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Asien Aserbaidschan will Chemieindustrie ausbauen

Aserbaidschan will die Chemieindustrie deutlich ausbauen. Der Grund liegt auf der Hand. Aserbaidschan will die Erdgas- und Erdölvorkommen im eigenen Land selbst verarbeiten. Die Rohstoffbasis ist enorm.
  • Marcus Knupp
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Solche Chemiewerke wie hier von

Solche Chemiewerke wie hier von "Ticona" wünscht sich Aserbaidschan auch fürs eigene Land.

(Foto: dpa)

GTAI ISTANBUL. Aserbaidschan plant umfangreiche Investitionen in die chemische Industrie. Ein größerer Teil der in den letzten Jahren rasant gestiegenen Produktion von Erdöl und Erdgas soll im Land selbst weiter verarbeitet werden. Zu den Großprojekten gehört neben einem Raffinerie- und Petrochemiekomplex der staatlichen Ölgesellschaft SOCAR ein Methanolwerk in Garadagh und ein Chemietechnikpark in der Industriestadt Sumgayt. Der ehemalige staatliche Chemiekonzern Azerkimya wurde unterdessen in die Struktur von SOCAR integriert.

Aserbaidschan hat zwischen 2003 bis 2008 eine beeindruckende Zunahme des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um durchschnittlich rund 20% im Jahr erlebt. Getragen wurde der wirtschaftliche Aufschwung in wesentlichen Teilen von der expandierenden Öl- und Gasproduktion im Verein mit steigenden Absatzpreisen für die Energierohstoffe auf den Weltmärkten. Etwa die Hälfte des BIP und über 80% der Exporterlöse werden durch den Kohlenwasserstoffsektor erbracht. Nachdem die wichtigsten Fördergebiete erschlossen sind, wird der Zuwachs in den kommenden Jahren, mit Ausnahme der Produktionsaufnahme im Chirag-Ölfeld 2014, geringer ausfallen.

Verstärktes Augenmerk gilt daher der Erhöhung der Wertschöpfung im Nicht-Öl-Bereich. Nach Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird dieser 2010 mit 4,2% schneller wachsen als die Gesamtwirtschaft, für die lediglich 2,7% vorhergesagt werden. Aufgrund der vor Ort vorhandenen Rohstoffe Öl und Gas bietet sich eine umfangreichere Weiterverarbeitung dieser wichtigsten Produkte des Kaukasuslandes in einer eigenen petrochemischen und chemischen Industrie an. Aufgrund der immensen Investitionen beschränkt sich die Zahl der Akteure in der Petrochemie auf wenige Unternehmen, die meist unter staatlicher Kontrolle stehen. Bei der nachgeordneten Weiterverarbeitung, etwa in der Kunststoffindustrie, besteht auch Spielraum für mittelständische Firmen.

Größtes einzelnes Projekt ist der Bau eines Industriekomplexes in Sangachal, der aus Raffinerien für Erdöl und Erdgas sowie mehreren petrochemischen Anlagen bestehen wird. Federführend ist hierbei nun das staatliche aserbaidschanische Erdölunternehmen SOCAR, nachdem die ebenfalls unter Regie der Regierung betriebene Chemiefirma Azerkimya offenbar in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Anfang 2010 wurde das Unternehmen als Produktionseinheit in die Strukturen von SOCAR integriert und mit einer neuen Führung versehen. Die in Teilen seit 2009 brachliegende Produktion in den bestehenden Anlagen sollte bis Mai 2010 wieder hochgefahren werden. Der in den Statistiken zu beobachtende Einbruch im Vorjahr erklärt sich aus diesem Umstand.

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