Deutsche Fußball-Liga Bundesliga beteiligt sich erstmals an einem Start-up und gründet damit neuen Geschäftsbereich

Die Deutsche Fußball-Liga baut ein neues Geschäftsfeld auf: Die Vereinigung der Proficlubs investiert in junge Unternehmen. Die Ziele sind ambitioniert.
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Der Zusammenschluss der 36 Bundesligaclubs beteiligt sich erstmals an einem Start-up. Quelle: dpa
Fußball-Bundesliga

Der Zusammenschluss der 36 Bundesligaclubs beteiligt sich erstmals an einem Start-up.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Deutsche Fußball-Liga (DFL) schlägt eine ganz neue Richtung ein: Der Zusammenschluss der 36 Bundesligaclubs beteiligt sich erstmals an einem Start-up. Die DFL erwirbt zehn Prozent am jungen israelischen Unternehmen Track 160. Das teilte die Vereinigung an diesem Donnerstag mit.

Das Engagement an dem Technikunternehmen soll nur der Anfang sein. „Ziel ist, ein ganzes Portfolio an Beteiligungen aufzubauen“, erläuterte DFL-Chef Christian Seifert in Frankfurt. Der Manager ergänzte: „Statt zehn Anstoßzeiten habe ich lieber zehn Beteiligungen.“

Bislang verdient die DFL ihr Geld vor allem mit den Rechten für TV-Übertragungen. Die sind umso wertvoller, je mehr Spiele zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden, sprich wenn sich ein Spieltag von Freitag- bis Montagabend hinzieht. Das allerdings kommt bei den Fans nicht gut an.

Bis die DFL nennenswerte Einnahmen mit Start-ups erzielt, wird es freilich noch ein paar Jahre dauern. Seifert sprach von einem Zeitraum von drei bis sieben Jahren, über die er die jungen Firmen halten will.

Track 160 hat der Israeli Miky Tamir voriges Jahr gegründet. Die Firma entwickelt ein elektronisches System, mit dem sich die einzelnen Körperteile der Fußballspieler sowie der Ball verfolgen lassen. Das optische Verfahren soll eines Tages für die Spielanalyse eingesetzt werden, für die Sportmedizin, aber auch um virtuelle Bilder von Spielszenen aus unterschiedlichen Perspektiven zu erzeugen. „So können die Fans eine Partie aus dem Blickwinkel des Spielers anschauen“, erklärte Tamir in Frankfurt.

Track 160 erhält kein Geld von der DFL. Stattdessen bekommt Tamir Zugang zum gewaltigen Spieldatenbestand und dem TV-Archiv der Bundesliga. „Für uns sind Daten die wichtigste Währung“, unterstrich der Seriengründer. Denn dadurch lasse sich sein System verbessern. Zudem bietet die DFL den Zugang zu den Bundesliga-Clubs – und damit vielen prominenten potenziellen Kunden.

Experten sehen den Schritt positiv. Es müssten zwar zwingend professionelle Strukturen geschaffen werden, damit das ein Erfolg werde, meint Maximilian Madeja von der Unternehmensberatung SLC Management in Nürnberg. Doch die Richtung sei absolut richtig. Sport sei ein volatiles Geschäft, da sei es durchaus sinnvoll, ein weiteres Standbein zu schaffen. Zudem übernehme die DFL hier eine Gesamtverantwortung und engagiere sich auf Feldern, die zu aufwendig und teuer für einzelne Vereine seien.

Die DFL habe nicht vor, wie ein klassischer Finanzinvestor aufzutreten, sagte DFL-Chef Seifert. Vielmehr wolle die Spielervereinigung den jungen Firmen auf Feldern weiterhelfen, wo es andere Investoren nicht können. Finanzmittel seien derzeit nicht der Engpass der Gründer. Eher schon fehlten ihnen die richtigen Netzwerke, und da könnte die DFL zum Beispiel mit Kontakten zu anderen Ligen unterstützen.

„DFL for Equity“ nennt sich das Programm, das Seifert zunächst einmal mit der bestehenden Mannschaft stemmen will. Der Manager nimmt sich dabei Pro Sieben Sat 1 zum Vorbild. Der Medienkonzern hat schon vor Jahren damit begonnen, Werbezeiten gegen Unternehmensanteile abzugeben. In Frage kämen aber nur ausgewählte Firmen, erklärte Seifert: „Es muss ein Markt sein, der für die DFL relevant ist.“

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