Deutschlands Winzer Die Parade der besten Weingüter

Es gilt, ein Silbernes Jubiläum zu feiern. Zum 25. Mal erscheint die Liste der 100 besten deutschen Weingüter, vorgestellt im Handelsblatt und in der Zeitschrift Vinum. Neu in die Hitparade aufgestiegen sind sechs Winzer, drei davon aus dem Rheingau.
  • Pit Falkenstein
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Der Johannisberg Quelle: Rainer Martini / LOOK-foto

Der Johannisberg

Der Johannisberg, eine anmutige Erhebung unweit von Rüdesheim, ist über und über mit Riesling bestockt. Auf diesem Boden, Lehm mit rötlichem Ton gemischt, haben Mönche schon vor anderthalb Jahrtausenden Reben gepflanzt. 1716 ließ der Fuldaer Fürstabt Konstantin von Buttlar auf der Anhöhe ein Schloss errichten. Mehrfach zerstört und immer wieder aufgebaut, steht es noch heute so. 1815 ging das prächtige Anwesen an den österreichischen Kaiser Franz I. Dichterfürst Goethe war bei dem Festakt anwesend. Ein Jahr später vermachte Seine Majestät Schloss Johannisberg samt Weingärten dem Fürsten Clemens Wenzel von Metternich für dessen Verdienste beim Wiener Kongress. Der musste nur alljährlich den zehnten Teil der Ernte an das Haus Habsburg abtreten. Das geschieht noch heute in Form einer Geldüberweisung an Otto von Habsburg.

Es ist eine in jeder Beziehung bedeutende Winzerei. Als vor 25 Jahren zum ersten Mal die Liste der 100 besten deutschen Weingüter veröffentlicht wurde, damals in dem (nicht mehr existierendem) Verbrauchermagazin DM, da gehörte Schloss Johannisberg selbstverständlich dazu. Später war es mit dem fürstlichen Haus nicht immer zum Besten bestellt. Es schied aus. In der 25. Folge dieser Hitparade, die jetzt gleichzeitig von Handelsblatt und der Zeitschrift Vinum veröffentlicht wird, ist der Rheingauer Paradebetrieb wieder dabei. Die Boxer-Regel "They never come back" gilt hier also nicht. Drei der sechs Neulinge in der Wein-Topliga sind Wiederaufsteiger.

Diese Dokumentation heimischen Winzer-Ehrgeizes ist schon fast ein Stück Geschichtsschreibung. In den letzten 25 Jahren haben sich Stil und Güte der deutschen Weine völlig geändert. Überwog in der Achtzigern noch süßliche Konsumware ("cheap'n'sweet" spotteten englische Genießer), so wird heute gut die Hälfte der Gesamternte in der Geschmacksrichtung trocken abgefüllt und zwar in ordentlicher bis höchster Qualität. Es darf behauptet werden, dass nicht wenige deutsche Winzer derzeit die schönsten Weißweine überhaupt erzeugen.

Immer mehr erstklassige Weingüter

"Als wir mit der Bestenliste anfingen", erinnert sich Jury-Mitglied Joel Brian Payne, "waren die hundert Plätze viel zu viel. So viele erstklassige Weingüter gab es damals noch nicht. Heute sind hundert eigentlich zu wenig." Bei dieser Zahl, die etwa ein Prozent der deutschen Erzeuger darstellt, bleibt es aber. Immer wieder fragten Weinfreunde in der Vergangenheit, warum es keine Rangfolge gibt. Antwort: Es ist unsinnig, zum Beispiel Egon Müller vom Scharzhof an der Saar, der sich auf edelsüße Tropfen spezialisiert hat, mit dem Pfälzer Hansjörg Rebholz zu vergleichen, von dem nur herbe Weine kommen. Alle hundert Betriebe stehen also gleichberechtigt in der Liste.

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8 Kommentare zu "Deutschlands Winzer: Die Parade der besten Weingüter"

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  • @jonas. Mit Ihrem Beitrag haben sie sich zu einen absoluten Nichtswisser geoutet. Dtl wird mit jeden Jahr besser und nimmt immer mehr seinen Platz der Top weine ein. Es gibt nirgendswo so strenge Überwachungen wie hier. Mein Tip an sie,nächsten urlaub mal in Dtl in Baden/breisgau planen, mit den winzergenossenschaften reden. Sie werden sich danach um ihre Äußerung schämen!

    Ich geh sogar noch ein Schritt weiter, Dt. Winzer sekt also ich spreche nicht von Rotkäppchen Pisse. Hat mitunter die selbe Oekzelzahl wie Champagner ist nur nicht so eine gezüchtete Massenware aus Rheims!

    Neue Weltweine braucht da kein Mensch. Wein sollte immer Regional kosumiert werden. So schmeckt der Italiener am besten in Italien. Bevor ich jetzt hier ein Buch schreib, empfehle ich Ihnen, gehen sie raus zu den Dt. Winzern, es ist gerade Besenzeit...

  • @Jonas, man sollte nachdenken bevor man etwas in die Welt setzt und sich auch informieren. Wenn du mit Deutschem Wein nicht zurecht kommst behaupte nicht es liegt am Wein....

  • Aber hallo, Weingüter heute Abend zum Top-Thema zu machen, finde ich schon ein wenig dekadent. Es gibt Länder in Europa, denen steht das Wasser bis Oberlippe Unterkante und das Heandelsblatt befindet über Weingüter. Das ist schon abseits aller guten Dinge. Wen wollen sie damit gefallen?

  • Als Weinhändler für frz.Weine sind wir immer wieder baff erstaunt wie gut sich die deutsche Weinszene in den letzten 10 Jahren entwickelt hat.
    Dies zollt unsere Anerkennung und unseren Respekt,
    auch wenn wir lieber Franzosen trinken.

  • Natürlich stimmt es nicht, was "Jonas" hier sagt. So, wie der beste Sauvignon blanc aus Neuseeland kommt, sind die deutschen Riesling-Weine (aus den besten Rheingau-Lagen) weltweit absolute Spitze, wobei der grundsätzliche Mangel an Sonnenschein durch das Schiefergestein kompensiert wird. Nur deutsche Rotweine sämtlicher Rebensorten haben mich noch nie begeistern können.

  • Da in Deutschland, im Gegensatz zu Frankreich und italen, das Nachzuckern der Weine erlaubt ist, und diese Pantscherei auch nicht bei hohen Preisen ausgeschlossen werden kann, in ihrer Liste nicht aufgeführt ist mit welchen Zusatzstoffen, den ebenfalls erlaubten Parfümen und Aromen die Weingüter keltern, muß festgestellt werden: Selbst die angeblich 100 besten Weingüter sind, weil deutsch, allesamt schlechter als jedes italienisches oder französische Weingut.

    Deutschland ist prinzipiell für Weinanbau und Weinkauf ungeeignet, es gibt hier sowieso nicht genug Sonne und demnach nur saure Tropfen (geschönt als trocken bezeichnet, so wie vollschlank) ohne jedes bukett.

  • was war das noch?
    handelsrundschau?
    handelsrundsau?

    sollte man sich auch noch merken, wie Toilettenpapier als Marke genannt wird?

  • bedenkt man die Pressekampagnen der HR für Hausinterna der Deutschen bank wirkt Die Parade der besten Weingüter geradezu deliziös.

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