Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Bringdienste Wie Brötchen Geld bringen

Seite 2 von 2:

„Die Lieferdienste sind vor 20 Jahren an der Kleinteiligkeit des Geschäftes und der ineffektiven Kundenverwaltung gescheitert“, sagt Stulga, der seine Kartei mit einem Klick am Computer im Blick hat. Doch jetzt erweist sich eben diese Kleinteiligkeit als großer Vorteil – denn viele Kunden streuen das Risiko. Die Zahl der Ausfälle ist gering: Auf 30 000 Euro Umsatz kommen 200 Euro Forderungsausfall.

„Das klappt perfekt. Wir haben keinen Aufwand und buchen die gelieferte Ware einfach ab. Mit seinem Lieferservice machen wir 2 500 - 3 000 Euro Mehrumsatz am Wochenende“, sagt Christoph Kaupmann, Geschäftsführer der Bäckerei Kaupmann GmbH in Bielefeld. So bringen sich Stulpa und die Bäckereien gegenseitig Umsatz. Auch Bäckereien in Mainz, Ibbenbüren, Berlin und Neuenkirchen nutzen den Dienst. Zehn weitere sollen in Kürze dazukommen. Doch dazu muss Stulga seine Software aktualisieren, um die vielen Kundendaten optimal zu verwalten. Die Chancen für einen Betriebsmittelkredit hierfür schätzt er gut ein, weil er positive Kennzahlen vorlegen kann. Zumal die Kreissparkasse Nordhorn auf Jungunternehmer spezialisiert ist. „Zwei von drei unserer Beratungsgespräche beziehen sich auf Investitionsvolumen von bis zu 50 000 Euro,“ sagt Hermann Hood, Leiter des Existenzgründungscenters der Kreissparkasse. Anders als oft vermutet, hätten die privaten Sicherheiten für die Sparkasse eine eher nachrangige Bedeutung. Für eine positive Finanzierungsentscheidung spiele neben dem Firmenkonzept die Unternehmerpersönlichkeit eine beachtliche Rolle.

Kleinteilige Lieferbranche

Mittelständisch: In Deutschland erwirtschaften 1 322 Lieferdienste – inklusive Paketdienste und Industrielieferungen – einen Umsatz von durchschnittlich 10,5 Millionen Euro. Nicht mitgerechnet sind allerdings die unzähligen Pizza- und Sushi-Bringdienste, die den Schnitt senken würden. Doch auch so wird die Lieferbranche von kleinen und mittelgroßen Firmen geprägt.

Verschuldet: Lieferdienste verfügen einer Studie von Weinert und Partner zufolge im Schnitt über 4,97 Millionen Euro Eigenkapital und nehmen Fremdkapital in Höhe von 9,93 Millionen Euro in Anspruch. Die befragten Unternehmen bezeichneten zu 100 Prozent die Insolvenz als das höchste Unternehmensrisiko. 59 Prozent haben Angst vor Forderungsausfällen.

Handelsblatt Zukunft Mittelstand Newsletter
Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote