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Aufsteiger im Porträt Wie Spitzenwinzer ihren Wein machen

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Siegrist und Schimpf: Lob dem Schwiegervater
Thomas Siegrist und Schwiegersohn Bruno Schimpf. Quelle: VINUM Weinmagazin

Thomas Siegrist und Schwiegersohn Bruno Schimpf.

(Foto: VINUM Weinmagazin)

Thomas Siegrist, Winzer im pfälzischen Leinsweiler, entkorkte unlängst ganz vorsichtig einen 85er Spätburgunder. Der im Barrique ausgebaute Wein war seinerzeit von der amtlichen Prüfstelle als „nicht verkehrsfähig“ abgelehnt worden.

Siegrist hatte damals versucht, gegen dieses Votum zu klagen, mit dem Hinweis, dass die intensive Holznote sich im Laufe der Zeit schon verlieren werde. Heute sieht der 61-Jährige seinen Irrtum ein. Noch immer ist heftig Fass zu schmecken.

Längst setzt Siegrist, der das 15-Hektar-Weingut gemeinsam mit Schwiegersohn Bruno Schimpf betreibt, das Barrique viel behutsamer ein. Nur besonders dichte, vielschichtige Burgunder überlässt er ganz dem neuen Holz. Ansonsten benutzt er ältere Fässer oder er legt einen Teil der Weine nun in den Edelstahltank.

Siegrist und sein Schwiegersohn sind eine prächtiges Gespann. Schimpf ist Betriebsleiter und Kellermeister, aber er möchte nichts ohne den Senior machen. Der 44-Jährige ist Quereinsteiger. Er stammt aus einem Bauernhof, zu dem auch ein paar Reben gehörten. Die Eltern hatte er früh verloren. Er wollte Winzer werden. Das Gymnasium brach er ab und arbeitete ein halbes Jahr lang bei einer Rebveredlung. Dann hörte er auf seine Großmutter und lernte „etwas Vernünftiges“. Er wurde Fernmelde-Handwerker bei der Telekom. Und wieder kam der Wunsch hoch, Winzer zu werden. Er machte ein Praktikum im Spitzenweingut Friedrich Becker in Schweigen.

1995 traf er Kerstin Siegrist. Vater Thomas mochte den jungen Mann und lockte: „Los, komm zu mir!“ Es folgten Heirat, Einstieg in das Weingut, Lernen beim Schwiegervater. Bruno Schimpf, obwohl Autodidakt, ist ein hervorragender Kellermeister geworden.

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1 Kommentar zu "Aufsteiger im Porträt: Wie Spitzenwinzer ihren Wein machen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hallo Herr Falkenstein;
    gibt's Ihre schönen Weinkommentare mal wieder mit den berühmten Essens-Empfehlungen in 2 Sätzen. Das war immer geníal zum Nachkochen ;-)
    Gruß aus Ludenhausen
    Benedikt Happach