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Bürokratie bremst Der Fachkräftemangel blockiert das Wachstum

Viele Firmen würden ihr Personal lieber gestern als heute aufstocken. Die passenden Leute finden sich nur oft nicht in der Heimat. Und wer Mitarbeiter außerhalb der EU sucht, darf sich auf lange Wartezeiten einstellen.
28.07.2012 - 17:50 Uhr 26 Kommentare
Die deutsche Wirtschaft beklagt den zunehmenden Fachkräftemangel und warnt vor dramatischen Folgen. Quelle: picture-alliance / Christian Hag

Die deutsche Wirtschaft beklagt den zunehmenden Fachkräftemangel und warnt vor dramatischen Folgen.

(Foto: picture-alliance / Christian Hag)

Hamburg Konstantin Nikulin ist sauer. Obwohl der 41-jährige Gründer der Onlinespiele-Firma Intenium sich bemüht, gelassen zu bleiben, ist ihm seine Verärgerung deutlich anzusehen. Das Hamburger Unternehmen bezeichnet sich selbst als Marktführer für Casual Games, also Spiele, die man auf dem PC oder im Internetbrowser mal eben schnell spielen kann.

Intenium stellt im Schnitt jeden zweiten Tag ein neues Spiel online, verkauft alle 60 Sekunden eine CD-Rom oder DVD mit einem Spiel und beschäftigt 70 Mitarbeiter. Doch es könnten deutlich mehr sein.

Das Problem liegt wie so oft in der deutschen Bürokratie. "Wir wollen einige Programmierer und einen Produktionsleiter aus Kaliningrad in unser Entwicklungsteam nach Hamburg holen", erläutert Nikulin. Denn in Deutschland und den EU-Ländern findet er solche Leute nur sehr schwer - "obwohl wir permanent aktiv suchen und bereit sind, sofort neue Mitarbeiter aus Deutschland anzustellen."

Bis Nikulin und seine Kollegen Fachkräfte aus einem Nicht-EU-Land nach Deutschland geholt haben, "dauert es leider mindestens drei Monate oder sogar länger". Dass dem Mittelständler seit vielen Monaten dringend benötigte Fachkräfte fehlen, bremse das Wachstum seiner Firma: "Wir könnten neue Spiele entwickeln und verkaufen, müssen aber warten, weil wir nicht genügend Leute haben."

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    Um die Programmierer, Produktionsleiter, IT-Administratoren oder Ingenieure aus einem Land, das nicht zur EU gehört, einstellen zu können, müssen Unternehmer in Deutschland ein umständliches Prozedere bewältigen.

    Sie müssen Formulare beim deutschen Konsulat einreichen, die Ausländerbehörde einschalten und die Genehmigung der lokalen Arbeitsagentur einholen. Diese schaltet auch noch die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) in Duisburg ein. "Das dauert", weiß Konstantin Nikulin.

    Aber ohne Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis darf kein russischer oder indischer Arbeitnehmer zwischen Flensburg und Passau beschäftigt werden.

    Enorme Nachfrage nach Kräften aus Nicht-EU-Staaten
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    26 Kommentare zu "Bürokratie bremst: Der Fachkräftemangel blockiert das Wachstum"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Fachkraft", 62, Techniker.
      Stell Dir vor Du bist eine "Fachkraft" aus der Automobilindustrie und keiner will Dich.

      Alles Grampf!

    • Also bei mir als freiberuflichen Softwareentwickler für elektronische Steuerungen laufen die Auftraggeber derzeit die Bude nur so ein. Das Telefon klingelt praktisch rund um die Uhr, mit E-Mails lesen komme ich vor lauter Anfragen kaum noch nach. Und wer das nicht glaubt, kommt auch in den Himmel! In Wirklichkeit ist die Nachfrage nicht größer oder kleiner als sonst auch. Von daher kann ich das ganze Gezeter um den Fachkräftemangel nicht ganz nachvollziehen. Ich glaube aber ohne Weiteres, dass sich kleine und mittelständische Unternehmen schwer tun, geeignete Ingenieure zu finden. Das ist aber eine andere Geschichte und hat mit der hohen Attraktivität der internationalen Konzerne als Arbeitgeber zu tun.

    • Viele ZEITARBEITSFirmen würden gerne....

