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Demografische Entwicklung verstärkt Nachfolgeproblematik Der Senior kommt nicht weg

Einen Nachfolger zu finden, das ist für viele Betriebsinhaber schon heute nicht einfach. Doch vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung wird sich dieses Problem in den kommenden Jahrzehnten noch verschärfen. Arbeiten mit über 70 wird für viele Selbstständige selbstverständlich werden.

HB BERLIN. Experten rechnen damit, dass immer weniger Betriebe innerhalb der Familie übergeben werden und die Zahl der Unternehmen sinken wird. So mancher Seniorchef wird künftig am Schreibtisch bleiben, bis er tatsächlich der Senior ist.

Die demographische Entwicklung wird nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) auch die Zahl der Selbstständigen nachhaltig verändern: Nicht in allen Altersgruppen sind Existenzgründer in gleichem Maß zu finden: „Vor allem gut ausgebildete Nachwuchskräfte unter 40 Jahren machen sich selbstständig“, sagt Klaus-Heiner Röhl, Experte für Mittelstands- und Strukturpolitik beim IW-Büro in Berlin. Und diese Gruppe schwindet. Deshalb ist auch mit weniger Start-ups zu rechnen als bisher. Eine „Unternehmerlücke“ sei abzusehen, befürchtet Röhl.

Denn die Zahl der Existenzgründer werde noch schneller abnehmen als die der Arbeitnehmer. So geht das IW für 2050 von weniger als 90 000 Existenzgründungen aus der Gruppe der 30 bis 39-Jährigen aus, 2002 waren es mehr als 158 000 - ein Rückgang um 42 Prozent. Genau die Gruppe der potenziellen Existenzgründer käme allerdings auch für die Übernahme einer Firma in Frage: „Das Risiko, dass Betriebe keinen Nachfolger finden und schließen müssen, verschärft sich daher“, sagt Röhl.

Dass der betagte Seniorchef die Firma eines Tages den eigenen Kindern überträgt, geschieht schon jetzt immer seltener. „Die familieninterne Nachfolge verliert aber nicht nur aus demographischen Gründen an Bedeutung“, erläutert Ralf Geruschkat vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin. Oft fehle einfach das Interesse der Kinder, den elterlichen Betrieb zu übernehmen.

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