober 2018 sitzt Susan Wojcicki bei der Jubiläumsveranstaltung des US-Magazins „Wired“ auf der Bühne und wirkt wie eine ganz normale Mittvierzigerin von nebenan. „Wenn wir schauen, was das Internet uns an Offenheit und weiteren Vorteilen gebracht hat“, sagt sie, „dann ist das doch wirklich überwältigend.“ Und weil sie eigentlich darauf angesprochen wurde, wie sie verhindern möchte, dass YouTube zu einer Plattform für Fake News und manipulierte Videos wird, sagt sie: „YouTube hat wirklich Werte geschaffen. Aber diese müssen wir schon auch mit Verantwortung zusammenführen.“

Nun ähneln diese Anflüge von Polit-Empathie zunächst den schmeichelnden Worten, wie sie anderen Top-Köpfen des Silicon Valley entfahren. Und doch darf man, anders als bei Mark Zuckerberg oder Sheryl Sandberg von Facebook, bei Wojcicki noch einen Hoffnungsschimmer haben, dass es sich bei solchen Äußerungen nicht um reine PR handelt.

Im Laufe des Sommers 2018 droht sich das Fake-News-Thema zu verselbstständigen und außer Kontrolle zu geraten. Wojcicki stellt immerhin gut 10.000 Mitarbeiter*innen ein, die die Plattform auf problematische Inhalte durchkämmen und gegebenenfalls löschen. Auch investierte Wojcicki zusammen mit dem Mutterkonzern Alphabet allein 2018 immerhin mehr als 20 Millionen Dollar in die Verbesserung von Software, um unliebsame Inhalte zu entfernen und gleichzeitig keine Zensur auszuüben. Etwa zehn Millionen Videos werden mit diesen Mitteln derzeit nach Unternehmensangaben pro Quartal von der Plattform gelöscht – etwa drei Viertel durch Software, ein Viertel durch Menschen. „Es wird eine Mischung aus Maschine und Mensch sein, die das Problem löst“, sagt Wojcicki bei eben jener „Wired“-Veranstaltung.

Es bleibt bei dieser Reihenfolge: Erst wird hochgeladen, dann wird womöglich gelöscht. Auch wenn die Urheber russische Trollfabriken oder rechte Verschwörungstheoretiker sind. Im Zweifel für das Geschäftsmodell und gegen die sensiblen Ansprüche, die Demokratien an ihre Kommunikation haben.

Business First

Wojcickis erster Besuch in Deutschland etwa fällt zusammen mit der größten Krise, die sie als YouTube-Chefin bis dahin bewältigen musste. Konzerne wie Daimler, Walmart und Starbucks hatten Mitte 2017 in den USA und in Großbritannien Werbebudgets gestoppt, weil Anzeigen im Umfeld von Propagandavideos für das Terrornetzwerk „IS“ platziert wurden.

Treffen am Rande einer Veranstaltung in Berlin. Zuallererst tut Wojcicki, was Mark Zuckerberg im Zuge der Entfaltung des Facebook-Skandals viel zu lange aufgeschoben hat: Sie entschuldigt sich. Wiederholt drückt sie ihr Bedauern gegenüber den Werbekunden aus. Bestätigt, dass eine „umfassende Überprüfung der Werberichtlinien und Tools“ durchgeführt wird. Natürlich beteuert sie auch, dass ihre Firma diese Prozesse als höchste Priorität einstuft und bereits einiges gegen den Missbrauch von Werbeflächen getan hat: „Als Erstes haben wir sichergestellt, dass Werbepartner nun genau justieren können, wo sie ihre Anzeigen erscheinen lassen möchten. Danach haben wir strengere Richtlinien erlassen, wie Inhalte monetarisiert werden dürfen.“ Das Ergebnis? „Wir setzen jetzt fünf Mal so viele Videos in die ,Nonsafe‘-Kategorie wie zuvor. Und wir werden mit externen Partnern zusammenarbeiten, die unabhängige Sicherheitsberichte für Werbende auf YouTube erstellen.“

Immer wieder betont sie dabei auch die Community-Guidelines, die Richtlinien der YouTube-Gemeinschaft, die eigentlich als Verhaltenskontrolle der Plattform dienen sollten. Doch denen trotzen eben manchmal Einzelne aus den Rängen der Kreativen, den Creators, wie Wojcicki die Content-Produzenten wertschätzend nennt. Ihr Recht auf den freien Ausdruck und ihren Beitrag zur Diversität von YouTube möchte Wojcicki ebenfalls wahren und gegen jegliche Sicherheitsbedenken wägen. Als YouTube in diesen Wochen beschuldigt wird, LGBTQ-Inhalte versteckt und geblockt zu haben, entschuldigt sie sich erneut.

Man merkt in diesen Momenten: Wojcicki ist anders als viele Silicon-Valley-Genies mit ihrem geisteswissenschaftlichen Studium durchaus breiter gebildet in die Plattform-Ökonomie gestartet. Sie ist aber eben auch schon von Beginn der großen Transformation dabei, die, von der US-Westküste ausgehend, die Welt verändern wird. Sie hat das Silicon-Valley-Flair schon inhaliert, als Mark Zuckerberg noch gar nicht wusste, dass ihn die digitale Ökonomie jemals interessieren würde.

Wojcicki studiert von 1986 bis 1990 Geschichte und Literatur an der Harvard University. Dann hängt sie von 1991 bis 1993 ein Masterstudium in Ökonomie an der University of California, Santa Cruz, an. In der Garage von Wojcickis erstem eigenen Haus in Menlo Park, 232 Santa Margarita Avenue, gründeten Larry Page und Sergey Brin 1998 den Suchmaschinenkonzern. Im folgenden Jahr wurde Wojcicki engagiert als 16. Mitarbeiterin und erste Marketingmanagerin des Unternehmens. Auf einer Idee Wojcickis basiert das erfolgreiche Werbeprogramm Google AdSense.

