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Deutschland, deine Dynastien Underberg - das grüne Geheimnis

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Notwendig ist das neue Geschäft aber schon. „Überleben funktioniert in der Alkoholindustrie derzeit nur über Wachstum“, sagt Hans-Jürgen Grabias. „Und das Wachstumspotenzial einer kleine Magenbitterflasche ist eben begrenzt. Deswegen müssen sie zukaufen, auch wenn nicht jede Marke zum Konzern passt.“ Bisher geht das Underberg’sche Wachstums- und Diversifizierungskonzept – zu der Schnaps-Sippe gehört längst auch die deutsche Traditions-Saftmarke Valensina – aber offenbar auf. Bestätigte Zahlen gibt es natürlich nicht, aber das Unternehmen widerspricht Branchenkennern nicht, die von einem konstanten Umsatz über etwa 500 Millionen Euro jährlich ausgehen. Offenbar sinkt dabei der Umsatz der Stammmarke langsam, aber kontinuierlich, wird jedoch durch die anderen Tröpfchen einigermaßen ausgeglichen.

Große Umbrüche sind aber nicht zu erwarten. Denn Emil Underberg hat sich rechtzeitig auf eine Nachfolge festgelegt. Schon 1991 bestimmt er seine Tochter Hubertine zur Nachfolgerin und installiert sie, damals 29-jährig, als Präsidentin der Schweizer Holdinggesellschaft. Ihre drei Geschwister werden abgefunden – zu ihrer eigenen Überraschung. „Ich war fest davon überzeugt, dass mein älterer Bruder das Unternehmen übernimmt“, sagt Underberg-Ruder. Die promovierte Biologin selbst hatte sich eher auf eine Karriere in ihrer eigentlichen Profession eingestellt.

Aber die Chemie zwischen Vater und Sohn stimmt nicht – und sorgt so für einen Durchmarsch der Tochter an die Spitze. Ihr Bruder ist mittlerweile abgetaucht, aber kaum ein Underberg-Beobachter zweifelt, dass Underberg senior die richtige Wahl getroffen hat. Der älteste Sohn jedenfalls, so ist etwa an dessen Studienstätte in St. Gallen zu hören, sei nicht unbedingt zum Unternehmer gemacht gewesen.

Anders als offenbar seine Schwester. Die Chefin führt so entschlossen wie ihr Vater. Mit dem stimmt sie sich nach wie vor ab. Das, so hört man im Unternehmen, durchaus auch mit der ein oder andere Reiberei – am Ende aber immer von der gleichen Vorstellung, wohin sich das Unternehmen entwickeln soll, getragen. „Mein Vater“, sagt sie, „ist ja erst 69 Jahre alt. Da will man sich ja noch einmischen. Und von seinem Naturell ist er ein richtiger Unternehmer, nicht so, dass er sich einfach zurückziehen könnte.“ Das aber, beteuert sie, sei ein „riesiger Vorteil“. „Er weiß einfach unheimlich viel aus Erfahrung, was man durch keine Expertise von außen ersetzen kann.“

Dennoch ist es Hubertine, die die Richtung vorgibt. „Jede Generation hat das Unternehmen etwas anders geführt“, sagt sie. „Die wichtigste Konstante war und ist der Wille, das Unternehmen zu erhalten.“ Ihre Mutter drückt das ähnlich aus: „Man muss sich ständig in Erinnerung rufen, dass man nur ein Glied in der Kette ist, es darum geht, das Erbe weiterzugeben“, sagt Christiane Underberg.

Die Chancen, dass das auch in der sechsten Generation gelingt, stehen jedenfalls gut. Denn neben ihren Aufgaben an der Spitze von Underberg hat Hubertine Underberg-Ruder vier Kinder großgezogen. Die Dynastie lebt.

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1 Kommentar zu "Deutschland, deine Dynastien: Underberg - das grüne Geheimnis"

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  • immer wieder interessant und spannend zu lesen.
    Dankeschön!