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Bris Rocher Raus aus dem langen Schatten des Großvaters

Bris Rocher hat keine Angst vor der Verantwortung. Der neue Präsident des französischen Kosmetikkonzerns Yves Rocher und Enkel des Gründers hält an den Traditionen des Unternehmens fest, feilt aber schon an einer neuen Strategie. Die Marke soll künftig stärker expandieren.
  • Tanja Kuchenbecker
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Bris Rocher auf der Trauerfeier seines Großvaters Yves Rocher. Quelle: ap

Bris Rocher auf der Trauerfeier seines Großvaters Yves Rocher.

(Foto: ap)

PARIS. Jung sieht Bris Rocher aus. Doch der 31-jährige, sanft wirkende Franzose mit den dunklen, gewellten Haaren steht schon an der Spitze eines Unternehmens mit einem Jahresumsatz von rund zwei Mrd. Euro, das in 80 Ländern vertreten ist. Er wurde nach dem Tod seines Großvaters und Firmengründers Yves Rocher, der vor zwei Monaten starb, Präsident des vor einem halben Jahrhundert gegründeten Kosmetikkonzerns. Trotz seines jugendlichen Alters weiß Bris Rocher genau, wo es langgehen soll. Wenige Wochen nach Amtsantritt krempelt er jetzt die Strategie des Unternehmens um – und denkt dabei sehr langfristig.

„Noch in 20 Jahren wird Yves Rocher ein Familienunternehmen sein“, sagte der Rocher-Enkel in der Wirtschaftszeitung „La Tribune“. Das sei der Traum seines Großvaters und Vaters gewesen. Derzeit gehören der Familie 77 Prozent, der Rest dem Pharmakonzern Sanofi. Künftig will Rocher stärker international expandieren. Dafür soll mehr im Ausland außerhalb der Euro-Zone produziert werden. Im Moment werden noch 85 Prozent der Produkte in Frankreich hergestellt. Das sei aber langfristig zu kostspielig.

Auch wenn er erst 31 Jahre zählt – die Stärken und Schwächen des Kosmetikkonzerns kennt der Rocher-Enkel bestens. Schon lange hat er mit seinem Großvater zusammengearbeitet, der ihm zuletzt immer mehr die Geschäfte überlassen hatte. Dabei ist er eher durch einen Schicksalsschlag in die Rolle des Firmenchefs gerutscht. Eigentlich wollte er Jazzpianist werden. Doch als sein Vater Didier, der das Unternehmen übernehmen wollte, 1994 bei einem Unfall starb, war Enkel Bris an der Reihe. Mit gerade mal 16 Jahren fing er ohne Abitur bei Yves Rocher an und lernte den Konzern von ganz unten kennen. „Ich hatte keine Panik vor meiner Verantwortung. Ich habe sie einfach übernommen“, sagte Rocher, der eher als schüchtern gilt, im Rückblick. Für die Universität blieb keine Zeit.

Er ging nur für zwei Jahre zum Wirtschaftsprüfer Arthur Andersen und wurde 2003 Vizepräsident bei Yves Rocher. Damit hat er eins mit dem Großvater gemeinsam: Auch dieser hat keine Hochschule besucht. Yves Rocher begann mit einer Idee. Eine alte Heilerin hatte ihm das Rezept für eine Pflanzencreme anvertraut, die er zunächst in Eigenarbeit herstellte. Darauf baute er dann einen internationalen Konzern auf.

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