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Cybersicherheit Mittelstandsradar: Cyberangriffe zählen zu den drei größten Risiken im Mittelstand

Die gute Nachricht: Der Mittelstand will weiter in Digitalisierung investieren. Die schlechte: Die Ausgaben für Cybersicherheit sind deutlich zu niedrig.
14.07.2021 - 13:30 Uhr Kommentieren
Die Angst vor einer Cyberattacke beschäftigt mehr als die Hälfte der Befragten. Quelle: dpa
Cybersicherheit

Die Angst vor einer Cyberattacke beschäftigt mehr als die Hälfte der Befragten.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Cyberkriminalität treibt die Unternehmer in Deutschland immer mehr um – auch wenn kaum eine Firma öffentlich darüber sprechen mag. Cyberangriffe gehören inzwischen zu den drei größten Geschäftsrisiken in der Wahrnehmung der Befragten. Das belegt der Mittelstandsradar der Landesbank Baden-Württemberg, der dem Handelsblatt vorab vorliegt.

Unter anderem wurden rund 320 mittelständische Unternehmen befragt und weitere relevante Erhebungen auch aus Sekundärquellen ausgewertet. Laut LBBW-Mittelstandsradar sorgen sich knapp 60 Prozent um die generelle Marktentwicklung, 55 Prozent um fehlende Fachkräfte – und eben 51 Prozent vor Cyberangriffen.

Staat und Wirtschaft zeigen sich in dieser Hinsicht auch immer verletzlicher. Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat zu Wochenbeginn erstmals den Cyber-Katastrophenfall nach einem Hackerangriff ausgelöst. Die Behörden können wohl zwei Wochen lang nicht arbeiten.

Erst Anfang vergangener Woche war bekannt geworden, dass die US-Softwarefirma Kaseya von Hackern angegriffen wurde. 800 bis 1500 Kunden des Unternehmens vor allem in den USA, Schweden und Neuseeland waren betroffen.

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    Dabei verlangten die Hacker Lösegeld, nachdem sie zentrale Daten verschlüsselt hatten – eine Masche, die schon länger reüssiert. Über die Ursachen in Anhalt-Bitterfeld wird das auch gemutmaßt, die Behörden aber wollen sich dazu zunächst nicht äußern.

    Jede Organisation benötigt ein Sicherheitskonzept

    Das Spektrum zeigt: Sowohl schwache als auch starke IT-Infrastrukturen werden angegriffen. Jedes Unternehmen kann ins Visier von Hackern geraten, jede Organisation benötigt ein Cyber-Sicherheitskonzept. Das unsichere Umfeld ist für die mittelständischen Unternehmen bereits spürbar, wie die Studie belegt.

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    LBBW-Analyst Andreas Heinemann hat sich mit dem Thema Cybersicherheit intensiv befasst. Er sieht zwar „eine gestiegene Cyberresilienz in den mittelständischen Unternehmen“. Damit ist die Fähigkeit gemeint, sich auf schadhafte Cybervorfälle einzustellen und diesen entgegenzuwirken – nicht nur reaktiv, sondern proaktiv. Die Quellen für fehlende Informationsfähigkeit seien vielfältig. Mitarbeiter und Firmenfremde können absichtlich oder aus Versehen Datenlecks verursachen, zugleich steigt die Gefahr der Angriffe von Hackern.

    Daher müsse die Unternehmenskultur darauf hinarbeiten, dass Mitarbeiter viel stärker sensibilisiert werden, selbst Fehler zu entdecken und diese auch mutig zu melden, sagt Heinemann. Die Mitarbeiter müssen regelmäßig geschult werden, es müsse Notfallübungen geben, Verhaltensgrundsätze und Leitbilder, Regelungen bezüglich (firmen)eigener Geräte und möglicher Datenverluste sowie eine generelle Feedback-, Veränderungs- und Verbesserungskultur.

    Heinemann stellt auch einen Bezug zur Corona-Pandemie her. „Die Unternehmen haben in der aktuellen Krise wirkliche Handlungs- und Anpassungsfähigkeit bewiesen.“ Sie seien erfinderisch gewesen, hätten Homeoffice und Kulturwandel zumindest befördert. „Doch die Gefahr ist groß, dass sie das zu schnell wieder verlernen“, mahnt der Analyst. Hierfür sei ein echter Kulturwandel nötig – und eben auch beim Thema Cyberresilienz.

    Investitionen in Cybersicherheit müssen vielerorts mindestens verdoppelt werden

    Der Kampf gegen die Gefahr aus dem Netz kostet natürlich auch Geld. Laut einer Umfrage unter 1000 Unternehmen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) investiert gut die Hälfte der befragten Unternehmen gerade einmal ein bis zu zehn Prozent des IT-Budgets in Cybersicherheit. Notwendig wären aber 20 Prozent, heißt es bei der Behörde. Vielerorts ist dieser Betrag nach anderthalb Jahren Pandemiebewältigung möglicherweise aktuell nicht vorhanden – zumal viele Unternehmen just in digitale Geschäftsmodelle investiert haben.

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    Das geht aus dem LBBW-Mittelstandsradar hervor. Das Thema Digitalisierung wird in vielen mittelständischen Unternehmen nicht nur angenommen, sondern auch angegangen. Die Unternehmen investieren wieder vermehrt und in größeren Summen in Digitalisierung. 60 Prozent der befragten Unternehmen investieren jährlich mindestens eine Viertelmillion bis eine Million Euro, ein Drittel von ihnen sogar deutlich mehr.

    Der Mittelstandsradar bestätigt vorherige Studien darin, dass vor allem der industrielle Mittelstand die Pandemie bislang vergleichsweise gut überstanden hat. Und laut der LBBW blicken die Unternehmen auch mehrheitlich positiv in die Zukunft. Als Risikofaktoren gelten weiterhin der Rohstoffmangel und Lieferkettenprobleme. Neben diesen beiden externen Einflüssen müssen sie sich nun auch noch entscheiden, wie viel sie in neue digitale Geschäftsmodelle und in die Sicherheit ihrer Daten investieren.

    Die neue Herausforderung dabei ist: eine simultane Betrachtung von digitalen Geschäftsmodellen und der Sicherheit der Daten, wie Experte Heinemann betont. „Die Unternehmen müssen mehr als bisher Digitalisierung und Informationssicherheit zusammen denken und angehen. Eine schwierige Aufgabe, weil das Geld eben nur einmal ausgegeben werden kann.

    Mehr: Manche Rohstoffe sind nicht nur knapp, sondern kaum verfügbar“: Materialmangel belastet Mittelständler massiv

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