Verankert im Valley

Seit Februar 2014 führt sie nun YouTube, das in den vergangenen Jahren zu einer der stärksten Wachstumsmaschinen im Alphabet-Konzern wurde. Der wichtigste Angreifer auf das lineare Fernsehen. Gerade in der jungen Generation, aber auch als Konkurrenz zu Google selbst: Viele unter 18-Jährige nutzen die Videoplattform als Suchmaschine.

Kaum eine Frau ist so sehr verankert in der Silicon-Valley-Kultur. Und kaum eine ist doch auch so unzufrieden damit, weil sie sie als zu männlich empfindet. Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums Anfang 2016 in Davos. Aus den verschneiten Schweizer Bergen twittert sie ein Foto: zwei Fläschchen auf einem verschneiten Hotelbalkon. „Superkaltes Wetter. Macht es leicht, Muttermilch aufzubewahren. Kühlschrank unnötig“, schreibt sie; erst 2015 hatte sie ihr jüngstes Kind bekommen. Auf den meisten der Davoser Partys wurde sie in dem Jahr nicht gesehen, war auch auf den Panels, auf denen sie sprach, eher eine ruhige Teilnehmerin. Wenn sie sich aber äußert, dann zu Themen, die ihr am Herzen liegen – und mit viel Verständnis für die Kunst der Inszenierung.

Das Frauen-Thema liegt ihr am Herzen. „Technologie ist eine unglaubliche Kraft, die unsere Welt auf eine Art verändern wird, die wir kaum vorhersehen können. Wenn diese Kraft nur zu 20 oder 30 Prozent bei Frauen liegt, haben wir ein Problem“, sagte sie mal dem Magazin „Forbes“. Und sie kommt aus einer Familie, in der es selbstverständlich ist, das nicht hinzunehmen. Auch ihre Schwester Anne ist als Gründerin von 23andMe eine der Musterunternehmerinnen aus den USA. „Unsere Eltern haben uns sehr viel Freiheit und Unabhängigkeit gewährt“, sagte Anne Wojcicki im vergangenen Jahr dem Fernsehsender CNBC. Ihr Vater arbeitete an der Stanford-Universität und vermittelte seinen Töchtern: Ihr könnt es hier genauso schaffen wie alle.

Aber auch das Vielfaltsthema ist im Silicon-Valley-Kapitalismus, in dem YouTube wächst und gedeiht, nicht frei von Widersprüchen. Man sieht das sehr schön beim Thema Kinder: YouTube ist nämlich auch: der mächtigste Babysitter der Welt. Zwar liegt das Mindestalter bei 13, allerdings macht es die Plattform mit der Vielzahl an Animationsfilmen, Spielzeug-Rezensionen und infantilem Quatsch Eltern schwer, ihre Kinder vom Bildschirm fernzuhalten. Kinder-Videos waren auf der Plattform eines der schnellsten wachsenden Genres in den vergangenen Jahren. YouTube setzt auch bei den Kleinsten nicht etwa auf pädagogisch Wertvolles, sondern lässt seine Algorithmen da genauso wirken wie im Rest der Plattform: Und so ranken sie hoch, was möglichst lange Sehdauer verspricht.

Und nun die ganze Welt?

Daran etwas zu ändern klappt nur mit Rücksicht auf das Geschäftsmodell. So hat das Unternehmen in den USA begonnen, seine Einnahmen auf eine breitere Basis zu stellen, um vom Werbemodell und den entsprechend gewichtenden Algorithmen unabhängiger zu werden. Dort können Kund*innen für 35 Dollar im Monat Kabel-TV-Pakete kaufen. Setzt sich das Angebot durch, was derzeit noch unklar ist, würde sich so auch das Problem lösen, dass die Suchfunktion falsche Schwerpunkte setzt: Die Algorithmen richten sich dann nicht mehr nur danach, was Zuschauer*innen möglichst lange beschäftigt.

Susan Wojcicki nimmt die Stimmungen außerhalb des Alphabet-Paralleluniversums sensibler wahr als andere Manager*innen dort. Das ist ihr auch im direkten Gespräch anzumerken: Sie wirkt menschlicher, emotionaler, zugewandter als etwa Sheryl Sandberg. Bei einem Dinner anlässlich ihres Deutschlandbesuchs sitzt sie entspannt am Tisch und spricht ruhig und klar, nicht floskelhaft und gestanzt. Dann entfaltet sogar ein Gespräch über die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben eine entspannte politische Kraft. Wojcicki ist am Gespräch interessiert und hört zu, statt Unternehmenspositionen abzuspulen. Sicher will sie mit YouTube weiter die Welt erobern, aber sie sagt es so nicht.

Mit Blick auf die Konkurrenz zu Amazon oder Netflix sagt sie auf der „Wired“-Veranstaltung: „Jetzt fangen wir mal an und schließen Abos ab, und dann schauen wir, wie weit wir damit kommen.“ Nicht alles klingt gleich wie der nächste Feldzug zum Mond. Aber das Ziel hat sie immer im Auge. YouTube soll die führende digitale Adresse für Storytelling sein, für das Erzählen von Geschichten, ob linear, in 360 Grad oder in der virtuellen Realität, ob für Nutzer, Videoschaffende oder die Werbewirtschaft.

„Man gewinnt nicht, wenn man zurückschaut oder zur Seite“, ist einer von Wojcickis Leitsprüchen, „man gewinnt, wenn man nach vorne schaut und auf seine Kunden achtet.“

Der Text ist in der aktuellen Ausgabe des neues Magazins „ada“ der Handelsblatt Media Group erschienen.

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