Die Höhle der Löwen – eine Bilanz Warum der „Kaffeefilter to go“ keinen Deal bekam

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Geld für Schoko-Puzzle?
Wer die „Höhle der Löwen“ überlebt hat
„Die Höhle der Löwen“
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Die Investoren Vural Öger, Judith Williams, Frank Thelen, Lencke Steiner und Jochen Schweizer (von links) stehen im Mittelpunkt der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“. Die zweite Staffel beginnt an diesem Dienstag um 20.15 Uhr. Darin greifen fünf Unternehmer mit Kapital im Rücken Start-up-Gründern unter die Arme, wenn die Idee den Geschmack der Investoren trifft. So wie in diesen Fällen...

Crispy Wallet
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Crispy Wallet wurde 2014 von David Hagenkötter und Marvin Metzke gegründet. Die Idee: Portemonnaies, Laptops und Handyhüllen aus Tyvek, ein reißfestes und wasserabweisendes Papier, das aus recyceltem Plastik hergestellt wird. Die Produkte sind Made in Germany, die Designs entwerfen sie selbst, gedruckt wird im Bergischen Land, gefaltet in Berlin. „Das ist Mist“, sagte Löwen-Jurorin und Verpackungsunternehmerin Lencke Steiner zunächst.

Investoren-Augen leuchten
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Die Gründer, damals noch an der Uni, hatten nicht ausgereifte Prototypen mit in die Show gebracht. „Die Portemonnaies interessieren mich überhaupt nicht“, motzte auch Internet-Unternehmer Frank Thelen. Als sie hörten, dass Crispy Wallet schon 8000 Stück davon verkauft hatte, und zwar für knapp 17 Euro das Stück, bei Materialkosten von gerade mal einem Euro, fingen die Augen der Investoren an zu leuchten. Steiner und Thelen investierten zusammen 100 000 Euro und bekamen dafür stattliche 40 Prozent an der Firma. Mit dem Geld konnten Hagenkötter und Metzke eine Produktion in Berlin aufbauen, zehn Leute beschäftigen sie heute.

Investor erhöht Engagement
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Auf Thelens Rat hin konzentrierten sie sich auf Laptop- und Handyhüllen, optimierten den Produktionsprozess und sind inzwischen in allen Telekom-Shops und im Media-Markt präsent. Der Seriengründer scheint so überzeugt von dem Produkt und dem Team, dass er im vergangenen Juli gleich noch mal investierte: In Kürze bringt Crispy Wallet auch in Deutschland produzierte und mit ökologisch einwandfreien Farben bedruckte Silicon-Hüllen auf den Markt.

Meine Spielzeugkiste
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„Meine Spielzeugkiste“ wurde 2012 von Florian Metz und Florian Spathelf gegründet. Die Idee: Spielzeug leihen statt kaufen. Die mit Brettspielen, Barbies oder ferngesteuerten Autos gefüllten Boxen kosten zwischen fünf und 29 Euro Miete pro Monat. Wenn die Kinder die Spielsachen satt sind, gibt’s etwas Neues – oder, bei Gefallen, das Produkt zum reduzierten Preis. Die Gründer hatten schon vor der TV-Show namhafte Investoren wie die German Startups Group oder Paulus Neef an Bord.

Zwei Investoren
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Bei „Die Höhle der Löwen“ konnten sie zusätzlich Frank Thelen und Jochen Schweitzer für ihre Idee begeistern. Spontan sagten sie zu, gemeinsam 200.000 Euro investieren zu wollen. Thelen legte nach eingehender Prüfung sogar noch einmal 100.000 Euro drauf. Mit dem Investment – und mit der Expertise von Internet-Unternehmer Thelen – konnten die Gründer sowohl Webseite als auch App gründlich überarbeiten. Die Medienpräsenz brachte mit Lego zudem einen neuen, starken Kooperationspartner. Das Team umfasst inzwischen 15 Leute und sitzt in Berlin.

My Cleaner
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„My Cleaner“ wurde 2011 von Abdula Hamed, Mohamed Hamed, Slawa Kister, Natalia Kister und Dmitry Klimensky gegründet. Die Idee: Nie wieder in die Waschanlage fahren müssen, dank mobiler Autoreinigung vor Ort. Zudem vertreiben die Stuttgarter ein selbst entwickeltes Reinigungsprodukt für die „ökologische Autoreinigung ohne Wasser.“ Die Gründer hatten während der Aufzeichnungen für „Die Höhle der Löwen“ zwar einen Deal mit Home-Shopping-Queen Judith Williams geschlossen – am Ende aber kam der Vertrag aber nicht zustande, angeblich in gegenseitigem Einvernehmen.

Unterkriegen lassen sich die jungen Gründer offenbar nicht: Laut „Focus Online“ entwickeln Maxim und Raphael Nitsche eine Premium-Version der App auf Abo-Basis, welches monatlich zwischen 2,99 Euro und 8,99 kosten soll. Aktuell kann man Math 42 noch kostenlos herunterladen.

Jeder Gründer oder jeder, der schon mal eine Verhandlung geführt hat, weiß: Mit Investoren beziehungsweise Verhandlungsgegnern kann es durchaus zum Streit kommen. So kam es auch in der ersten Staffel DHDL zu mehreren Eklats. Einer davon war der Pitch von Knüppelknifte, einem Gastronomie-Start-up aus Bochum. Idee: Lagerfeuer-Atmosphäre an den Tisch bringen, Stockbrot im Großstadtleben eben. Erik Schwarzer und Florian Hermann wollten 200.000 Euro einsammeln. Dafür hätten sie dem oder den Löwen 15 Prozent ihres Gewinns aus dem ersten Jahr abgegeben.

Ein „Nein“ gab es nicht, dafür ein „Nicht so“. Die Star-Investoren schlugen vor, Knüppelknifte zum Mini-McDonalds zu machen. Schwarzer und Hermann dankten und gingen. Ohne Deal. „Man kann auf zwei Wegen Geld verdienen: mit Masse oder mit Qualität“, sagte Schwarzer damals im Gespräch mit dem Handelsblatt. In der zweiten Staffel hatten er und Hermann einen Gastauftritt.

Deals hingegen gab es dieses Mal einige. Wobei nicht jeder Deal, der gezeigt wurde, am Ende auch einer war. Beata und Chris Bahr hatten das Investment von Vural Öger sicher: Er wollte 150.000 Euro für 33 Prozent von Coffee Bags zahlen, einem Unternehmen für gefüllte Kaffeefilter to go: In die Tasse hängen, heißes Wasser drüber schütten, fertig. Doch letztendlich habe eine langfristige Bindung nicht funktionieren können, hieß es seitens der Bahrs einen Tag später im Interview mit „Wirtschaftswoche Gründer“.

Marvin Kruse mit seinem Hundefutter bekam kein Investment von den Löwen. Er wollte nur mit den 5,99 Euro Versandkoste Geld verdienen. Vural Öger bezeichnete das Konzept gar als „lächerlich“. Allein aufgrund der Tatsache, dass ein Paket für zwei Kilogramm bei DHL schon knapp fünf Euro kostet – abgesehen von Lohn- und Produktkosten – ist es fraglich, wie Kruses Modell funktionieren soll. Immerhin haben er und die rund 68 anderen Start-ups aus der zweiten Staffel eines erreicht: Aufmerksamkeit.

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