Balda Wettbieten um den Kunststoffhersteller

Der Verpackungshersteller Stevanato aus Italien hat sein Angebot auf 95 Millionen Euro hochgeschraubt. Damit reagiert Heitkamp & Thumann ins Hintertreffen. Ein Showdown auf der Hauptversammlung.
Um den Kunststoffhersteller gibt es einen Bieterwettstreit Quelle: dpa
Balda

Um den Kunststoffhersteller gibt es einen Bieterwettstreit

(Foto: dpa)

FrankfurtIm Bieterwettstreit um den westfälischen Kunststoffteile-Produzenten Balda kommt es auf der Hauptversammlung zum Showdown. Der Verpackungshersteller Stevanato aus Italien konterte am Freitag auf dem Aktionärstreffen in Hannover die Gegenofferte des Düsseldorfer Autozulieferers Heitkamp & Thumann (H&T), wie Balda mitteilte. Die Italiener schraubten ihr Angebot für das operative Geschäft des Unternehmens aus Bad Oeynhausen auf 95 Millionen Euro nach oben. H&T hatte wenige Stunden zuvor 90 Millionen Euro geboten und Stevanato damit zunächst um zehn Millionen überboten. Um die ehemals als Handyschalen-Hersteller bekannt gewordene Balda tobt seit Monaten ein Wettbieten.

Worüber die Aktionäre in Hannover am Ende abstimmen werden, war am Nachmittag völlig offen. Vorstand und Aufsichtsrat hatten einen Gegenantrag von H&T zugelassen, berieten am Nachmittag aber noch über die Zulassung der aufgestockten Kaufofferte aus Italien. Eigentlich hatte auf der Hauptversammlung nur das 80-Millionen-Angebot von Stevanato zur Abstimmung gestanden.

Balda hatte seine besten Zeiten als Hersteller von Kunststoff-Schalen für Handys, ist heute aber vor allem wegen seines Geschäfts in der Medizintechnik begehrt. Das Unternehmen beschäftigt 800 Mitarbeiter.

Welche Familien in Deutschland die Macht haben
Rang 20: Liebherr International
1 von 20

Branche: Nutzfahrzeuge

Umsatz 2015: 9,2 Milliarden Euro

Beschäftigte 2015: 41.500

Über die Dachgesellschaft kontrolliert die Familie Liebherr das Firmenimperium, das unter anderem Baufahrzeuge, Kräne, Verkehrstechnik, Hausgeräte und Hotels umfasst.

Quelle: FAZ, Unternehmen

Rang 19: Maxingvest
2 von 20

Branche: Nahrung und Genuss

Umsatz 2015: 10,1 Milliarden Euro

Beschäftigte 2015: 30.000

Unter dem Dach der Maxingvest sind der Kaffeehändler Tchibo und der Nivea-Hersteller Beiersdorf vereint. Kontrolliert wird die Holding von der Hamburger Unternehmerfamilie Herz.

Rang 18: Würth
3 von 20

Branche: Befestigungstechnik
Umsatz 2015: 11,0 Milliarden Euro
Beschäftigte 2015: 69.000

Als Schraubenkonzern ist Würth vielen bekannt. Dabei hat sich der Konzern unter Reinhold Würth, Sohn des Firmengründers Adolf Würth, zu einem weltweiten Großhandel mit Befestigungs- und Montagetechnik entwickelt. Sitz des Unternehmens ist Künzelsau bei Stuttgart.

Rang 17: Marquard & Bahls
4 von 20

Branche: Mineralölhandel
Umsatz 2015: 11,1 Milliarden Euro
Beschäftigte 2015: 8.700

Zu den Geschäftsbereichen des Konzerns gehören der Mineralölhandel, die Flugzeugbetankung – aber auch die erneuerbaren Energien. Sitz des Familienunternehmens ist in Hamburg.

Rang 16: Mahle
5 von 20

Branche: Autozulieferer

Umsatz: 11,5 Milliarden Euro

Beschäftigte: 75.600

Der Autozulieferer aus Stuttgart blickt auf eine fast 100-jährige Unternehmensgeschichte zurück und zählt heute zu den größten Firmen der Branche. Der Konzern ist zu 99,9 Prozent im Besitz der Mahle-Familienstiftung.

Rang 15: Otto
6 von 20

Branche: Handel
Umsatz 2015: 12,1 Milliarden Euro
Beschäftigte 2015: 49.600

Hinter Amazon ist Otto einer der größten Onlinehändler weltweit. Vom Internetverkauf profitiert der traditionelle Versandhändler so stark, dass die diversen Web-Shops in den vergangenen Jahr stark gewachsen sind.

Rang 14: Oetker-Gruppe
7 von 20

Branche: Mischkonzern
Umsatz 2015: 12,2 Milliarden Euro
Beschäftigte 2015: 30.800

Zur Oetker-Gruppe mit Firmensitz in Bielefeld gehören rund 400 Unternehmen. Oetker ist unter anderem in den Bereichen Lebensmittel (Dr. Oetker GmbH), Bier (Radeberger), Sekt und Wein (Henkell), Schifffahrt (Hamburg Süd) und dem Bankwesen (Bankhaus Lampe) tätig.

Treibende Kraft hinter dem Verkauf ist Aufsichtsratschef Thomas van Aubel. Der Berliner Rechtsanwalt ist Großaktionär von Balda. Das Unternehmen will den Erlös aus dem Verkauf an die Aktionäre ausschütten, die Balda-Aktie stieg deshalb am Freitag um 7,2 Prozent auf 2,51 Euro. Drei Bieter für Balda haben sich seit dem Herbst gegenseitig hochgeschaukelt: Das erste Gebot des Mittelstands-Investors Paragon hatte sich noch auf 62,9 Millionen Euro belaufen, der sich aber H&T früh geschlagen gab. Die Balda-Aktionäre hatten der Übernahme durch H&T schon einmal zugestimmt, ehe die Italiener ins Spiel kamen. Stevanato will im Gegensatz zu H&T auch die Marke "Balda" übernehmen. Die börsennotierte AG bliebe als leere Hülle erhalten. Sie soll zum Mittelstands-Investor umgebaut werden.

  • rtr
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