    • In Deutschland gibt es genug Fachkräfte.
      Wenn man natürlich alle 50-jährigen und alle, die anständig bezahlt werden wollen, ignoriert, kommt man evtl. zu dem Schluss.
      Es ist aber nicht Aufgabe der deutschen Politik, Billigkräfte aus Osteuropa heranzukarren, sondern den Lebensstandard in Deutschland zu sichern und zu verbessern.
      Man sollte das falsche Geschrei der Unternehmen einfach ignorieren.

    • Wenn ich an unsre Exportindustrie denke, sehe ich immer von vorn bis hinten gepamperte Fettärsche vor mir. Das fängt mit dem viel zu niedrigen Eurokurs an, setzt sich fort über Lohndumping und -subvention bis zur Rente, die dann auch noch staatlich gestützt werdem muß. Mit vollen Hosen ist gut stinken.

    • Fachkräftemangel? Blödsinn! Die Firmen wollen nichts ausgeben. Deutschland würde iohne weiteres aus eigenen Resourcen sein Fachkräftepersonal heranziehen können, wenn die Jobs entsprechend attraktiv wären. Das sind sie aber zunehmend nicht und die Politik fördert das noch. Billig, billiger am billigsten - das ist die Devise. Daß man den Jungen Chancen bietet, damit sie hier investieren, Familien gründen und für Nachwuchs sorgen, das ist nicht. Unsere Politik ist extrem kurzsichtig und auf lange Sicht füht sie ins Verderben. Für Den Export - tun wir alles. Targetsystem für die Übernahme des Zahlungsrisikos, Billiglohn und Lohnsubvention (nach dem Berufsleben kommt dann noch die Rentensubvention und alles zu Lasten des Steuerbürgers. Für diie Euro - Rettung, das größte Desaster seit dem Weltkrieg- tun wir alles. Für unsere Leute und unsere Zukunft und die unserer Kinder dagegen tun wir nichts. Da dürfen sich die Regierungsdilettanten ungestört austoben.

    • Hungerloehne und hohe Steuern und Abgaben. Wer wirklich was kann geht woanders hin. In den USA gibt es mehr Brutto, mehr Netto vom Brutto und bessere Konditionen. Wieso sich in Deutschland ausbeuten lassen? Nichtmal mehr die Polen wollen fuer den Hungerlohn arbeiten. Klar, Deutschland profitiert am meisten. Wer ist eigentlich "Deutschland" der so viel profitiert? Der Arbeitnehmer bestimmt nicht.

    • seit 15 Jahren sinken die Reallöhne in DE -- das bleibt auch im Ausland nicht verborgen. Mal wieder sollen die Löhne sinken in DE 36 000 für ITler und dann ist DE angeblich "attraktiv" -- ja für wen eigentlich? Für den umworbenen Arbeitnehmer? Seit wann sind sinkende Löhne attraktiv? Wer gut informiert ist meidet DE -- anderswo kann man das doppelte verdienen.

      wer gut informiert ist, muss nur in den Vergleichen der OECD nach Lohnentwicklung gucken - nur in DE und Japan sanken die Reallöhne, sonst steigen sie überall bis zu dreistellig - auch in Kanada, Australien, Dänemark.... wieso also Deutschland??

      sind wir hier so nett und freundlich? Ist die Stimmung hier so gut? Ist die Lebensqualität im überbevölkerten Land so schön?

      andere bieten bessere und steigende Löhne, schöne unberührte Natur, nettes Betriebsklima, weniger Stress, bessere Schulen, Dutzen.

      und in DE sinkt man mal wieder die Löhne ab, um Fachkräfte anzulocken - das ist deutsche Logik.

      und nicht mal die eigenen Bürger bestmöglich ausbilden ist auch ein Unding!

    • "Denn in Deutschland und den EU-Ländern findet er solche Leute nur sehr schwer"
      Was ist damit gemeint? Solche Leute. die sich für einen Hungerlohn ausbeuten lassen?
      Die Hochqualifizierten verlassen reihenweise Deutschland wenn sie können, wieso wohl? Unternehmer bitte Aufwachen!

    • und bei suchen Akademiker händeringend nach Jobs. Schon wieder so ein mediales Ammenmärchen.

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